Abend der Barmherzigkeit: DANKEN, GEDENKEN, unablässig BETEN

wpa monstranz anbetung q140-Der Oktober ist mit seinen Gedenktagen eine besonders „reichhaltige“ Periode: Kleine und große Therese, Franz von Assisi, Margareta Maria Alacoque, Hl. Ignatius von Antiochien und Hl. Lukas. Im Gedenken an diese großen Persönlichkeiten lässt sich viel Kraft und Ansporn schöpfen, um den täglichen Herausforderungen gut begegnen zu können. Mit dem Abend der Barmherzigkeit vom letzten Freitag (Gedenktag des Hl. Lukas) haben wir versucht, dem Herrn zu danken und Ihn um Seine Unterstützung und Liebe zu bitten.

Über die Berichte des Hl. Lukas, der ein treuer Weggefährte des Apostel Paulus war, sagt Irenäus von Lyon, Bischof des 2. Jahrhunderts: „Wer weiß übrigens, ob Gott es nicht so eingerichtet hat, dass viele Merkmale des Evangeliums ausschließlich von Lukas enthüllt worden sind, damit eben alle dem Zeugnis zustimmen, das er anschließend [in seinem zweiten Buch] von den Taten und Lehren der Apostel gibt, und damit die Wahrheit unverfälscht erhalten bleibt und so alle gerettet werden. Damit ist das Zeugnis des Lukas wahr, die Lehre der Apostel offenbar, zuverlässig und klar … Das sind die Stimmen der Urchristen, aus denen sich die ganze Kirche herleitet.“

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1. Impuls

HEUTE WILL ICH NICHT NUR BITTEN,  SONDERN DIR, MEINEM GOTT, DANKEN

Während seiner Exerzitien im Jahre 1674 schreibt der 33 Jährige Jesuitenpater Claude de la Colombière, er war bereits 5 Jahre Priester, in seinen Aufzeichnungen über die Dankbarkeit. Erst ein Jahr später wird er Margeret Maria Alaqoque, die große Weggefährtin in der Verkündigung des Heiligsten Herzens Jesu, treffen. Als Ausgangspunkt seiner Betrachtung dient ihm der geheilte Aussätzige: „Er warf sich vor Jesu Füßen auf sein Antlitz nieder und dankte ihm.“

Als ich die Liebe Gottes betrachtete, berührte es mich außerordentlich, die Wohltaten zu sehen, die ich von Gott empfangen habe, vom ersten Augenblick meines Lebens an bis jetzt. Welche Güte! Welche Sorge! Welche Vorsehung, sowohl für den Körper, als auch für die Seele! … Gott hat es, so scheint mir, so fügen wollen, dass ich durchscheinend und klar diese Wahrheit sehen kann:
erstens, dass er gegenwärtig ist in allen Geschöpfen;
zweitens, dass er in allem Guten ist, das in diesen vorhanden ist;
drittens, dass er es ist, der uns das Gute tut, das wir von diesen empfangen.

Ich stelle mir vor, dass Gott, weil das letzte Ziel aller seiner Taten ja seine Herrlichkeit ist, alle diese Dinge hauptsächlich aus Liebe zu denen tut, die daran denken und die darin seine Güte bewundern, die ihn daselbst anerkennen, die schließlich die Möglichkeit ergreifen, ihn zu lieben.
Die anderen empfangen die gleichen Wohltaten wie zufällig und wie aus Glück… Gott schenkt uns ununterbrochen den Kosmos und das Leben. Das ist seine Beschäftigung in der Natur. Unsere hingegen soll darin bestehen, ohne Unterlass das zu empfangen, was er uns von überallher schickt und es ihm voller Dankbarkeit zurückzugeben, indem wir ihn loben und ihm dankbar sind dafür, dass er der Urheber aller dieser Dinge ist. Ich habe Gott versprochen, das zu tun, so wie ich es vermag.

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…WENN ICH DIR DANKE, MEIN GOTT, MUSS ICH DIR DANN NICHT AUCH FOLGEN?

Der hl. Rafael Arnáiz Barón (1911 – 1938), spanischer Trappist , schreibt in den Geistlichen Schriften (04.03.1938):

Gott findet sich im Herzen, das in sich gekehrt ist; in der Stille des Gebetes, im Leiden, das freiwillig als Opfer angenommen wird; in der Verlassenheit der Welt und ihrer Kreaturen. Gott ist im Kreuz, und solange wir das Kreuz nicht lieben, werden wir ihn nicht sehen, nicht wahrnehmen. Schweigt doch, ihr Menschen, die ihr nicht aufhört, Lärm zu machen.

Wenn die Welt und die Menschen es doch wüssten! Sie sind zu sehr von ihren Interessen gefangen genommen; ihre Herzen sind voll, aber Gott ist nicht darin. Die Menschen denken zu sehr an dieses Leben, in dem doch alles nichtig ist, und so können sie das wahre Glück, das in der Gottesliebe besteht, nicht finden.
Es gelingt ihnen vielleicht, dieses Glück zu verstehen, es aber zu empfinden? Dazu gibt es sehr wenige, die von sich selbst loslassen und das Kreuz Jesu auf sich nehmen (Mt 16,24).

O Herr, wie glücklich bin ich doch in meinem Gebet! Wie gerne wollte ich dir schenken, was ich nicht mehr habe, weil ich dir alles gegeben habe. Bitte mich um etwas, Herr! Aber was könnte ich dir geben? Meinen Leib hast du schon, er gehört dir; meine Seele, wonach sehnt sie sich denn, wenn nicht nach dir? Danach, dass du sie endlich zu dir nimmst? Mein Herz liegt Maria zu Füßen, es weint vor Liebe und will nichts anderes mehr als dich. Mein Wille: sehnt er sich etwa, wonach du dich nicht sehnst? Sag mir, sag es mir doch, Herr, was dein Wille ist, und ich bringe ihn mit meinem Willen in Einklang. Ich liebe alles, was du mir schickst und mir gibst, Gesundheit wie Krankheit, Hier-Sein wie Dort-Sein, dieses wie jenes.
Nimm mein Leben, Herr, wann immer du willst. Wie sollte ich so nicht glücklich sein?

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  1. Impuls

NUN GLAUBE ICH NICHT MEHR NUR AN EINE HÖHERE MACHT,
SONDERN AN DEN, DER FÜR UNS GEKREUZIGT WURDE UND AUFERSTANDEN IST

Im Brief des Apostels Paulus an die Römer 3,21-30 heißt es:

Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.
Ohne
es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.

Ihn hat Gott dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden, die früher, in der Zeit seiner Geduld, begangen wurden;
Er erweist seine Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen, dass Er gerecht ist und den gerecht macht, der an Jesus glaubt.

Kann man sich da noch selbst rühmen? Das ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das der Werke? Nein, durch das Gesetz des Glaubens.

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…DA ICH AN DEN GLAUBE, DER FÜR MICH GESTORBEN IST, JESUS CHRISTUS,
WILL ICH SEINER LIEBE UND SEINER SCHMERZEN GEDENKEN

Der Hl. Gregor von Narek (um 944 bis 1010), armenischer Mönch und Dichter (Das Buch der Klagen, Nr. 77 ; SC 78) schreibt:

In Angst und Freude zugleich halte ich es für höchst angebracht, an dieser Stelle etwas über die Leiden zu sagen, die Du, der Gott aller, für mich erduldet hast!

Vor dem Tribunal der Menschen, die Du geschaffen hast, vor Menschen, deren Natur ich teile, hast Du, der das Wort uns schenkt, nicht geredet; hast Du, der Schöpfer der Sprachen, die Stimme nicht erhoben;   und Du, vor dem die Erde zittert, wurdest nicht laut…
Du gabst den nicht der Verwirrung preis, der Dich den Todesqualen ausgeliefert hat.
Du leistetest nicht Widerstand, als man Dich band, und als man Dich schlug, zeigtest Du Dich nicht empört.
Als man dich bespie, beleidigtest Du niemand, und als man dich mit Fäusten schlug, überfiel Dich kein Schauder.
Als man Dich verspottete, gerietest du nicht in Zorn, und als man Dich verhöhnte, verzogst Du keine Miene.
Sie gönnten Dir keine Frist, Dir, Quelle des Lebens, und rüsteten Dich zu, auf das Du trügest das Werkzeug des Todes.
Du empfingst es mit Großmut, nahmst es an mit Sanftmut, hobst es an geduldig, beludest Dich, als wärst Du schuldig, mit dem Holz der Schmerzen.

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  1. Impuls

ZU IHM WILL ICH BETEN, ZU JESUS CHRISTUS, ICH WILL ZU IHM BETEN OHNE UNTERLASS

Hl. Augustinus (354 – 430), Bischof von Hippo und Kirchenlehrer, Auslegung der Psalmen – Psalm 37, 14   „Er erzählte ihnen ein Gleichnis um zu zeigen, dass man ohne Unterlass beten soll“

„All mein Verlangen ist vor Dir“, spricht der Psalmist (Ps. 37,10)… Dein Verlangen, das ist dein Gebet. Wenn dein Verlangen unaufhörlich ist, dann ist es dein Gebet ebenfalls. Nicht umsonst hat der Apostel Paulus gesagt: „Betet ohne Unterlass“ (1Thess 5,17). Kann er so etwas sagen, weil wir ununterbrochen die Knie beugen, uns mit unserem Leib zu Boden werfen oder unsere Hände zu Gott erheben? Wenn wir behaupten, wir würden nur aufgrund dieser äußeren Bedingungen beten, dann glaube ich nicht, dass wir es ohne Unterlass können.

Doch es gibt ein anderes Gebet, ein innerliches, das nicht unterbrochen wird: das ist das Verlangen. Welcher Beschäftigung du dich auch hingibst, du wirst ohne Unterlass beten, wenn du nach dieser Sabbatruhe verlangst, von der wir sprechen. Wenn du nicht aufhören willst zu beten, dann höre nicht auf, dein Verlangen zu entfachen.

Du verlangst beständig? Dann ist auch dein Hilferuf beständig. Du schweigst erst dann, wenn du aufhörst zu lieben. Was sind das für Leute, die verstummen? Es sind diejenigen, von denen gesagt wird: „Weil das Böse überhand nimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten“ (Mt 24,12) Die Liebe, die erkaltet, ist das Herz, das schweigt; die Liebe, die glüht, ist das Herz, das schreit. Wenn deine Liebe beständig ist, schreist du beständig; du schreist beständig, weil du immer noch verlangst; wenn du von diesem Verlangen ganz erfüllt bist, dann deshalb, weil du an die himmlische Ruhe, an den Vater, an Sein Reich, das jetzt und heute aufzubauen ist, denkst.

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…WIE ABER KANN ICH DICH STÄNDIG SUCHEN UND MIT DIR SPRECHEN, MEIN GOTT,  
WENN ICH DOCH SO UNWÜRDIG UND SCHWACH BIN?

Wenn uns dieses innerliche Gebet zu erfüllen beginnt, wird uns erst so richtig bewusst, wie erbärmlich, kalt, berechnend, nachtragend, lieblos und schwach wir sind. Jedem geht es so, ob Würdenträger oder Lagerarbeiter, ob Kardinal oder Klosterbruder. Hören wir nochmals den spanischen Mönch Rafael Barón aus seinem Tagebuch aus dem Jahr 1938:

Gottes Barmherzigkeit ist unendlich groß! –
Mich lieben, mich Unwürdigen! – Mein Freund sein, mein Bruder, mein Vater, mein Lehrer! Gott zu sein – und ich? Ich zu sein, so wie ich bin? Wie sollte ich da nicht verrückt werden; wie kann ich leben, essen, schlafen, sprechen und mit aller Welt umgehen?… Wie geht das denn, Herr! – Ich weiß es, du hast es mir deutlich gemacht: es geht nur durch das Wunder deiner Gnade!

Zum Abschluss beschreibt der Apostel Paulus, wie jeder von uns wieder in die Welt hinauszugehen hat:

Denk daran, dass Jesus Christus, der Nachkomme Davids, von den Toten auferstanden ist; so lautet mein Evangelium… mach es auch zu deinem Evangelium, denn das Wort ist glaubwürdig:
Wenn wir mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen; wenn wir ihn verleugnen, wird auch er uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

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Mehr TEXTE zur EUCHARISTISCHEN ANBETUNG

>>> findest du hier !

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