Urlaub vorbei – immer noch nicht glücklich?

Spanien hat das Rennen gemacht, gefolgt von Griechenland. So haben sich die Österreicher dieses Jahr entschieden, gemessen an der Zahl der Buchungen. Tausende Familien, Pensionisten, Singles und Jugendliche werden demnächst gefragt „Und, wie war’s?“

Das ist eine der Situationen – vor allem bei wiederholten Fragen der Arbeitskollegen – die viele Zeitgenossen in die Situation bringt, die Wahrheit etwas zu verbiegen, nach dem Motto: „Ich war doch auf Mallorca, um mich zu erholen, und warum sollte ich jetzt groß von Waldbränden und Golfplätzen, von denen jeder den Wasserverbrauch eines mittelgroßen Dorfes hat, erzählen? Unsinn, ich hab das alles nicht mitbekommen – es war paradiesisch schön!“

Vermutlich sind „Urlaubslügen“ keine besonders schwerwiegenden Lügen, und außerdem soll es hier um des Übels Wurzel gehen: Unsere Gesellschaft verlangt einfach, dass der Urlaub zu funktionieren hat! „Was, bei dem riesigen Angebot an Destinationen hast du dir eine ausgesucht, die dich nicht glücklich machen konnte?“ – so wird man rasch in das Eck gesellschaftlicher Versager gestellt.

Als Selbständiger hab ich es etwas einfacher… aber meine Frau (Teilzeitbeschäftigung im Möbelhandel) weiß um die Geschichten am Arbeitsplatz. Viele weichen der Frage auch aus; eine beliebte Taktik ist es beispielsweise, zu erzählen, wie furchtbar gerade die letzten Tage vor Arbeitsbeginn waren, da ergießt sich plötzlich ein Schwall von schlimmst-erlebten Umständen über den Frager, der schließlich keine Lust mehr hat, nach dem eigentlichen Urlaub des Kollegen zu fragen…

Urlaub macht glücklich
Urlaub macht gesund & glücklich – Ergebnis einer neuen Studie (ITB Berlin) – Na dann…

Eine zunehmend säkulare – sprich ungläubige – Gesellschaft muss sich darauf einstellen, dass Urlaube mehrheitlich als unbefriedigend erlebt werden: Diese Schlussfolgerung stellte ein Heiligenkreuzer Pater bei seiner Predigt zu Mariae Himmelfahrt in den Raum. Der ungläubige Mensch ist auf ein begrenztes Leben und den Tod verwiesen. Also ist der Urlaub die Zeit, die Glückserfüllung bieten soll, ja muss. Nun hat ein guter Urlaub nach psychologischen Erkenntnissen mindestens drei Wochen zu dauern; die erste Woche diene dazu, die (Arbeits-)Welt aus dem Kopf herauszubekommen, die mittlere Woche könne etwas Entspannung anbieten, und die letzte Woche sei dazu da, die Rückkehr in Alltag und Arbeitssituation vorzubereiten – und dafür lohnt es sich zu leben? 

*

Tagesgebet

Herr erbarme ich dich derer,
die aus ihrem Urlaub zurückkommen,
und den Weg zu dir noch nicht gefunden haben…
bitte gib Dich ihnen zu erkennen und
schenke ihnen Deinen Frieden.
Amen.

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PS: Die Schlussfolgerung ist natürlich nicht, dass (nur) Christen sonnige und erfüllende Urlaube verbringen – aber sie haben immer einen Trost, in der Person unseres Herrn Jesus Christus.

***

Ein Gedanke zu “Urlaub vorbei – immer noch nicht glücklich?

  1. Der Urlaub muss immer und unbedingt schön sein, bzw. schön gewesen sein.
    Schließlich muss man doch etwas vorweisen.
    Auch die Frage nach dem „wohin“ kann als lästig empfunden werden.
    Zumindest sollten die Ferien ausserhalb Deutschlands, besser noch ausserhalb Europas stattfinden, sonst sind sie weniger wert.
    Ich habe des öfteren festgestellt, dass die Leute geradezu entschuldigende und weitreichende Erklärungen abgeben, warum sie dieses Jahr „ausnahmsweise“ zu Hause bleiben oder geblieben sind.
    Warum denn nur?
    Urlaub in Italia oder auf dem heimischen Balkon – beides kann schön sein oder auch misslingen.
    Ist es nicht die innere Einstellung, die Freude über fehlenden Termindruck und über so vieles mehr, das uns hilft abzuschalten und die arbeitsfreie Zeit zu genießen, ob hier oder dort!
    Ein bisschen Sonnenschein zusätzlich wäre aber wirklich schön!

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