Das erlaubte ihnen der Geist Jesu nicht (Apg 16,1-10)

Richten wir unsere Aufmerksamkeit nicht meistens darauf, dass Gott uns erhören möge, und auf das, was ER uns ermöglichen könnte? Auch im Vaterunser sind es eine Reihe von Bitten – für das tägliche Brot, die Vergebung unserer Sünden – um gleich zwei dieser Ansuchen an Gott zu nennen.

Wenn wir noch beim Gebet des Herrn bleiben, dann fallen zwei weitere Bitten auf, die nicht gegensätzlicher in ihrem Charkter sein könnten. „Dein Reich komme“ – als eine nicht ganz unbescheidene Bitte, wenn man daran denkt, dass hier mit einem Schlag die Folgen der Erbsünde aufgelöst würden…, allerdings im Zuge des letzten Gerichts. Schließlich heißt es „Dein Wille geschehe“ – und hier ist nun gar kein Spielraum mehr: Deinen Willen will ich anerkennen, wie auch immer er aussehen möge.

Der Geist Jesu ist es, der uns versprochen wurde, und der uns seit vielen Generationen begleitet. Auch Paulus und seine Gefährten haben sich immer wieder diesem Geist fügen müssen, so lesen wir heute (Samstag) in der Apostelgeschichte:

Weil ihnen aber vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asien zu verkünden, reisten sie durch Phrygien und das galatische Land. Sie zogen an Mysien entlang und versuchten, Bithynien zu erreichen; doch auch das erlaubte ihnen der Geist Jesu nicht. So durchwanderten sie Mysien und kamen nach Troas hinab.
Dort hatte Paulus in der Nacht eine Vision. Ein Mazedonier stand da und bat ihn: Komm herüber nach Mazedonien, und hilf uns! Auf diese Vision hin wollten wir sofort nach Mazedonien abfahren; denn wir waren überzeugt, daß uns Gott dazu berufen hatte, dort das Evangelium zu verkünden (Apg 16,6-10).

Wenn der Geist Jesu

Jetzt kann man sich die Frage stellen, wie der Geist Jesu zu erfahren, zu hören, zu begreifen ist. Denn dass es einen Willen Gottes gibt, daran ist wohl nicht zu zweifeln. Nach Erfahrung vieler Heiliger ist es kein unbarmherziger Wille, sondern einer, der aus der wahren Liebe entspringt – das ist ein wunderbarer Trost, ändert aber nichts am Weg, den Gott individuell (einzigartig) für jeden von uns vorsieht.

Der Schlüssel ist ein ganz einfacher – wenn es darum geht ihn zu benennen: BETEN, ZUHÖREN, GEHORCHEN.

Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es wohl nichts Schwierigeres auf Erden gibt, als den Willen des Herrn zu erbeten – und Ihm zu gehorchen.

Wer das anders sieht, darf sich glücklich schätzen, und sollte dabei nicht vergessen, wie es um unsere Welt bestellt ist: Es ist nicht Gott, der die bösen Gedanken, Worte und Werke auf Erden umsetzt, sondern der Mensch.

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