Fasten im Jahr des Glaubens – warum es Sinn macht (1)

Fasten Brot Messer

Surfen am Strand Ribeira d’Ilhas, Familienurlaub auf der kroatischen Insel Hvar oder eine Studienreise durch Jordanien – wer hat nicht den Wunsch nach wunderbaren Reisen. Aber bevor es dazu kommt, gilt es Klarheit zu gewinnen, wohin die Reise gehen soll…

Fastenzeit ist eine ganz eigene Reisezeit. Aber selbst wenn wir an Santiago de Compostela, Medjugorje und andere Wallfahrtsorte denken, kommen wir unserem Thema noch nicht richtig nahe. Fasten meint zunächst eine geistliche Reise.

Wie also ist diese Reise anzulegen? An dieser Stelle ist es gut, nicht zu bescheiden zu sein. Solange wir Weihnachten nicht in eine andere Jahreszeit verlegen – was angesichts der konsumistischen Zerstörung dieses christlichen Festes durchaus überlegenswert scheint – brauchen wir nicht lange zu zögern: Das Auferstehungsfest ist unser Ziel.

Stopp, es gibt immer wieder – auch christliche – Zeitgenossen, die ganz ernsthaft einwenden: Fasten ist ein Event geworden, zum gesellschaftlichen Kult verkommen, der in einem sinnentleerten Wettbewerb endet: Wer fastet am besten, am meisten und am beeindruckendsten – deshalb mache ich dieses Spiel nicht mit!

Die Wahrnehmung dieser Wettbewerbsmentalität und dieses Gesellschaftssports ist sehr berechtigt, nicht aber die Konsequenz, das Fasten einfach sausen zu lassen. Einige Gründe, die entschieden für unser Fasten sprechen, werden im Folgenden angesprochen.

1. Apropos Maßlosigkeit: Schon die Kirchenväter empfehlen…

Mit Ehrgeiz und Wettbewerb hat Fasten nichts zu tun, schon der Heilige Hieronymus ermahnt uns:

„Ich verlange von dir kein übertriebenes Fasten und keine maßlose Enthaltsamkeit in der Nahrung wie sie leicht zarte Körper gefährden kann, sodass sie zu kränkeln anfangen, ehe sie den Grundstein zu ihrer frommen Lebensweise gelegt haben. Auch die Philosophen vertreten den Grundsatz, dass die goldene Mittelstraße die Tugend ausmacht, während die Übertreibung vom Übel ist.“

2. Selbstbeobachtung ist gefragt – das „gotische“ Fasten

Wenn man die Herkunft des Wortes betrachtet, stößt man auf die gotische Wurzel „fastan“, was so viel wie „(fest)halten, beobachten, bewachen“ bedeutet. Fasten kann als Beobachten des eigenen Zustands und der eigenen Entwicklung verstanden werden.

Bewachen setzt voraus wach zu sein, Beobachtung verlangt einen analytischen Geist, alles mit Maß und Ziel. Bewusst gesetzte Phasen der Ruhe und der Zeiten für das Gebet sind ganz wesentlich, dass wir uns ein Stückweit besser kennen lernen und selbst erkennen: Erst dann kommen wir in die Lage, unser Denken und Handeln nachhaltig zu ändern.

3. Das „sowohl als auch“ des Fastens

Inzwischen ist klar geworden, dass Fasten sicher keine rein physische Angelegenheit sein kann: Die Konzentration allein auf Fitness, Kalorien und Alkohol führt am Ziel vorbei. Umgekehrt gilt aber auch: Ein rein geistliches Fasten soll es – gemäß Hieronymus – auch nicht sein:

„Vielmehr sollst du die Esslust in dem Maße abtöten, dass du weder an der üblichen Lesung der Psalmen noch an den gewohnten Nachtwachen etwas zu kürzen brauchst. Das Fasten an sich ist noch nicht die vollendete Tugend, vielmehr ist es die Grundlage der übrigen Tugenden.“

So altbacken die Sprache auch wirken mag, so erfrischend ist sie auf geistige Art. Hier wird klargestellt, dass asketische Bemühungen keineswegs dazu führen sollen, unser Beten, unser Dienen und unser Lieben auch nur im Geringsten einzuschränken, im Gegenteil: ein „sowohl als auch“ ist gefragt.

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Was Fasten mit Verzicht, Solidarität, und dem Jahr des Glaubens zu tun hat,

>>> erfährst Du hier!

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3 Gedanken zu “Fasten im Jahr des Glaubens – warum es Sinn macht (1)

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