Karfreitag: Jesus Moritur In Cruce – Propter Nos Homines

Gott gibt alles um des Menschen willen

Für uns Menschen – Propter Nos Homines, so heißt es im Glaubensbekenntnis, ist er, Jesus Christus, der Sohn Gottes, Mensch geworden, um uns Menschen den Weg in das Leben in Fülle zu ermöglichen. Im Blick auf die Leidensgeschichte wird klar, was das bedeutet: Gott gibt alles um des Menschen willen! Im Kreuz Jesu erkennen wir einen Gott, der sich ganz und gar hingibt. Er zeigt in seinem Handeln, dass die größte Freiheit sich in der Liebe realisiert und vollendet. Gott, der wirklich absolut frei ist, offenbart im Kreuz, was wahre Freiheit ist: alles geben können in der Liebe. Deswegen kann der Herr in der Stunde seines Todes rufen: Es ist vollbracht!

Aber ­ warum dieser ungeheure Aufwand, warum der Liebestod Gottes in Jesus Christus am Kreuz, das größte, faszinierendste und zugleich schrecklichste Geschehen aller Zeiten? Noch einmal: um des Menschen willen! Ja, so kostbar ist das Leben jedes Menschen, dass Gott dafür alles gibt.

(Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising)

*

Kreuzigung - Messgewand

Gedanken

Siehst Du „Holz“?
Oder: Fleisch und Blut?

Siehst Du „Hass“?
Oder: Liebe?

Siehst Du „Verzweiflung“?
Oder: Hoffnung?

Siehst Du „Folter“?
Oder: Erlösung?

Siehst Du „Leid“?
Oder: Heil?

Siehst Du „Tod“?
Oder: Leben?

Siehst Du „Mensch“?
Oder: Gott?

Siehst Du mit den Augen?
Siehst Du mit dem Herzen?
Kannst Du es sehen?

Kreuzerhöhung heißt:
Absehen – von dem, was nahe liegt.
Sehen – auf das, was verborgen ist.

(Josef Bordat)

*

Gebet

Jesus Christus,
erst umjubelt und dann fallen gelassen,
erst stürmisch gefeiert und dann verstoßen,
erniedrigt und mit Dornen gekrönt,
bist du deinen Weg gegangen,
bis zum Tod am Kreuz.

Wir erkennen den Weg der Liebe
die schwierige Wege nicht scheut,
die dem Leiden nicht ausweicht,
die selbst den Tod auf sich nimmt,
damit Leben möglich wird.

Dafür danken wir dir
und preisen deinen Namen in Ewigkeit.

(Unbekannter Verfasser)

*

Brief an die Hebräer 4,14-16.5,7-9

Da wir nun einen erhabenen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, laßt uns an dem Bekenntnis festhalten. Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat. Laßt uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit. Als er auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden. Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.

*

Kommentar

„Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.“ (Jes 9, 1), das Licht der Erlösung. Wenn es den Tod anblickt, der es, tödlich verletzt, unterdrückte, kommt dieses Volk aus der Finsternis wieder zum Licht; aus dem Tod kommt es zurück zum Leben.

Das Holz des Kreuzes trägt den, der das Universum geschaffen hat. Der den Tod um meines Lebens willen erleidet, er ist ans Kreuz gefesselt wie ein Toter, er, der das Universum trägt; er haucht den Geist aus am Holz, er, der den Toten das Leben einhaucht. Das Kreuz beschämt ihn nicht, sondern bezeugt vielmehr wie eine Trophäe seinen vollkommenen Sieg. Er thront als gerechter Richter auf dem Thron des Kreuzes. Die Dornenkrone, die er auf seiner Stirn trägt, bestätigt seinen Sieg: „Habt Vertrauen, ich habe die Welt besiegt und den Fürsten dieser Welt, indem ich die Sünde der Welt getragen habe“. (Joh 16,33; 1,29)

(Hl. Germanus von Konstantinopel [8.Jhdt.], In Domini corporis sepulturam, PG 98, 251ff.)

*

Gebet

Gott, guter Vater,
an diesem Tag gedenken wir
des Leidens und Sterbens Deines Sohnes,
unseres Herrn und Bruders, Jesus Christus.
In Seiner Botschaft und in seinen Werken kündet Er
von Deiner grenzenlosen Liebe zu uns Menschen,
die alle Schranken, alle Schuld und alle Sünde überwindet.
Jesus Christus hat sich in seinem Leiden und in Sterben
verbunden mit dem Los der Menschen.
Er hat sich mit unserer Not vereint
und uns so das Tor des ewigen Lebens geöffnet.

Schenke uns die Gnade,
im eigenen Leid nicht mutlos zu werden,
sondern immer wieder auf die rettende Tat Christi
zu hoffen und zu vertrauen,
damit Freude und Stärke für uns daraus erwachsen.
Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.
Amen.

(Gerd Wittka)

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