Wort zum Tag: Das Gewissen und unser Handeln

wpa BIBEL TAEGLICH q140*

Zum heutigen Evangelium hat uns der Heilige Augustinus einiges zu sagen.

In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm. Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann ging er zu der Bahre hin und faßte sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen. Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

Evangelium nach Lukas 7,11-17

Besser als viele heutige Psychologen verdeutlicht Augustinus, wie verschieden wir Menschen auf unser Gewissen reagieren (Hl. Augustinus 354 – 430, Predigt Nr. 98):

  • „Es gibt also Menschen, die die Sünde in ihrem Herzen tragen, sie aber noch nicht in eine Tat umgesetzt haben… Sie haben ja gesagt zur Sünde, der Tod wohnt schon in ihrer Seele, ist aber noch nicht nach außen getreten.
    +
  • Es geschieht nun häufig, dass Menschen diese Erfahrung machen: Sie hören das Wort Gottes, und daraufhin scheint der Herr zu ihnen zu sagen: „Steh auf“. Sie ziehen ihre Einwilligung, die sie dem Bösen gegeben haben, zurück, sie atmen wieder auf und leben heilig und gerecht…
    +
  • Andere schreiten nach ihrer Einwilligung zur Tat; sie bringen den Tod, der in ihrem tiefsten Inneren verborgen war, für alle sichtbar nach außen.

Müssen wir an ihnen verzweifeln? Hat der Retter nicht zu dem jungen Mann gesagt: „Ich befehle dir, steh auf“? Hat er ihn nicht seiner Mutter zurückgegeben? So verhält es sich mit einem, der so handelt: Wenn er vom Wort der Wahrheit berührt und bewegt worden ist, wird er wach für die Stimme Christi, er ist dem Leben zurückgegeben. Er hätte einen weiteren Schritt auf dem Weg der Sünde tun können, aber nicht für immer sterben können.

Was ist mit denen, die sich so sehr in schlechte Gewohnheiten verstricken, dass ihnen selbst der Blick auf das Böse, das sie tun, genommen ist? So verteidigen sie sogar ihre bösen Taten, werden zornig, wenn man sie ihnen vorhält…

Beherzigt also, geliebte Brüder, das Gehörte, und lasst uns so handeln, dass die Lebenden am Leben bleiben und die Toten wieder zum Leben erwachen… die Toten mögen alle Buße tun… Die Lebenden mögen ihr Leben bewahren, und die Toten eilends auferstehen.“

Die conclusio heißt nun: Die Stimme Gottes zu kennen genügt nicht. Wir haben einerseits die Freiheit, eine der von Augustinus beschriebenen Haltungen einzunehmen – und andererseits die christliche Pflicht, uns von der Wahrheit berühren und bewegen zu lassen.

*

PS: Wie aber die Wahrheit zu erkennen ist, das lehrt uns Ignatius von Loyola anhand seiner >>> Unterscheidung der Geister

***

2 Gedanken zu “Wort zum Tag: Das Gewissen und unser Handeln

  1. Grüss Gott,

    liebe „Macher“ von ZEIT ZU BETEN.

    Ich war IMMER begeistert, aber die „neue Aufmachung“ / der neue Aufbau ist einfach eine Katastrophe! Leider.

    NICHT schön zu lesen, tot in den Farben. Das Verhältnis Textteil/ Seitenteil war doch optimal???!!!

    Schade!

    Ich grüsse Euch
    – kippt’s einfach wieder um!

    Neu ist nicht immer besser oder gab es Wünsche es SO, wie jetzt zu machen
    und ich bin nur eine zerknirschte Minderheit (gar der Einzige Kritiker?)?

    Henryk Balzke, Meissen

    _____

    1. Lieber Henryk,
      danke für ihre Anmerkungen zu den Neuerungen!

      Zu den Farben:

      Zunächst einmal sind diese jederzeit gestaltbar.

      ACHTUNG: Seit ihrem kommentar hat sich etwas geändert: Die Akzentfarbe blau (Leiste oben, und Schrift rechts in der Seitenleiste) ist dazugekommen!

      Damit ändern sich auch die Dropdown-Menüs von der Leiste oben im Kontrast!!

      Außerdem wurde die Schrift der Artikel noch etwas dunkler eingestellt – das bedeutet mehr Kontrast!

      Zur Lesbarkeit:
      Die Rückmeldunge zeigen, dass die größere Schrift der Artikel (und auch der Überschriften) besser lesbar als früher sind.

      Zu den Funktionen / Leiste oben mit Dropdown-Menüs:

      Auch hier zeigen die Rückmeldungen, dass diese Menüs um einiges besser lesbar und bedienbar als früher sind.

      Also, lieber Henryk, bitte alles nochmal ausprobieren – ich denke es ist seit deiner Kritik um einiges besser geworden!

      Liebe Grüße
      Stefan

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