Fastenwoche 3 (2013): BEDROHUNG DER FREIHEIT

Wir machen Fortschritte  in der Vorbereitungszeit auf Ostern und beginnen die dritte Fastenwoche. Ein Blick in das heutige Sonntagsevangelium genügt schon, dass sich manche von uns beim unmißverständlich formulierten Anspruch Jesu umdrehen und andere Beschäftigungen suchen: Jede Umkehr ist mit Sicherheit etwas mühsames, anspruchvolles und herausforderndes!

Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. (Lk 13,2f)

Wer will angesichts der großen Aufgabe kapitulieren? Nichts da, Freunde! Wir müssen uns zumindest einmal anschauen, worum es eigentlich geht, sollten uns Zeit nehmen, herauszufinden, wo wir eigentlich stehen. Das schulden wir unserem Herrn Jesus Christus, oder können wir so einfach ausblenden, wie ER gegeißelt und mit Dornen gekrönt wurde? (Ein Blick auf das Titelbild dieses Blogs kann vielleicht hilfreich sein.)

Seid ihr bereit? Gut so! Unsere Aufgabe ist herausfordernd, denn oft ist es so, dass wir unsere Freiheit bedroht sehen! Es kann Angst sein, die uns lähmt und einschränkt. Es gibt Versuchungen, die unsere Freiheit, Gutes zu tun, auf bösartige Weise dahinschmelzen lässt. Ein anderes Mal tun wir so, als ob wir Seinen Willen nicht erkennen könnten, und fragen ganz unverschämt: Was willst Du wirklich, Herr?

Wie schon letzte Woche angemerkt, geht es zu allererst darum, keine Furcht zu haben. Und es geht darum, das Angebot Gottes auf Heilung anzunehmen.

Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen. (Lk 13, 6-9)

Furcht und Frucht – wie nahe aneinander diese beiden Begriffe zu liegen scheinen, und im religiösen Sinn hängen sie tatsächlich zusammen: Wer Furcht hat, kann keine Frucht tragen!

Weg mit der Furcht, sich mit sich selbst zu beschäftigen! Weg mit der Angst vor dem ehrlichen Spiegelbild unserer selbst! Weg mit den Bedenken, die Umkehr nicht zu schaffen! Gott ist barmherzig, nämlich dann, wenn wir wieder von vorne beginnen und unser Bestes versuchen: „Ich will den Boden um [den Feigenbaum] herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte!“

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Es folgen 6 Gedanken für die Woche

Ob du für jeden Wochentag (Mo-Sa) einen Gedanken
in den Mittelpunkt stellst, oder aus diesen Vorschlägen
ein „Fastenprogramm“ nach eigenen Vorstellungen
zusammenstellst, bleibt dir überlassen.

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katholisches Navigationsgerät

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1. EINE MARIONETTE DER VERSUCHUNGEN

Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. (Mk 14,38)

Wir leben in einer Gesellschaft, die das Wort Freiheit großschreibt. Viele übersehen dabei, in welchen Fangnetzen sie zappeln, und wo sie ihre Freiheit längst verspielt haben. Wer kann schon durch die Einkaufszentren und das Online-Shopping wandeln, ohne hin- und hergerissen zu werden? Oder wieviel Zeit verwenden wir darauf, allen möglichen Einladungen und Vergnügungen „zu folgen“, um dann wieder fitnessen und wellnessen „zu müssen“?

Man könnte meinen, wir würden uns selbst an die deutlichsten Sätze des Evangeliums nicht mehr erinnern: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Gal 5,1) Und gegen Ende des Absatzes lesen wir: „Man behauptet sogar, dass ich selbst noch die Beschneidung verkündige. Warum, meine Brüder, werde ich dann verfolgt? Damit wäre ja das Ärgernis des Kreuzes beseitigt.“ (Gal 5,11) Exakt darum geht es: Prüfen wir uns in allem, was wir tun, ob wir Ihm folgen, oder ob wir in Kauf nehmen, das Ärgernis des Kreuzes zu beseitigen!

  • Wo in meinem Leben erfahre ich noch meine persönliche Entscheidungsfreiheit – oder will ich eine Marionette meiner Versuchungen sein?
  • Wie oft lese ich in der Heiligen Schrift, die den wahren Schlüssel zu meiner Freiheit beinhaltet?
  • Wo kann ich mich von Zwängen befreien, und neue Räume der Freiheit erschließen?
  • Wo finde ich meine persönlichen Freiheiten, zu denen ich „von Christus befreit wurde“?

Wie schon letzte Woche gesagt, gilt: Bei Widerständen heißt es durchhalten, und bei Niederlagen – neu anfangen! Lieber weniger vornehmen, dafür konsequent bleiben…

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2. VOM NAVIGATIONSSYSTEM GELENKT

Wenn ich rufe, erhöre mich, Gott, du mein Retter! Du hast mir Raum geschaffen, als mir angst war. Sei mir gnädig und hör auf mein Flehen! (Ps 4,2).

Angst kommt von Enge. Angst beklemmt. Vieles macht mir heute Angst und bedroht meine Freiheit. Der Fortschritt erleichtert zwar unser Leben, aber manchmal spüre ich meine Abhängigkeit.

Durch das Handy sind wir so gut wie immer und fast überall erreichbar. Wunderst du dich nicht über Menschen, die im Supermarkt oder in Öffis ihre Lebens- und Alltagsgeschichten ausbreiten? Ist es nicht etwas beunruhigend, dass wir bei eingeschaltetem Handy überall geortet werden können, jeglicher Überwachung preisgegeben? Haben wir unsere Hilflosigkeit bemerkt, wenn der Computer abstürzt, unser Email-Account einmal nicht funktioniert, oder das Navigationsgerät im Auto alle Dienste versagt?

Das lateinische Wort „navigare“ bedeutet ein Schiff lenken. Das ist ein komplexe Angelegenheit und braucht einiges an Erfahrung. Wie viele von unseren Navigagtionsfähigkeiten haben wir schon delegiert? Können wir überhaupt noch ohne das eine oder andere technische Helferlein auskommen?

  • Wie wichtig ist mir mein Handy, mein Computer – welchen Platz nehmen diese Geräte in meinem Leben ein?
  • Wie habe ich reagiert, als meine Geräte zuletzt ausgefallen sind – wie sehr haben mir Gottvertrauen und Improvisation geholfen?
  • Wie oft kann ich der Versuchung nach dem neuesten und letzten Stand meiner technischen Geräte widerstehen?
  • Wann habe ich zuletzt das Handy oder den Computer bewusst ausgeschaltet, um mehr „freie Zeit“ für Gott und für meinen Nächsten zu gewinnen?

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3. DER ERSTE UND DER BESTE

Jeder wird von seiner eigenen Begierde, die ihn lockt und fängt, in Versuchung geführt. (Jak 1,14).

Freiheit ist ein Zauberwort geworden. Wer sich unfrei fühlt, versteht wohl am deutlichsten, was Freiheit bedeuten kann. Zumeist wird Freiheit als ein Zustand gesehen, wo jeglicher Druck und viele Verpflichtungen einfach abfallen: Befreiung von lästigen Verantwortlichkeiten und Freiheit zum ungehemmten Konsum!

Woher kommt dieses Freiheitsverständnis? Es kommt aus unserem heutigen, egoistischen Leben: Es scheint das Wichtigste zu sein, immer wieder der Erste und der Beste zu sein. Dabei ist alles erlaubt: Tricksen. Pushen. Lügen. Betrügen. Beziehungen spielen lassen… Alles, um nur wieder ganz oben zu stehen. Eine bekannte Geschichte von Heinrich Böll zeigt eine andere Art von Freiheit und Lebensfreude:

Ein Fischer sitzt am Strand und blickt auf das Meer, nachdem er die Ernte seiner mühseligen Arbeit auf den Markt gebracht hat. Warum er nicht einen Kredit aufnehme, fragt ihn ein Tourist. Dann könne er einen Motor kaufen und das Doppelte fangen. Das brächte ihm Geld für einen Kutter und einen zweiten Mann ein. Zweimal täglich auf Fang hieße das Vierfache verdienen! Warum er eigentlich herumtrödele? Auch ein dritter Kutter wäre zu beschaffen; das Meer könne viel besser ausgenutzt werden, ein Stand auf dem Markt, Angestellte, ein Fischrestaurant, eine Konservenfabrik – dem Touristen leuchten die Augen. „Und dann?“, unterbricht ihn der Fischer. „Dann brauchen sie gar nichts mehr zu tun. Dann können sie den ganzen Tag hier sitzen und auf ihr Meer hinausblicken!“ Darauf sagt der Fischer: „Aber das tue ich doch jetzt schon.“ (Heinrich Böll, Erzählungen 1937-1983, Bd.4)

  • Welche Alternativen gibt es für mich in diesem gesellschaftlichen Wettstreit um die ersten und die besten Plätze?
  • Wann habe ich zuletzt an die Botschaft des Evangeliums gedacht: „Herrschen oder dienen“. Beides zu wollen und zu tun geht auf Dauer nicht – wie entscheide ich mich?
  • „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein“ (Mk 10,43). – Wo kann ich mich konkret als „Dienender“ einsetzen?

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4. WIE FREI SIND WIR?

Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will. (Röm 7,19)

In seiner Rede zur Jahreswende 1487 „Über die Würde des Menschen“ hat uns Pico della Mirandola, ein italienischer Philosoph, die Freiheit als Gabe Gottes ins Bewusstsein gerufen. In den Jahrhunderten danach wurden grundlegende Freiheiten in vielen Staatsverfassungen und schließlich in den Menschenrechten verankert: Die Freiheit des Denkens, der Rede und des Handelns, sowie Meinungs- und Religionsfreiheit.

Ironischerweise werden wir in den Geisteswissenschaften kaum, dafür in den Naturwissenschaften umso heftiger mit einem ganz anderen Freiheitsbegriff konfrontiert, der „inneren Freiheit„. Wie frei ist der Mensch, wird aus Sicht der Gehirnforschung gefragt, wieviel freier Wille steckt in jedem von uns? Behauptet wird nun von einigen Gehirnforschern, dass der Entscheidungsprozess im Gehirn schon Sekundenbruchteile lang vorbei ist, bevor uns „der Wille“ zu unseren Entscheidungen bewusst wird. Ich denke, dass diese Fragen interessant, aber für das Leben eines gläubigen Menschen nicht zielführend sind; selbst wenn mir in bestimmten Situationen erst kurz später bewusst wird, dass ich mich für die schwarze statt der weißen Weste entschieden habe, hilft mir mein Bewusstsein in Form des christlichen Gewissens, gegebenenfalls umzukehren! Damit sind wir beim alles entscheidenden Punkt des christlichen Lebens: Die Umkehr ist möglich, die Frage ist nur, ob ich dazu bereit bin.

  • Wie oft erlebe ich die Stimme meines christlichen Gewissens („die Stimme Gottes“) in mir?
  • Wie viele Entscheidungen treffe ich aus dem Bauch heraus, die ich nachträglich korrigieren will – hat in diesen Fällen mein Bauchgefühl das Gewissen ausgeblendet?
  • Bin ich bereit, wieder mehr auf mein Herz, auf mein Gewissen, auf die Stimme Gottes zu hören?

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5. DEIN WILLE GESCHEHE

Dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. (Mt 6,10)

Der moderne Mensch will seine Freiheit, sein Recht auf Gleichheit, sein Recht auf Selbstbestimmung. Um bei der oben zitierten Gehirnforschung anzuschließen: Die neurophysiologischen Prozesse des Gehirns können beispielsweise bei einer schweren Depression so beschaffen sein, dass aus ihnen eine „Entscheidung zur Beendigung des Lebens“ hervorgeht. In den letzten Jahre viel diskutierte Fälle waren die Selbsttötung des Fußballspielers Robert Enke oder der Jugendrichterin Kirsten Heisig.

Wer entscheidet hier, das Gehirn oder eine Leistung meines Geistes, meines Gewissens? In Fällen schwerer Krankheit ist das nicht leicht zu beantworten. Aber gerade hier setzt die großartige Kraft des katholisch geprägten Glaubenslebens ein: Es gibt unzählige Berichte und Zeugnisse von Heiligen, die selbst im schwersten Leiden und den dunkelsten Stunden einer Selbsttötung widerstanden haben. Das macht Mut! In einem Leben mit Gott ist es also möglich, auch in der furchtbarsten Katastrophe die Entscheidung für das Leben, das kostbarste, was uns geschenkt wurde (Stichwort ewiges Leben!), zu treffen.

  • Sehe ich in schwierigen Zeiten den rechten Weg, auf dem ich meine Entscheidungsfreiheit an Gott zurückgebe, auf dem ich Seinen Botschaften und Gesetzen folge?
  • Wann habe ich zuletzt die Liebe zu Gott so erlebt, dass ich einen bewussten Verzicht oder eine Umkehr vollzogen habe?
  • Kann ich zu dem Punkt kommen, an dem mir dieses Verzichten aus Liebe eine ganz neue Freiheit schenkt?
  • Wie sehr handle ich aus freien Stücken der Liebe zu IHM?

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6. DIE GEDANKEN SIND FREI

In der Bedrängnis rief ich zum Herrn; der Herr hat mich erhört und mich frei gemacht. Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. (Ps 118,5f)

Wie wir in den vorangehenden Impulsen gesehen haben, ist unsere Freiheit bedroht. Doch genau genommen, ist sie nicht durch fremde Mächte und auch nicht von glutäugigen Teufeln bedroht, sondern vor allem durch uns selbst. Sind es nicht wir, die so manchen Versuchungen nachgeben? Sind es nicht wir, die wir unsere Fähigkeiten oft im Übermaß an die Technik delegieren? Ist es nicht der irdische Mensch in uns, der in vielen Situation rücksichtslos Erster und Bester sein will? Sind es nicht wir, die wir der Gehirnforschung letztlich mehr vertrauen als Gott?

In vielen Situationen ist eines besonders gefragt: Gelassenheit. Im folgenden Zitat von Heinz-Dieter Kurz kommt ein gelassener Mensch zu Wort:

„Die Gedanken sind frei. Sowieso. Der ganze Mensch ist frei! Ich jedenfalls. Wenn ich in der Früh aufstehe, nehme ich mir die Freiheit und frühstücke. Kaffee oder Tee, gerade wie ich will. Später gehe ich wie immer an meinen Schreibtisch und schalte den Computer ein. Dort verharre ich aus freien Stücken, bis mich sonstige Obliegenheiten an andere Orte locken oder zwingen. Alles was ich mache, mache ich, weil ich es so will. Meine Freiheit kann mir keiner nehmen. Nicht einmal ich. Wer das als Beschränkung meiner Freiheit ansieht, dem fehlt die Einsicht. Bei mir paart sich Freiheit mit Einsicht. Entweder bekomme ich, was ich mag, oder ich mag schließlich, was ich bekomme. […]

Einer wie ich tut nichts grundlos und ohne Bedacht. Deshalb ist bei mir auch alles so logisch, proper und in bester Ordnung. Dass es in der sonstigen Welt so betrüblich aussieht, kann nur damit zu tun haben, dass es zu wenig an Freiheit gibt. Da wir mit keiner schnellen Änderung der Lage rechnen können, sehe ich nur folgende Lösung der Menschheitsprobleme: Man müsste mich und meine Verhältnisse in hinreichend großer Zahl klonen. Das würde zwar die Weltbevölkerung massiv erhöhen, böte aber Gewähr dafür, dass endlich Vernunft auf Erden Einzug hielte. Aber ich dränge mich mit meinen Ideen nicht auf.“ (Heinz-Dieter Kurz, Freiheit, 2009)

  • Wie gelassen bin ich eigentlich?
  • Wie gehe ich mit meinen kleinen und großen Schicksalsschlägen um?
  • Begreife ich mein Gewissen als Stimme Gottes in mir? Wie weit kann ich mir bewusst machen, dass mein Gewissen und ich alles meistern bzw. ertragen können?
  • Bin ich so weit, dass ich Zeugnis davon ablegen kann, dass meine Freiheit vor allem durch Menschen bedroht wird, jedoch als Geschenk Gottes unzerstörbar ist?

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Fortsetzung am nächsten Fastensonntag ab 06:00 !

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Wir wollen beten:

Jesus Christus, du willst uns zu Gottes Hochzeitsmahl führen,
so bitten wir dich:
Herr, steh uns bei –
Schenke uns Freude an deiner Nähe,
Bereite uns für dein Reich, das du uns schenken willst,
Hilf uns, die Fastenzeit gut zu nutzen.

Jesus, segne uns mit der Sehnsucht nach dir und dem Vater.
Segne uns mit der Freude über das, was du uns schenkst.
Segne uns mit der Kraft, uns darauf vorzubereiten.
Segne uns mit dem Willen, uns von dir führen zu lassen.
Amen.

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Anhang: FASTEN IM JAHR DES GLAUBENS (Benedikt XVI.)

„Caritas Christi urget nos“ (2 Kor 5,14): Die Liebe Christi ist es, die unsere Herzen erfüllt und uns dazu drängt, das Evangelium zu verkünden, formuliert Papst Benedikt XVI. Heute wie damals sendet Christus uns…, um sein Evangelium allen Menschen der Erde bekanntzumachen (vgl. Mt 28,19). Mit seiner Liebe zieht Jesus Christus die Menschen aller Generationen an sich.

Es ist das Anliegen von Benedikt XVI., dass dieses Jahr des Glaubens in jedem Gläubigen das Verlangen wecke, den Glauben vollständig und mit erneuerter Überzeugung, mit Vertrauen und Hoffnung zu bekennen. Diese Zeit verlangt es, dass das Zeugnis des Lebens aller Gläubigen an Glaubwürdigkeit gewinnt. Wir sind aufgerufen, über den Glaubensakt selbst nachzudenken.

In diesem Zusammenhang ist das Beispiel der Lydia sehr bedeutsam. Der heilige Lukas erzählt, dass Paulus, als er in Philippi war, sich am Sabbat aufmachte, um einigen Frauen das Evangelium zu verkünden; unter ihnen war Lydia, und „der Herr öffnete ihr das Herz, so dass sie den Worten des Paulus aufmerksam lauschte“ (Apg 16,14).
Was aber ist der Sinn dieser Worte? Der heilige Lukas lehrt, dass die Kenntnis der zu glaubenden Inhalte nicht genügt, wenn dabei das Herz, das echte „Heiligtum“ des Menschen, nicht durch die Gnade geöffnet wird.
Die Rede ist von jener Gnade, die die Augen öffnet, um in die Tiefe zu sehen und zu verstehen, dass das, was verkündet wurde, das Wort Gottes ist.

Über alle Zeiten haben Brüder und Schwestern aufgrund des Glaubens ihr Leben Christus geweiht und Tätigkeiten zugunsten der Gerechtigkeit gefördert, um das Wort des Herrn, der gekommen ist, konkret werden zu lassen. (vgl. Lk 4,18-19)

Aufgrund des Glaubens haben im Laufe der Jahrhunderte Männer und Frauen jeden Alters, deren Namen im Buch des Lebens verzeichnet sind (vgl. Offb. 7,9; 13,8), die Schönheit bekannt, was es heißt, dem Herrn Jesus dort nachzufolgen, wo sie berufen waren, ihr Christsein zu bezeugen: in der Familie, im Beruf, im öffentlichen Leben, in der Ausübung der Charismen und Dienste, zu denen sie gerufen wurden.

(Benedikt XVI.)

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Die Gedanken für die Woche sind inspiriert von
P. Erich Purk, Freiheit, KBW 2011

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