Bravo, Papa Franziskus – „starkes Signal“ für die Kirche in Österreich

Noch letzte Woche waren Giovanni und ich der Meinung, dass die anstehenden österreichischen Bischofsernennungen schon sehr lange auf sich warten lassen, andererseits nicht ganz oben auf der Prioritätenliste von Papst Franziskus stünden. Aber wie kürzlich bekannt wurde, hat Papst Franziskus den bisherigen Diözesanadministrator Benno Elbs zum vierten Bischof der Diözese Feldkirch ernannt.

Bischof Benno Elbs Vbg 2013

Die Aufnahme des designierten Bischofs ist durchwegs positiv, wie die Presserundschau zeigt:

Teamarbeit und Leitlinien (kathweb.at)

Der neue Bischof von Feldkirch, Benno Elbs, versteht sich als „Teamplayer“ und möchte künftig verstärkt auch Laien in die Verantwortung miteinbeziehen. Eine Erneuerung der Kirche könne schließlich nicht allein vom Bischof erwartet werden, „die wird von unten kommen“, zitierte die Tageszeitung „Der Standard“ (Freitag) den designierten Bischof. Die Diözese hatte am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz die Ernennung des bisherigen Diözesanadministrators zum neuen Feldkircher Bischof durch Papst Franziskus offiziell bestätigt. Einen Termin für die Bischofsweihe gibt es noch nicht.

Entscheidungen wolle er künftig verstärkt in Teamarbeit vorbereiten, etwa indem er das Feldkircher Domkapitel zu Rate zieht, so Elbs. Ein verstärktes dialogisches Miteinander erhofft sich Elbs auch im Blick auf die Diskussion der bekannten „heißen Eisen“-Themen. Es brauche dazu eine „Kultur des Wortes“.

Der Personalnot in den Pfarren wolle er künftig etwa durch „kleine Gemeinschaften, die miteinander die Bibel lesen und sozial wirken“ entgegentreten. Als Vorbilder nennt Elbs den aus Vorarlberg stammenden austro-brasilianischen Bischof Erwin Kräutler sowie Papst Franziskus.

Der neue Feldkircher Bischof steht für eine Kirche, „die ganz bei den Menschen ist, mit ihnen Freuden und Hoffnung, Ängste und Nöte teilt und die Erfahrung des heilenden Wirkens Gottes möglich macht“. Die Reaktionen auf seine Bischofsernennung würden ihm zeigen, „wie vielen Menschen die Kirche ein großes Anliegen ist, wie viele sich für sie einsetzen und für die Kirche brennen“, so Benno Elbs wörtlich. Das erfülle ihn mit großer Dankbarkeit und Zuversicht.

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Reaktionen der Bischöfe (katholisch.at)

Begrüßt wurde die Entscheidung auch von weiteren österreichischen Bischöfen. So unterstrich etwa der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser, dass Elbs zahlreiche Qualitäten zur Leitung einer Diözese mitbringe. Vor allem aber sei er „Seelsorger durch und durch„. Bischof Egon Kapellari schätzt Elbs „als einen Mann, der spirituelle Tiefe und den Versuch, die Kirche in ihrer Breite zu halten, verbinden kann“. Bischof Klaus Küng, der selbst bereits einmal die Diözese Feldkirch leitete, betonte die „besondere Gabe“ Elbs‘, mit „jungen Menschen gut umzugehen und sie zu begleiten“.

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Kardinal Schönborn sieht „erfreuliches Signal“ (kath.net)

Als „starkes Signal“ für die Kirche in Österreich „und sicher auch für Papst Franziskus“ hat Kardinal Christoph Schönborn die Ernennung von Benno Elbs zum neuen Bischof der Diözese Feldkirch bewertet: „Es ist ein erfreuliches Signal, dass die erste Bischofsernennung im deutschsprachigen Raum durch Papst Franziskus ein Mann ist, der wirklich sehr glaubwürdig und weit über die Grenzen der Kirche hinaus in seinem Land wirken wird„, so der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz in einer ersten Stellungnahme gegenüber „Kathpress“. Für ihn sei Benno Elbs ein „vorbildlicher Priester, ein vorbildlicher Mensch und Christ, der mehr durch seine Art und sein authentisches Leben als durch viele Worte überzeugt“, so der Kardinal.

Elbs sei nicht nur ein Mann, der das Land und die Diözese „natürlich bestens kennt“, weil er lange Jahre als Pastoralamtsleiter, als Generalvikar und zuletzt als Diözesanadministrator der Diözese Feldkirch tätig war. Es sei auch ein „großer Gewinn“, dass der ausgebildete Psychotherapeut Benno Elbs eine zusätzliche Qualifikation mitbringe: „Er bringt eine Offenheit für die vielen Menschen mit, die auf der Suche sind und entspricht damit genau dem Profil von Papst Franziskus: Geht hinaus an die Ränder, geht hinaus, über den Kirchturm, über den Kirchplatz hinaus“. Elbs sei jemand, so der Kardinal, der „die Menschen dort sucht, wo sie sind“, der „sie anzusprechen vermag, sich für sie interessiert, für sie ein offenes Herz und einen offenen Verstand hat“.

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Zur Person Benno Elbs

Dr. Benno Elbs wurde am 16. Oktober 1960 in Bregenz geboren. Er besuchte die Volksschule in seiner Heimatgemeinde Langen und anschließend das Bundesgymnasium in Bregenz. Er studierte Theologie an der Universität Innsbruck mit einem Auslandsjahr in Paris. 1986 schloss er das Theologiestudium mit dem Doktorat ab (Dissertation über das Bußsakrament).

1982 fügte Benno Elbs dem Studium der Theologie jenes der Psychologie und schließlich das Diplom in der Logotherapie und der Existenzanalyse nach Viktor Frankl an. Seit 1993 ist er in die Psychotherapeutenliste eingetragen und begleitet als Psychotherapeut vor allem junge Menschen. Ab 1985 widmete er sich dem Erweiterungsstudium „Selbständige Religionspädagogik“, das er 1986 abschloss.

Am 16. Mai 1986 empfing Benno Elbs durch Bischof Bruno Wechner die Priesterweihe. Von 1986 bis 1989 war er Kaplan in Bregenz-Mariahilf, gleichzeitig Religionslehrer an mehreren Schulen und war als solcher sehr beliebt und geschätzt. 1988 erwarb er die Befähigung zum ordentlichen Lehramt an höheren Schulen und wurde 1989 durch den Landesschulrat für Vorarlberg zum Betreuungslehrer im Unterrichtspraktikum bestellt. Am 1. September 1989 folgte die Ernennung zum Spiritual des Marianums und ein Jahr später jene zum Rektor.

Ab 1. September 1994 leitete Dr. Benno Elbs das Pastoralamt der Diözese Feldkirch. Seit 1994 ist er Mitglied des Konsultorenkollegiums und Mitglied des Finanzvorstandes, seit 1995 auch Firmspender. Am 4. Juli 2005, dem ersten Amtstag des nun emeritierten Bischofs von Feldkirch, Elmar Fischer, wurde Benno Elbs zum Generalvikar für die Diözese Feldkirch ernannt. (VN; Red.; APA)

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