Ein würdevolles, bescheidenes und frommes Abtreten (M.Matussek)

>>> PEACE , ursprünglich hochgeladen von NaPix — (Time out)

In seiner Würdigung des Abschieds von Papst Benedikt XVI. schreibt Matthias Matussek:

Er kam lächelnd, und er ging leise. Selten ist ein Mächtiger dieser Welt so würdevoll abgetreten, so bescheiden, so fromm. Benedikt XVI. hat wieder einmal all die Zerrbilder übermalt, die man von ihm an die Mauern der säkularen Welt gepinselt hatte.

[…]

Er wird nun zu seinen geliebten Büchern zurückkehren, wird endlich wieder als Gelehrter wirken können, und die Welt – besonders der deutsche Episkopat – wird irgendwann erkennen, dass mit Benedikt einer der großen Kirchenlehrer der Neuzeit auf dem Petri-Stuhl saß.

Anders als sein Vorgänger Johannes Paul II., von dem es die großen Bilder gab, setzte er ganz aufs Wort. Darin war er „evangelisch“. Mit seinen Büchern über „Jesus von Nazareth“ hat er tatsächlich – wie einst Luther – die Evangelien und den Glauben ins Zentrum gerückt. Und das in einer Zeit, in der besonders deutsche Katholiken Golgatha zunehmend für eine Zahnpasta halten und lieber über die „Pille danach“, die Frauenfrage und die Mitbestimmung nachdenken als über den Kernskandal ihres Glaubens: die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus.

Wir werden ihn, anders als seinen Vorgänger, nicht in einem großen Schauspiel der Gebrechlichkeit und des Sterbens verfolgen. Er wird sich als Privatgelehrter zurückziehen und die Nachfolge „betend und meditierend“ aus einem Kloster im Vatikan begleiten und der Welt, die „hin- und hergeworfen“ ist, einen kräftigen Glaubenshüter wünschen.

[…]

Ich habe ihn als liebenswürdig kennengelernt. Ich habe ihn gesehen, wie er mit anderen gesprochen hat, lächelnd, tröstend, wie er im Zwiegespräch diese Frau aufgerichtet hat, die auf tragische Weise Familienmitglieder verloren hatte. Und natürlich bleiben die Missbrauchsopfer im Gedächtnis, denen er auf seiner Deutschland-Reise begegnet ist, die bewegt waren von seiner Herzenswärme und seiner anteilnehmenden Trauer.

[…]

In einer Welt, die keine Grenzen mehr kennt, hat der Papst die Grenze des Alters aufgezeigt. Aber dennoch, Heiliger Vater, ich werde Sie da oben vermissen.

*

Den ganzen Artikel von Matthias Matussek >>> findest du hier.

***

2 Gedanken zu “Ein würdevolles, bescheidenes und frommes Abtreten (M.Matussek)

  1. Man kann nicht den einen Papst groß machen , indem man seinen Vorgänger beleidigt, der inzwischen selig gesprochen wurde. Ich schätze sehr und liebe den deutschen Papst, aber vertrage nicht diesen platten deutschen Zynismus, der keine Grenzen kennt. Es ist kein Wunder, dass es so viele (dabei auch große) Fotos vom polnischen Papst gibt, weil er fast 28 und nicht 8 Jahre Kirchenoberhaupt war und das „große Schauspiel der Gebrechlichkeit und des Sterbens“ war vielleicht das wirksamste Zeugnis des Evangeliums und hat mehr Leute zur Umkehr geführt als jegliche, wenn auch sehr evangelische Predigten. Herrn Matussek kann offensichtlich weder das eine noch das andere zur Umkehr verhelfen. Ich werde bestimmt nie mehr etwas von Herrn Matussek lesen und würde den anderen auch davon abraten.

    1. Hallo Maria,
      siehst du hier ein Foto vom „deutschen Papst“ ???

      Aber ernsthaft:
      Von einer Beleidigung des Seligen Johannes Paul II. kann – weder bei Matussek noch auf diesem Blog – gesprochen werden.
      Bei seiner Seligsprechung war ich in Rom, es waren ganz wunderbare Tage…

      Zum Thema knapp 8 Jahre und beinahe 27 Jahre: Vielleicht könntest du Dankbarkeit zeigen, dass Karol Woityla bereits mit 58 Jahren Papst wurde… und somit viel Kraft und Zeit einsetzen konnte für sein großartiges Pontifikat!

      Wir Christen sollten mit Vorurteilen und Ressentiments sehr vorsichtig sein, findest du nicht?

      Da ich inzwischen die 50 überschritten habe, durfte ich beide Päpste umfassend erleben: Keinen von beiden möchte ich missen.

      LG, Stefan.

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