Minister: Ich gelobe vor Gott und dem Heiligsten Herzen Jesu

Seit heute vormittag ist Österreichs neue Regierung angelobt. Das ist nach langen Wochen der Verhandlung in Ordnung und wäre nicht weiter berichtenswert, wenn nicht…

Ja, wenn nicht der neue Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter ein Bekenntnis ausgesprochen hätte, das ich an dieser Stelle in dieser Form noch nicht vernommen habe; vermutlich muss man da schon einige Generationen zurückgehen, um diese Bekenntnisformel eines Politikers zu hören. Auch das im Anschluß zitierte Gelöbnis der wiederbestellten Innenministerin Johanna Mikl-Leitner ist erwähnenswert.

Hintergrund der Gelöbnisform des neuen Ministers aus Tirol

Der alljährlich durchgeführte Brauch des Entzündens von Feuer auf den Gipfeln der Berge geht auf Sonnwendfeuer zurück, welche auf den Herz-Jesu-Schwur der Tiroler im Jahre 1796 anspielen. Das Land Tirol geriet in eben diesem Jahr nahezu unvorbereitet in den Krieg; alle wehrtüchtigen Männer des Landes wurden auf diese neue Situation innerhalb weniger Monate vorbereitet, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Der damalige Pfarrer von Wildermieming, Anton Paufle, ergriff die Initiative das Land Tirol dem „Heiligsten Herzen Jesu“ anzuvertrauen. Die Tiroler gelobten, diesen Schwur Jahr für Jahr zu wiederholen. Die Bevölkerung übernahm den Brauch der Sonnwendfeuer und entzündete von nun an am dritten Sonntag nach Pfingsten verschiedene Herzen und Schriften an den Gipfeln ihrer Berge, um das Gelöbnis auf das Herz Jesu alljährlich aufzufrischen und den Herz-Jesu-Sonntag zu feiern.

Dass der heute angelobte Politiker das Heiligste Herz Jesu angesprochen hat, ist eine persönliche Initiative und entspringt wohl seiner Überzeugung. Übrigens entstammen beide Politiker der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), die als christlich orientierte Partei gilt und in den letzten Jahren durch erhebliche Stimmenverluste aufgefallen ist. Dieses Schicksal teilt sie übrigens mit der zweiten „Volkspartei“, der sozialdemokratische Partei Österreichs, und beide zusammen bilden die neue / alte Große Koalition.

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Ministerin Johanna Mikl-Leitner
Ministerin Johanna Mikl-Leitner:
Ich gelobe vor Gott!

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Minister Andrä Rupprechter
Minister Andrä Rupprechter:
Ich gelobe vor Gott und dem Heiligsten Herzen Jesu!

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Gott segne alle Minister und insbesondere die beiden, die sich zu Gott bzw. zum Vater und zum Heiligsten Herzen Jesu bekannt haben!

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Andrä Rupprechter

Andrä Rupprechter (* 1961 in Brandenberg, Tirol) ist ein österreichischer Politiker und seit 2013 Landwirtschaftsminister. Rupprechter, der als elftes Kind einer Bauernfamilie geboren wurde, studierte an der Universität für Bodenkultur Agrarökonomie.

Nach einer Tätigkeit beim Bauernbund war Rupprechter ab 1989 im Büro des damaligen Landwirtschaftsministers Franz Fischler tätig. Ab 1995 war Rupprechter als Abteilungsleiter im Landwirtschaftsministerium tätig, zwischen 1998 bis 2000 war er zunächst stellvertretender Sektionsleiter, dann Sektionsleiter für Internationale und EU-Angelegenheiten im Landwirtschaftsministerium.

Ab 2007 war Rupprechter im Europäischen Öffentlichen Dienst tätig, 2013 erlangte er den Posten des Direktors für Kommunikation und Transparenz im EU-Rat. 2013 wurde Rupprechter von der ÖVP als Landwirtschaftsminister in das Kabinett Faymann II entsandt.

Johanna Mikl-Leitner

Johanna Mikl-Leitner (* 9. Februar 1964 in Hollabrunn) ist eine österreichische Politikerin der ÖVP. Von 2003 bis 2011 war sie Landesrätin in Niederösterreich und seit dem 21. April 2011 ist sie österreichische Innenministerin. Johanna Mikl-Leitner wuchs in Großharras auf und besuchte von 1970 bis 1974 die Volksschule und im Anschluss das Realgymnasium in Laa an der Thaya. 1978 wechselte sie an die Handelsakademie ebenfalls in Laa, die sie 1983 mit der Matura abschloss. Mikl-Leitner studierte danach Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien und schloss ihr Studium mit dem akademischen Grad Mag. rer. soc. oec. ab.

Mikl-Leitner unterrichtete zwischen 1989 und 1990 an der Handelsakademie in Laa an der Thaya und war danach bis 1990 in der Unternehmensberatung tätig. Zwischen 1990 und 1993 war sie Trainee in der Industriellenvereinigung und von 1993 bis 1995 Stellvertreterin der Verlagsleitung Signum-Verlag. 1995 übernahm sie die Marketingleitung der Volkspartei Niederösterreich, 1998 stieg sie zur Landesgeschäftsführerin auf. Am 24. März 2003 wurde sie als Landesrätin der Niederösterreichischen Landesregierung angelobt. Ihr Ressort umfasste in der Landesregierung Pröll V die Bereiche Soziales, Arbeit und Familie.

Im Jahr 2010 wurde sie zur Vizepräsidentin der Versammlung der Regionen Europas gewählt. Im Zuge der Regierungsumbildung des Kabinetts Faymann nach dem Rücktritt von Vizekanzler und ÖVP-Parteiobmann Josef Pröll wurde sie am 21. April 2011 als neue Innenministerin angelobt. Ihre Nachfolgerin in der niederösterreichischen Landesregierung wurde Barbara Schwarz. Johanna Mikl-Leitner ist seit 2011 geschäftsführende Bundesobfrau des Österreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund.

Johanna Mikl-Leitner ist verheiratet und Mutter zweier Töchter. Zurzeit (2011) ist sie in Klosterneuburg wohnhaft.

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Ein Gedanke zu “Minister: Ich gelobe vor Gott und dem Heiligsten Herzen Jesu

  1. sehr mutig und ein schönes wichtiges zeichen in einem zunehmend säkularisierten europa bzw österreich ! dankbar dass es noch solche politerInnen gibt .

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