Papst Franziskus feiert Abendmahlmesse in Jugendgefängnis

Papst Franziskus feiert heute, am Gründonnerstag, die traditionelle Abendmahlmesse. Anders als sonst üblich findet sie diesmal nicht in der Lateranbasilika sondern in der Jugendstrafanstalt „Casal del Marmo“ statt. Dabei will das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche zwölf jungen Insassen verschiedener Nationalitäten und Religionen die Füße waschen. Er knüpft damit an eine Tradition an, die er bereits als Erzbischof von Buenos Aires eingeführt hatte. Die Zeremonie erinnert an die Fußwaschung Jesu beim letzten Abendmahl. (domradio.de)

Während die Abendmahlmesse nicht übertragen wird, sendet K-TV ab 9 Uhr 30 die Chrisam-Messe aus dem Petersdom in Konzelebration mit den in Rom anwesenden Kardinälen, Patriarchen, Erzbischöfen, Bischöfen sowie Diözesan-und Ordenspriestern.

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UPDATE:

Kurzbericht von der Fußwaschung:

„Es ist das Vorbild des Herrn. Er ist der Wichtigste und … wäscht die Füße. Denn unter uns muss der, welcher der Höchste ist, den anderen zu Diensten sein. Und das ist ein Symbol, ein Zeichen, nicht wahr? Die Füße waschen bedeutet: Ich bin dir zu Diensten.“ (Papst Franziskus)

Franziskus wäscht 12 Jugendstrafgefangenen, 10 Männern und zwei Frauen (sic!), darunter 1 Muslima (sic!), die Füße – eine bisher nicht dagewesene Handlungsweise eines Papstes.

Fußwaschung

Papst Franziskus - Fußwaschung

Papst Franziskus - Fußwaschung

Wenn mein Eindruck richtig ist, werden durch diesen Akt des Pontifex theologische Interpretationen, wie sie bisher für die päpstliche Vorgangsweise in Bezug auf die Fußwaschung galten, schlichtweg über den Haufen geworfen (siehe z.B. den Kommentarbereich zu diesem Artikel). Bravo, Papa!

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Ausführliche Texte und Gebete zum Gründonnerstag

findest Du hier auf diesem Blog

Gründonnerstag – Kennen wir die Sprache der Liebe?

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8 Gedanken zu “Papst Franziskus feiert Abendmahlmesse in Jugendgefängnis

  1. Es gibt kritische Stimmen, die dies nicht gutheißen.
    Dafür habe ich Verständnis.
    Dennoch finde ich die Entscheidung Papst Franziskus gut, die Eucharistie jungen Strafgefangenen zu bringen und ihnen dadurch Licht und Hoffnung zu geben.
    Er predigt zu ihnen und wird sicher die richtigen Worte finden.
    Er bringt den jungen, straffällig gewordenen Menschen Wertschätzung entgegen.
    Dieses Gefühl der Zuwendung und Barmherzigkeit ist sicher nicht das, was sie täglich erfahren.
    Papst Franziskus bringt den Gestrauchelten Jesus Christus.
    Was könnte er Besseres tun?
    Viel Gutes kann dadurch in den Herzen der Jugendlichen geschehen.
    Wer weiß das schon!

    1. Hallo und schönen guten Abend
      Was kann man daran kritisch sehen? Das ist keine böse Frage, nur frage ich mich worin man in dieser Tat des Papstes Kritik üben kann?

      1. Stefan hat, wie ich meine ,sehr gut darauf geantwortet
        und dafür danken wir ihm, wie übrigens auch für diese wunderschöne
        Webseite „Zeit zu Beten“

        Herzliche Ostergrüsse
        Albert

        1. Papst Franziskus hat, das wollte ich noch ergänzen, mir aus dem Herzen gesprochen, als er heute zu seinen Priestern predigte:

          >>>Die Gläubigen haben es gerne, wenn entsprechend dem Evangelium so gepredigt wird, dass es das Leben der Menschen berührt…

          …einen guten Priester erkennt man daran, dass die Gläubigen nach der Messe in ihrem Gesicht erkennen lassen, dass sie eine verständliche und frohe Botschaft gehört haben…

          …Priester müssen dorthin gehen, wo ihre Schafe sind, letztlich sind die Guten unter ihnen am Stallgeruch erkennbar.<<<

          Nach diesen Worten, die ich sinngemäß versucht habe wiederzugeben, konnte die Kirche wieder einen Weg einschlagen, den wir schon lange vermisst haben: Einen authentischen Weg!

          Beten wir für Franziskus und unsere ganze Kirche!

  2. Ehrlich gesagt finde ich bei diesem Papst alles ein bisschen komisch und zu auffällig. So wie wenn er immer darauf auswäre, SICH in den Mittelpunkt zu stellen. An einem Gründonnerstag
    hat Jesus Christus den absoluten Vorrang und der Papst hat für alle Menschen (damit meine
    ich die Mittelklasse, die einen grossen Anteil der Gläubigen ausmacht oder besser gesagt
    alle Menschen die guten Willens sind) die Verantwortung zu übernehmen. Natürlich ist es schön arme Jugendliche im Gefängnis zu besuchen und auch richtig. Aber ich komme nicht umhin zu bedenken, dass dieser Papst viel Zeit verwendet auf SICH aufmerksam zu machen
    und unser Herr Jesus Christus eher im Hintergrund steht. Ich hoffe, dass ich mich täusche
    und alles nur ein Hirngespinst von mir ist. Der Heilige Geist wird es schon richten.

    Ich wünsche allen eine schöne Osterzeit im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

    1. Vielleicht noch eine Ergänzung, damit ich besser verstanden werde:
      Meines Wissens hat unser Herr Jesus Christus seinen Heiligen Aposteln die Füsse gewaschen und Päpste in der Vergangenheit den Kardinälen oder vielleicht anderen Leuten des Klerus. Morgen werden alle Massenmedien wieder davon berichten und sagen wie das alles toll sei. Aber ist es auch richtig? Und aufrichtig gegenüber unserem Herrn oder eher Effekthascherei ? Ich weiss es nicht und lasse Gott entscheiden !

      Im Namen unseres Herrn Jesus Christus

    2. Lieber Albert,
      als ich den Papst heute dank der k-TV-Übertragung bei der Chrisam-Messe erlebt habe, war mein Eindruck: Franziskus ist (trotz Lungenkrankheit) von einer Energie und Ausstrahlung, die mir ohne den Heiligen Geist schwer vorstellbar ist.

      Seit Beginn seines Pontifikats wird er nicht müde von „Bewegung“ und „Gehen“ und „Weg“ zu sprechen. Heute hat er seinen Priestern und Bischöfen gesagt, dass nur eine verkündende Kirche, eine Kirche, die sich auf den Weg macht, eine gute Kirche ist.

      Heute Abend macht er sich selbst auf den Weg – zu den Sträflingen. Das macht er ohne Live-Übertragung, weshalb ich denke: Mit Kamera wäre es Effekthascherei, so aber will er seinen Priestern und uns allen vormachen, was es zu tun gilt:

      Verkünden, wo immer wir gerade sind, und keinesfalls den Weg zu den Benachteiligten scheuen.

      Schließlich ist dieser (zugegebenermaßen sehr medienwirksame) Gefängnisbesuch für diesen Mann nichts neues, auch als Kardinal soll er vergleichbare Zeichen gesetzt haben.

      Wir werden noch öfter überrascht werden, da bin ich ganz sicher…

      Herzliche und österliche Grüße an alle!

  3. Mhmh ich glaube nicht dass unser neuer Papst im Mittelpunkt stehen will um „umgarnt und bewundert zu werden“, mir scheint er will aufmerksam machen. Aber nicht auf sich sondern auf unseren Glauben und vor allem auf unseren Herrn. Dass er hierzu nicht gerade alltägliche oder besser „gewohnte“ Wege wählt glaube ich liegt auch mit daran um „uns“ besser aufrütteln zu können/uns besser berühren zu können und natürlich all jene Kirchenverantwortlichen neben sich. Wir haben uns, wenn wir es uns eingestehen, eine gewisse Rutine aufgebaut, durch diese Schicht durchzudringen bedarf es rüttelnde Akzente die wenn wir unseren Herrn anblicken doch nicht so fremd sind.
    Hoffen wir das unser Papst diesen Mut und die dazugehörige Kraft auch auf Dauer bewahren kann, denn ich kann mir vorstellen dass er so manchen Gegenwind trotzen wird müssen.

    Ich wünsche Euch eine gesegnete Osterzeit

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