Maiandacht: Selbst wenn wir nur ihren Namen wüssten…

Es ist Dienstag etwa 18 Uhr, eine Gruppe von Männern und Frauen hat sich zur Maiandacht auf grüner Wiese versammelt, andere wiederum sind zufällig unterwegs, und einige davon bleiben neugierig stehen – oder genießen einfach die warmen Sonnenstrahlen.

Medju Gospa Gottesmutter

Das erste Marienlied des Abends ist verklungen, und der Priester beginnt zu sprechen:

Es gibt immer noch viele Menschen, die keinen Zugang zur Marienverehrung haben – ihnen sei folgende Überlegung mit auf den Weg gegeben:

Wenn wir in unserem Glaube an Christus auch nichts anderes über seine Mutter wüssten, als dass es sie gab und dass sie Maria hieß, so wäre dieses einzige unscheinbare Wissen genug, um über sie das zu erfahren und in unserem Herzen all das zu begreifen, was unsere Kirche in zweitausend Jahren in der Person der Gottesmutter Maria gesehen, wahrgenommen und erkannt hat.

Wem dies ein zu kirchlicher Ansatz ist, der stelle sich folgende Frage:

Ist es denn denkbar – sofern wir die absolute, göttliche Einzigkeit Christi und das, was Er in der Welt vollbracht hat, erkennen –, dass wir unseren geistigen und geistlichen Blick nicht auf die Frau richten, die Ihm das menschliche Leben geschenkt hat?

Diese Einleitung weicht ein wenig ab vom Gewohnten – und spricht auch Zuhörer an, die wohl eher aus Neugier stehen geblieben sind.

Anders gesagt, gerade aus der göttlichen Liebe und dem Wissen, das nur die Liebe schenkt, entspringt die ganze Verehrung der Mutter Gottes, die ganze Liebe zu ihr und alles Wissen über sie. So wie Maria im Raum der göttlichen Liebe wahrzunehmen ist, so ist sie nicht denkbar ohne den Heiligen Geist:

Engel standen ihr zu Seite, der Geist ließ sie Jesus Christus empfangen, und es ist der von Jesus versprochene Beistand, den sie mit den Aposteln in neun Tagen auf alle herabrief. So ist die Jungfrau und Gottesmutter Maria die höchste und schönste Frucht des Heiligen Geistes.

Maiandacht - Kapelle

Der Priester hält inne – um sich dann mit festem Blick und freudiger Stimme an die Besucher der Maiandacht zu wenden:

Daher sage ich zu euch Frauen in dieser Maiandacht, die ihr gekommen seid, um Maria von Nazaret die Ehre zu erweisen:

Du, ja, ich meine dich, du bist Maria; auch du, und du, und du dort ganz hinten, ihr seid alle Maria. Es geht nicht darum ob ihr alt oder jung, schön oder vom Leben gezeichnet seid; allein eure kostbare Seele zählt.

Ihr, die ihr täglich an euch arbeitet, die ihr eure Seele wieder und wieder zur Heiligkeit führt, ihr könnt Maria sein. Ihr seid es, wenn ihr Christus im Herzen tragt, und dann aus euren Augen und eurer Schönheit DER leuchtet, den wir den Heiligen Geist der Liebe nennen.

Dann werdet ihr beginnen, wie es Maria in den letzten Jahrhunderten an verschiedenen Orten immer wieder tut, in diese gleichgültige und gierige Welt zu rufen: Nehmt eure Bibel und versammelt eure Kinder, eure Familien um euch. Das ist der Weg, der zum Heil führt. Geht euren Kindern mit gutem Beispiel voran; geht denen, die nicht glauben, mit gutem Beispiel voran.

Ihr werdet auf dieser Erde das Glück nicht finden und auch nicht in den Himmel kommen, wenn eure Herzen nicht rein und demütig sind, und wenn ihr nicht das Gebot Gottes erfüllt. Lasst Maria eure Verbindung zu Gott und zum ewigen Leben sein.

Drängt euren Glauben nicht den Ungläubigen auf. Zeigt ihnen euren Glauben durch euer Beispiel und betet für sie. Kehrt um! Betet! Fastet! Versöhnt euch!“

Ein weiteres Marienlied wird angestimmt; es klingt so, als wären die Frauenstimmen noch etwas deutlicher – und schöner – zu hören als zuvor.

Einige der zufälligen Passanten gehen weiter; ob nicht der eine oder andere Zuhörer über Maria nachdenkt?

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Der Text verwendet Zitate aus diesen Quellen: Alexander Schmemann „Die Mutter Gottes“; Botschaft der Mutter Gottes in Medjugorje vom 2. Februar 1990

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