Osterlachen – da capo

Das schönste Osterlachen durfte ich vor einigen Jahren auf der Kinderalm (eine Autostunde von Salzburg entfernt) bei den kleinen Schwestern von Bethlehem erleben. Als Teil einer langen, wunderschönen, mit großer Ehrfurcht gestalteten und zelebrierten Liturgie: Schwestern, die lachen, sich umarmen, die ganze Freude herauslassen, dass der Herr erstanden ist – halleluja!

Bethlehemschwestern

Oft wird dieses Lachen doch ein klein wenig profaner erlebt, aber immer spiegelt es die große Freude über die Auferstehung wider. Drei Gedanken möchte ich heute weitergeben, beginnend mit dem weltlichsten, in einer kleinen Steigerung bis zum heiligsten Lachen.

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Wiener Kaffee

An einem Ostermontag sitzen zwei Herren in einem Wiener Café. Der eine rührt andächtig in seiner Mélange und sagt: „Na, habt’s schön mit der Familie gefeiert, am Ostersonntag?“ Sein Freund schiebt ein ansehnliches Stück Apfelstrudel genüsslich von einer Backe zur anderen: „Ja, war schön. War ein langer und unterhaltsamer Brunch…  Apropos, weißt du eigentlich, warum Jesus so rasch auferstanden ist?“ – „Ja sicher, weil es Gottes Wille war!“ – „Unsinn, die Frauen, die Jesus gefolgt sind, hätten sowieso keine Ruhe gegeben!“

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Szenenwechsel, ein Außenbezirk von Wien, Mittagszeit.

Zwei diskutieren

Ein Lehrer und ein Jugendseelsorger stehen zusammen und debattieren angeregt. „Jesus ist auferstanden, weil es schon die Alte Schrift prophezeit hat!“, meint der Lehrer. Der Seelsorger fragt nach: „Ah ja, und dazu passt dann noch die Schlussfolgerung, dass die guten Taten der Gläubigen und Propheten das  Leben, Leiden, und vor allem die Auferstehung ausgelöst haben?“ – Ja, so kann man sich das vorstellen, so wurde Gottes Erbarmen erwirkt.“ – „Nein“, kontert der junge Seelsorger, „Es ist genau umgekehrt: Nicht weil die Menschen Gutes tun, ist Christus auferstanden. Jesus ist auferstanden, damit wir Gutes tun, damit wir uns in aller Freiheit für das Gute entscheiden!“

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Es ist Abend geworden, leichter Nieselregen,
der die U-Bahnfahrer nicht weiter stört.

Glaube vs Zukunftsvorsorge

U-Bahn Station Stephansplatz, der Zug Richtung Hauptbahnhof will einfach nicht kommen.  Eine nervöse Frau mit Rucksack, in der Hand ihr Smartphone, betrachtet das Plakat einer Versicherungsanstalt: ‚Pension & Garantie = Zukunft‘ Halblaut redet sie vor sich hin: „Wenn das mit den Banken so weiter geht, dann ist das Geld weg, bevor‘s noch eingezahlt ist!“ Ein junger Mann ganz in Schwarz, nur ein weißes Kollar blitzt hervor, lächelt und sagt: „Als katholischer Christ kann ich da viel entspannter sein!“ – Darauf sie: „So gut geht’s der Vatikanbank auch wieder nicht!“ – Der Mann in Schwarz lächelt wieder:  „Das ist nicht der Punkt: Als Christ heißt meine Zukunft ….Auferstehung!“

Jesus ist auferstanden, wahrhaft auferstanden, halleluja!

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Die Pointen aus den letzten beiden Szenen stammen aus Predigten des von mir (und natürlich vielen anderen) sehr geschätzten Pfarrers Dr. Gerhard Viehhauser, Salzburg.

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