Auferstehung und Ewiges Leben (Ev. vom 32. So im JK)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Da traten zu ihm einige der Sadduzäer, die lehren, es gebe keine Auferstehung, und fragten ihn und sprachen: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben (5. Mose 25, 5-6): »Wenn jemand stirbt, der eine Frau hat, aber keine Kinder, so soll sein Bruder sie zur Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen erwecken.« Nun waren sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos. Und der zweite nahm sie und der dritte; desgleichen alle sieben, sie hinterließen keine Kinder und starben. Zuletzt starb auch die Frau. Nun in der Auferstehung: wessen Frau wird sie sein unter ihnen? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt. Und Jesus sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten; welche aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen. Denn sie können hinfort auch nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind. Dass aber die Toten auferstehen, darauf hat auch Mose gedeutet beim Dornbusch, wo er den Herrn nennt Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs (2. Mose 3, 6). Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle.

(Lukas 20, 27-38)

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Auferstehung und Ewiges Leben

Die Sadduzäer lehnten die Auferstehung ab, wie Lukas seine Leserschaft gleich zu Beginn informiert. Nur so kann der weitere Disput mit Jesus verstanden werden. Die Sadduzäer wollten die Eigenverantwortlichkeit der Gläubigen durch die Vorstellung einer ausschließlich innerweltlichen Kompensation des Verhaltens stärken. Ihrer Ansicht nach erhält der Mensch bereits im irdischen Leben Lohn und Strafe für seine Taten, für deren moralische Qualität er selbst zu sorgen hat. Eine Auflösung der Problematik eines moralischen Dilemmas im Jenseits – etwa durch die göttliche Barmherzigkeit – ist in ihren Augen nicht möglich.

Im Gegenteil: Es ergeben sich neue Probleme. Wer von den sieben Brüdern soll nach der Auferstehung seine Ehe fortsetzen können? Alle haben auf Erden nacheinander dieselbe Dame zur Frau gehabt, nun sind sie alle gleichzeitig mit dieser Frau gültig verheiratet. Was nun? Jesus verdeutlicht ihnen, dass sie ein falsches Verständnis von Auferstehung und Ewigem Leben haben. Es ist eben keine Prolongation des irdischen Lebens, mit den gleichen Regeln, nun eben etwas länger, also: von ewiger Dauer. Das Ewige Leben in der Lehre Jesu ist etwas Anderes, etwas ganz Neues. Daher heißt es auch nicht „Fortsetzung“, sondern Auferstehung. Ewiges Leben ist nichts anders als unzeitlich-raumlose Existenz, unermessliches Sein in der vollendeten Einheit mit Gott. Und da spielt die Ehe keine Rolle mehr.

Dieses neue Leben wirkt bereits in unsere Welt hinein. So falsch es ist, die Gegebenheiten des irdischen Lebens linear zu übertragen, wie dies die Sadduzäer tun, so richtig ist es, den Vorgeschmack des Ewigen Lebens in der Zeitlichkeit unseres Daseins zu suchen. In Einführung in das Christentum schreibt Joseph Ratzinger (Papst Benedikt XVI.): „Das im Glauben eröffnete Mit-Christus-Sein ist begonnenes Auferstehungsleben“, was bedeutet, dass der „Dialog des Glaubens jetzt schon Leben [ist], das durch den Tod nicht mehr zerbrochen werden kann“. Wir Kinder Gottes sind Kinder der Auferstehung, weil Gott ein Gott des Lebens ist. Hier und jetzt.

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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