Erster Angelus von Papst Franziskus

Der neue Papst betont gleich zu Beginn des Angelus, wie wichtig es ist, dass wir uns gerade am Sonntag versammeln, um gemeinsam zu beten.

Mit Bezug auf das heutige Evangelium (Johannes 8, 1-11) spricht Franziskus über die Barmherzigkeit.

Jesus spreche keine Worte der Verachtung oder Verurteilung gegenüber der vor ihn gebrachten Sünderin, sondern nur Worte der Liebe und der Barmherzigkeit, die zur Umkehr aufforderten. Das Antlitz Gottes „ist das eines barmherzigen Vaters“, so Franziskus, „der immer geduldig ist“.

Franziskus weist darauf hin, dass wir manchmal müde werden, in unserem täglichen Leben, unseren Bemühungen, auch in unserem Glauben an die Barmherzigkeit Gottes. Das Problem bestehe schließlich darin, dass die Menschen müde werden, Gott um Vergebung zu bitten. So müssten auch wir lernen, barmherzig zu sein.

Wer aber nie müde wird, ist Gott. ER ist der ewig barmherzige Gott. ER ist der Barmherzige, wenn wir bereit sind umzukehren, uns IHM wieder zuwenden, mit ganzem Herzen. Der Papst betonte dabei die Geduld Gottes, die er mit einem jeden Menschen habe.

Papst Franziskus I. - Angelus

Franziskus I. erzählte dann eine Geschichte aus jener Zeit, als er gerade zum Bischof geweiht worden war (1992). Damals habe er im Rahmen einer Messe für die Kranken bei der Beichte eine alte Frau, eine „Nonna“, getroffen.

Zu ihr habe er gesagt: „Nonna, wollen Sie beichten?“. „Ja“, habe sie geantwortet. „Wenn sie aber doch nicht gesündigt haben?“ Und die Frau habe geantwortet: „Alle sind wir Sünder. Der Herr vergibt alles“. Auf die Frage, wie sie das wisse, habe sie geantwortet: „Würde der Herr nicht vergeben, würde es die Welt nicht geben“. Darauf habe der damalige Bischof den Drang verspürt, sie zu fragen: „Haben Sie an der Gregoriana studiert?“ Denn in diesen Worten sei die Weisheit zum Ausdruck gekommen, die der Geist der Barmherzigkeit Gottes schenke.

Der Papst zitiert auch ein Buch zum Thema Barmherzigkeit, dass er als empfehlenswert erachtet. Der Autor ist Walter Kardinal Kasper („Barmherzigkeit: Grundbegriff des Evangeliums – Schlüssel christlichen Lebens“, Herder, 5. Auflage 2012). „Das Buch hat mir sehr gut getan, glaubt aber nicht, dass ich hier Werbung für die Bücher meiner Kardinäle mache“. Kasper betone, dass das Vernehmen des Wortes Barmherzigkeit alles ändere. Es sei das Beste, was der Mensch hören könne: „Es ändert die Welt!“. Ein wenig Barmherzigkeit „macht die Welt weniger kalt und gerechter“. Diese Barmherzigkeit Gottes müsse gut verstanden werden.

Abschließend spricht Franzikus I.: Wir beten zu Maria, die die menschgewordene Barmherzigkeit in Händen gehalten hat, Jesus Christus, und wir bitten um ihre Fürsprache für die Gnade des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

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Über den Namen des neuen Papstes

„Im Konklave ist ein Mitbruder auf mich zugekommen und sagte: Vergiss die Armen nicht! Beim Thema Armut und Arme musste ich wie immer an Franz von Assisi denken, und das hat mich nicht mehr losgelassen.“ So kam es zum Namen Franziskus.

Bei der Wahl saß neben mir der emeritierte Erzbischof von São Paolo und frühere Präfekt der Kongregation für den Klerus Kardinal Claudio Hummes – ein großer Freund, ein großer Freund! Als die Sache sich etwas zuspitzte, hat er mich bestärkt. Und als die Stimmen zwei Drittel erreichten, erscholl der übliche Applaus, da der Papst gewählt war. Und er umarmte, küsste mich und sagte mir: „Vergiss die Armen nicht!“ Und da setzte sich dieses Wort in mir fest: die Armen, die Armen. Dann sofort habe ich in Bezug auf die Armen an Franz von Assisi gedacht. Dann habe ich an die Kriege gedacht, während die Auszählung voranschritt bis zu allen Stimmen. Und Franziskus ist der Mann des Friedens. So ist mir der Name ins Herz gedrungen: Franz von Assisi. Er ist für mich der Mann der Armut, der Mann des Friedens, der Mann, der die Schöpfung liebt und bewahrt. Gegenwärtig haben auch wir eine nicht sehr gute Beziehung zur Schöpfung, oder? Er ist der Mann, der uns diesen Geist des Friedens gibt, der Mann der Armut. … Ach, wie möchte ich eine arme Kirche für die Armen! (vatican.va)

Beim heutigen Angelus in Rom ergänzte der neue Papst, dass Franziskus als Patron Italiens auch etwas sehr Verbindendes für eine von Rom aus in die Welt hinausgehende Tätigkeit sei. Durch den von ihm gewählten Namen des Patrons werde auch seine geistliche Verbindung mit dem Land Italien gestärkt, in dem die Ursprünge seiner Familie liegen.

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Überraschendes von Papst Franziskus I. ?

Auf die Frage, welche Überraschungen der neue Papst bereithalten könnte, meint der Jesuit Michael Sievernich (Frankfurt) im ORF-Interview, er kenne seinen jesuitischen Mitbruder Jorge Mario Bergoglio schon lange und wisse, dass dieser sich mit der Frage des Heiligen Ignatius von LoyolaIst es möglich, ein neuer Franziskus von Assisi zu werden?“ sehr beschäftigt habe. In diesem Sinne sind überraschende Akzente und Taten des neuen Papstes zu erwarten.

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Franz von Assisi

Ordensgründer  (* 1181 / 82 in Assisi, † 3. Oktober 1226 im Kloster Portiuncula, heute Santa Maria degli Angeli bei Assisi). Die Heiligsprechung erfolgte schon im Jahr 1228 durch Papst Gregor IX. 1916 wurde Franziskus zum Patron der „Katholischen Aktion“ ernannt, 1939 zum Patron Italiens, 1980 erklärte ihn Papst Johannes Paul II. zum Schutzpatron der Ökologen.

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Der Tweet des Tages – vom neuen Papst:

Liebe Freunde,
ich danke euch von Herzen und bitte euch,
weiterhin für mich zu beten.
Papst Franziskus.

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(Quellen: Vatican.va, ORF, kath.net, Elsa Laska, Twitter)

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