Dritter Advent: Das Warten hat ein Ende (Sonntagsevangelium)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Johannes hörte im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt. Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt? Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.

Mt 11, 2-11

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Das Warten hat ein Ende

„Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?“ – Ich höre ein „etwa noch weiter“ in die Frage hinein. Die Messiaserwartung des Volkes Israel in dessen damaliger Situation ist groß und drängend. Die ganze Ungeduld der Menschen im römisch besetzten Palästina bündelt sich in dieser einen Frage: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?“

Jesu Antwort ist ebenso geheimnisvoll wie eindeutig. Geheimnisvoll ist sie, weil sie gar keine direkte, unmittelbare Auskunft ist. Er hätte ja sagen können: „Ja, ich bin es. Euer Warten hat ein Ende.“ Diese Botschaft, die wir an Weihnachten feiern, kommt verschlüsselt, indirekt. Sie ist dennoch eindeutig, weil die Werke, die Er vollbringt, für sich sprechen. Auf wen soll man noch warten, wenn durch den, der schon da ist, solche Wunder geschehen: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet.

Heute am Gaudete-Sonntag freuen wir uns, dass unser Warten schon ein Ende hatte und Jesus schon ganz nahe ist. Und wir freuen uns, dass wir Ihm ganz nahe sein dürfen und durch Ihn den Mitmenschen. An Seinen Werken sollten die Menschen damals Jesus erkennen, an unseren Werken soll man uns heute erkennen, als die, die Jesus nachfolgen.

 

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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