Kleingläubig. Unnütz (Ev. vom 27. So im JK)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen. Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

(Lukas 17, 5-10)

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Kleingläubig. Unnütz

Heute gibt’s richtig was auf den Deckel: Kleingläubig sind wir – und unnütze Sklaven! Es ist eine Mahnung Jesu zur Demut angesichts unserer Schwäche, es ist zugleich eine sehr anspruchsvolle Botschaft, die eigentlich nur jemand verkraften kann, der stark ist. Und genau das ist der Clou: Der vor Gott starke Mensch ist schwach, der schwache hingegen stark.

Wer um Stärkung des Glaubens bittet, hat im Grunde schon verstanden, dass er im Glauben auf die Gnade Gottes angewiesen bleibt, auch nach 30 Jahren Pfarrgemeinderatsvorsitz. Auch Priester, Bischöfe, ja, sogar der Papst brauchen eine Stärkung des Glaubens durch die Gnade, die sie erfahren, in Gebet und Gottesdienst, durch Segen und Sakrament.

Ähnlich ist es mit dem Dienst. Wer dient, hat bereits die innere Haltung der Demut, die verhindert, dass sie oder er sich nach dem Dienst auf die Schulter klopft und selbstzufrieden feiert – und sei es im Stolz auf die eigene Demut. Wer wirklich demütig dient, erkennt darin nichts besonderes, sondern allein die Schuldigkeit gegenüber Gott und den Menschen.

 

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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