Liebe und Treue, Geist und Frieden (Ev. vom 6.So der Osterzeit)

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Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. (Johannes 14, 23-29)

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Liebe und Treue, Geist und Frieden

Vor etwa zwei Jahren gab es eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (Nürnberg) zum Thema Liebe und Treue. Fast zwei Drittel der Befragten (Männer: 64 Prozent, Frauen: 65 Prozent) gaben an, dass ihnen Treue in der Beziehung am wichtigsten sei.

Diese Einstellung ist stabil, zeigte sich doch zu der Erhebung im Jahr 2001 kein signifikanter Unterschied. Liebe und Treue gehören zusammen. Wer liebt, ist treu.

Auch Christus spricht über den Zusammenhang von Liebe und Treue: Wer Ihn liebt, ist ihm treu, das heißt: sie oder er „hält am Wort fest“. Dieses Wort kommt durch Jesus, aber nicht von Jesus. Jesus ist selbst das Wort, das vom Vater ausgeht, das zuvor beim Vater war, ja, das, wie es im Prolog des Johannesevangeliums heißt, Gott selbst war, ehe es sich entäußerte.

Menschen handeln oft nicht nach der Einsicht, dass sie dem, das sie schätzen, das sie lieben, in Treue verbunden bleiben. Sie sind schwach, brauchen Hilfe. In einer Beziehung sind das oft Freunde, die beide Partner kennen und ein gutes Wort sprechen, wenn es kriselt. Auch Christus weiß um unsere Schwäche und kündigt uns einen ganz besonderen Beistand an: den Heiligen Geist, den Geist Gottes. Er wird uns an Sein Wort „erinnern“, wenn wir es zu vergessen drohen.

Christus geht. Er geht zum Vater. Am Donnerstag feiern wir dieses Ereignis: Christi Himmelfahrt. Doch Er geht nicht einfach so. Er verweist auf den Geist, der kommen wir. Und er hinterlässt uns den Frieden. Seinen Frieden. Es ist nicht ein Friede „wie die Welt ihn gibt“, also zeitweilig befriedete Verhältnisse, Waffenstillstände, um Kraft zu sammeln für die nächste Schlacht, sondern ein echter, tiefer, innerer Friede.

Wir brauchen also nicht traurig zu sein, wenn Jesus sein Gehen ankündigt, denn zugleich bleibt er – im Geist und im Frieden. Dort finden wir Ihn, auch heute. Und: Er wird wiederkommen. Das ist das Geheimnis unseres Glaubens: Leben, Leid und Tod – Auferstehung, Himmelfahrt und Wiederkehr. In den vierzig Tagen vor Ostern haben wir an ersteres gedacht, in den vierzig Tagen zwischen Ostern und Christi Himmelfahrt denken wir an letzteres.

Egal, welcher Aspekt des Wortes in der Liturgie gerade dran ist – bleiben wir treu in der Liebe. Dann sind wir im Geist Gottes und stiften Frieden. Und dann kommen wir zum Glauben.

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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