Gebet für einen gesegneten neuen Papst

Tagesevangelium nach Johannes 5,1-16

Einige Zeit später war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebräisch Betesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte. Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, daß er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat. Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh! Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh? Der Geheilte wußte aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, daß es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.

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Kommentar zum Evangelium
(12.März 2013 / Konklavebeginn)

Dieser Teich stellt die Person unseres so liebenswerten Herrn Jesus Christus dar, und das aufwallende Wasser in diesem Teich ist das gesegnete Blut des vielgeliebten Gottessohnes, des Gottmenschen, der uns alle in seinem kostbaren Blut gewaschen hat und der alle reinwaschen will, die in Einfalt zu ihn kommen. (1 Petr 1,19; Offb 7,14)… Mit den Kranken können die Menschen gemeint sein, die dem Stolz, dem Zorn, dem Hass, dem Geiz, der Ausschweifung verfallen sind; und dies lässt uns begreifen, dass alle Kranken, die sich im Blut Christi waschen können, vollkommen geheilt werden, unter der Voraussetzung, dass sie in dieses Wasser hinuntersteigen wollen. Die fünf Säulenhallen dieses Teiches können in einem gewissen Sinn die fünf heiligen Wunden unseres Herrn darstellen, durch die und in denen wir alle gerettet sind…

In diesen Säulenhallen lagen viele Kranke, und wer in den Teich hinabstieg, sobald das Wasser aufwallte, wurde vollständig geheilt. Was bedeuten denn die Wallung und der Kontakt mit dem Wasser? Doch dass der Heilige Geist sich in den Menschen hineinsenkt, das Innere des Menschen berührt, dort eine große Erschütterung hervorruft, die so stark ist, dass das Innere dieses Menschen wirklich umgestülpt und völlig verändert wird? Was ihm vorher gefallen hat, daran findet er keinen Gefallen mehr; und was er abscheulich gefunden hat, ist jetzt seine Freude. Geringes Ansehen, äußere und innere Armut, Verzicht, inneres Leben, Demut, Loslösung von allem, was geschaffen ist: das macht ihn jetzt vor allem glücklich. Wenn diese Berührung stattfindet, steigt der Kranke, also der äußere Mensch, ganz tief in den Teich hinunter, wäscht sich in Christus, in seinem kostbaren Blut, und wird auf Grund dieses Kontaktes zuverlässig geheilt, wie es auch an anderer Stelle geschrieben steht: „Alle. die ihn berührten, wurden geheilt“ (Mt 14,36).

Johannes Tauler (um 1300-1361) Dominikaner in Straßburg

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Petrus Ikone

Gebet für einen gesegneten neuen Papst

Großer Gott, wir bitten Dich um Deinen heiligen Segen:
Auf den Felsen des neuen Petrus baue Deine Kirche,
und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Bitte gib ihm die Schlüssel des Himmelreichs;
was er auf Erden binde, das sei auch im Himmel gebunden,
und was er auf Erden löse, das sei auch im Himmel gelöst.

Herr, wir bitten Dich um die Gnade des Heiligen Geistes,
lass den kommenden Petrus hinabsteigen
in den Teich Betesda der fünf heiligen Wunden
unseres Herrn Jesus Christus, dessen gesegnetes Blut
den neuen Diener des dreifältigen Gottes reinwaschen möge.

Mit dem Strahl des Wassers der Seite Christi
senke sich der Heilige Geist in das Innerste des Petrus,
damit die Tugenden Demut, Verstand und Stärke,
Rat, Glaube, Erkenntnis  und Weisheit
den neuen Diener Gottes bewohnen und leiten mögen.

Ewiger Gott, Du bist der ewige und gute Hirte,
der seine Herde beschützt und durch die Zeiten führt.
Schenke Deiner heiligen Kirche einen Papst,
dessen heiliges Leben Dir gefällt und dessen Hirtensorge
Deinem Volk den rechten und fruchtbaren Weg weist.

Allmächtiger Gott, sieh gnädig auf deine Kirche und gib,
dass sie allezeit jenes heilige Volk bleibt, dessen Einheit
ihren Ursprung hat in der Einheit des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Offenbare durch sie der Welt das Geheimnis
deiner Einheit und Heiligkeit und vollende uns in deiner Liebe.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

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