Angela von Foligno heiliggesprochen

wpa kirche und heiligePapst Franzikus hat die um 1248 im umbrischen Foligno geborene Mystikerin Angela von Foligno zur Ehre der Altäre erhoben. Ihr Leben wird wie folgt umrissen:

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„Angela, wohl aus einer begüterten und adeligen Familie stammend, verlor schon als Kind ihren Vater und wurde dann bald verheiratet und Mutter mehrerer Kinder. Sie wird als willensstark, hochintelligent und von großer Innerlichkeit beschrieben, zugleich weltlichen Freuden und öffentlicher Anerkennung zugeneigt. [Aus den Schriften der Hl. Angela ist folgendes Zitat überliefert: „Ihr sollt wissen, dass ich mich mein Leben lang bemüht habe herauszufinden, wie ich am besten verehrt und bewundert werden konnte.“, Anm. des Blogbetreibers] Nach mehreren Versuchen, ihr Leben zu ändern, erlebte sie um 1285 unter dem Einfluss ihres Verwandten, dem Franziskaner Arnaldo, ihrem späteren geistlichen Führer, ihre Bekehrung auf einer Pilgerfahrt nach Assisi.

1291 wurde sie Franziskaner-Terziarin und blieb dies auch nach dem Tod aller ihrer Angehörigen. Sie verkaufte ihren Besitz und lebte nun in Armut und Buße. Ihre vielen Schüler und Anhänger versammelte sie nun in dem von ihr nach 1285 gegründeten „Cenacolo“, „Abendmahlssaal“ im Franziskanerkloster unweit ihres Hauses, wo sich Männer und Frauen, Geistliche und Laien versammelten, um Wege des fortschrittlichen religiösen Lebens und des sozialen Engagements zu beschreiten. Sie selbst widmete sich intensiv caritativer Tätigkeit, besonders die Pflege von Aussätzigen war ihr wichtig.

Immer mehr wurden Angela nun mystische Erlebnisse und Gnadenbeweise zuteil. Sie schildert mystisches Erleben, das sich immer mehr Christus nähert, bis die Seele sich mit ihm in Liebe und Schmerz vereint und die Erfahrung Gottes als „Ognibene“, als höchste Vollendung, ermöglicht. Angela nahm im religiösen Leben ihrer Zeit eine bedeutende Stellung ein. Krankheiten und Schmerzen trug sie geduldig.“ Sie verstarb am 4. Januar 1309 an ihrem Geburtsort Foligno.

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Hl Angela von Foligno
Vision des Jesuskindes, zwei Engel reichen der Hl.Angela eine Dornenkrone
und eine Rosenkrone, kleine Engel mit den Leidenswerkzeugen (Foto sa vi)

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Angela de Foligno wurde am Freitag, den 11. Oktober 2013, von Papst Franziskus zur Heiligen erklärt. „O mein Gott, mach mich würdig, das höchste Geheimnis zu erkennen.“ Dieses Gebet von Angela de Foligno (1248-1309) zitierte Papst Benedikt XVI., als er im Jahr 2010 bei einer Generalaudienz die Grundzüge der italienischen Mystikerin franziskanischer Spiritualität erläuterte. Benedikt charakterisierte ihr Leben mit folgenden Worten: „Leben, was Jesus gelebt hat: Armut, Verachtung, Schmerz.“ Vor genau 3 Jahren hat Papst Benedikt XVI. über diese große Frauengestalt des 13. Jahrhunderts gesagt:

Liebe Brüder und Schwestern, das Leben der sel. Angela beginnt mit einem weltlichen Dasein, das recht weit von Gott entfernt ist. Aber dann weckt die Begegnung mit der Gestalt des hl. Franziskus und schließlich die Begegnung mit dem gekreuzigten Christus die Seele für die Gegenwart Gottes, denn nur mit Gott wird das Leben zu wahrem Leben, weil es im Schmerz um die Sünde zu Liebe und Freude wird. Das sagt uns die sel. Angela. Heute sind wir alle in Gefahr, so zu leben, als ob es Gott nicht gäbe: Er scheint dem heutigen Leben so fern zu sein. Aber Gott hat tausenderlei Weisen – für jeden die seine –, um sich in der Seele zu vergegenwärtigen, um zu zeigen, daß es ihn gibt und daß er mich kennt und mich liebt. Und die sel. Angela will uns auf diese Zeichen aufmerksam machen, mit denen der Herr unsere Seele berührt, sie will uns aufmerksam auf die Gegenwart Gottes machen, damit wir so den Weg mit Gott und zu Gott erlernen, in der Gemeinschaft mit dem gekreuzigten Christus. Bitten wir den Herrn, uns aufmerksam zu machen auf die Zeichen seiner Gegenwart, uns zu lehren, wirklich zu leben. Danke.

Papst Benedikt XVI. (vollständiger Text der >>> Generalaudienz)

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Die Heilige Angela schreibt über ihre mystischen Gebetserfahrungen:

Das Gebet ist nichts anderes als eine Offenbarung Gottes und seiner selbst, ist also die vollkommene und wahre Verdemütigung … Denn je mehr die göttliche Gnade die Seele in der Verdemütigung erniedrigt, um so mehr kann sie darin wachsen; und je mehr die göttliche Gnade wächst, um so tiefer kann sie in der wahren Demut gründen und ruhen. Durch ein andauerndes gutes Gebet werden in der Seele das göttliche Licht und die Gnade vermehrt; und diese wiederum verankern die Seele immer tiefer in der wahren Demut, indem sie ohne Unterlaß das Leben des Gottmenschen Jesus Christus liest. Nichts Größeres kann ich erkennen als dies Offenbarwerden Gottes und seiner selbst. Aber das Zusammentreffen von beiden wird nur den rechtmäßigen Kindern Gottes geschenkt, die wahrhaft beten.

(Angela von Foligno, Zwischen den Abgründen,53 – Zitat via Sacerdos Viennensis)

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Gebet von Johannes-Paul II.

(anlässlich seines Besuches in Foligno)

Selige Angela von Foligno!

Große Wunder hat der Herr in dir vollbracht.
Mit dankbarer Seele schauen wir heute
und beten das geheime Mysterium der göttlichen Barmherzigkeit an,
die dich auf den Weg des Kreuzes geführt hat
und dich erhöhte zu Heldengröße und Heiligkeit.

Erhellt durch den Gehalt des Wortes,
geläutert vom Sakrament der Buße,
bist du zum leuchtenden Beispiel geworden
für die Tugenden des Evangeliums
eine weise Lehrerin der christlichen Erkenntnis
und sichere Führerin auf dem Weg zur Vollkommenheit.

Du weißt um die Traurigkeit der Sünde,
doch ebenso hast du die vollkommene Seligkeit
der Vergebung Gottes erfahren.

Mit freundlichen Worten hat Christus
sich an dich gewandt,
er nannte dich „Tochter des Friedens“
und „Tochter der göttlichen Weisheit“.

Selige Angela, auf deine Fürsprache vertrauend
bitten wir um deine Hilfe
denn ehrlich und ausdauernd sei die Bekehrung desjenigen,
der auf deinen Pfaden wandelnd die Sünde verlässt
und sein Herz der göttlichen Gnade öffnet.

Gib, dass die jungen Menschen deine Nähe spüren,
führe sie hin zur Entdeckung ihrer Berufung
damit ihr Leben sich der Freude und der Liebe öffnen möge.

Unterstütze auch diejenigen, die müde, ohne Vertrauen und nur mit Mühe
ihren Weg gehen, beschwert von körperlichen und seelischen Schmerzen.

Sei ein leuchtendes Vorbild der Weiblichkeit im Sinne des Evangeliums
für jede Frau: für die Jungfrauen und Bräute, die Mütter und Witwen.

Das Licht Christi, das deinen schwierigen Lebensweg erhellt hat
erstrahle auch auf ihrem täglichen Weg.
Bitte zuletzt auch um Frieden für uns alle und für die ganze Welt.

Selige Angela, bitte für uns!

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