Vom Grüßen (Ev. vom 14. So im JK)

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Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe. Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft: Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe. Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt. Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen. Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können. Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.  (Lukas 10, 1-12; 17-20)

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Vom Grüßen

„Erst mal ’nen schönen guten Abend!“ Die beiden Polizeibeamten, die einer Anzeige wegen Ruhestörung nachgingen, eröffneten das Gespräch mit uns, einer Studentengruppe im Partykeller eines Berliner Wohnheims, mit einer höflichen Begrüßung, ehe sie loslegten. Nachbarn hatten sich beschwert – die Musik sei zu laut. Wir drehten die Anlage leiser. Lang ist’s her.

Schönen guten Abend – eine Begrüßung von Amts wegen. Eine Floskel. Mag sein. Doch sie tat ihre Wirkung. Tatsächlich: Ein Gruß kann Wunder wirken. Dem Gruß wohnte lange ein Wunsch inne, der Wunsch nach Heil („Salve!“), nach einem „Guten Tag“, nach „Gottes Segen“ und „Gesundheit“. Heute ist der gute Wunsch im Gruß oftmals dem unverbindlichen, allenfalls kenntnisnehmenden „Hallo!“ gewichen.

Zum Teil erlebt der programmatische Gruß der Gladiatoren („Morituri te salutant.“) eine eigenartige Renaissance, wenn sich Kinder auf dem Schulhof mit „Hi, Opfer!“ grüßen. Oder auch mit „Ey, Jude!“ Ganze Unterrichtseinheiten im Pflichtfach Ethik lassen sich mit dem Thema „Grüßen“ gestalten.

In den Anweisungen für die Mission, die Jesus den zweiundsiebzig Jüngern bei ihrer Aussendung gibt, spielt der Gruß eine wichtige Rolle: „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!“ (Lk 10, 5) Das ist die Basis: der Friede. Ein Gruß, ein Wunsch, ein Programm. Darauf kann die weitere Verkündigung vom Gottesreich aufbauen.

Dieser Rat gilt auch für alle, die von ihrem Glauben öffentlich Zeugnis geben, etwa in den Neuen Medien. „Wenn ihr in ein Forum kommt, auf einen Blog geht, so wünscht als erstes Frieden.“ Das ist die Grundlage des Dialogs. Schön ist es, wenn man beim Verlassen des Forums oder des Blogs sagen kann, was die Polizisten zu uns sagten, als sie das Wohnheim verließen: „Also, dann. Wir verstehen uns!“

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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