Atheismus und Gelassenheit – geht nicht

Buchautor und „Wissenschaftler“ Sven L. betreibt ein aggressives Selbstmarketing. Wie so viele seiner Agnostiker/Atheistenkollegen gehört zu seinen erklärten Lebenszielen, gläubige Menschen in ihren Ansichten zu bekämpfen. Die ersten Kommentare fanden hier auf diesem Blog statt, dann wurde die weitere Diskussion auf Facebook geführt; nun erlaube ich mir, einen Teil dieser erstaunlichen „Unterhaltung“ auf meinen Blog zurückzuholen, wo alles begann.

In früheren Jahren habe ich viel mit Atheisten diskutiert, es aber dann konsequent sein gelassen, auch deshalb, weil es zumeist anonyme Kommentare sind; dieser Tage habe ich mit meiner Tradition gebrochen, weil ein Mensch mit offenem Visier (Realname) vor mir stand. Noch dazu einer, der mit „wissenschaftlichen“ Büchern auf dem Markt vertreten ist: einige seiner herausragenden „Argumente“ zu unserer Diskussion, die hier auf Facebook nachzulesen ist, werden nachfolgend zitiert.

Ich denke aber auch, dass es für die Leser von ZEIT ZU BETEN interessant ist zu sehen, in welcher Art und Weise die Attacken gegen gläubige Menschen geritten werden, und zwar auch von Menschen, die mit Buchveröffentlichungen ihr Geld verdienen. Es ist immer wieder aufs Neue erstaunlich, wie der Ton die Musik bestimmt, doch kann sich jeder seine eigene Meinung bilden.

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Atheismus - no God

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Die Bibel als Buch voller psychotischer Inhalte

„Hallo Stefan, die Bibelstellen möchte ich nicht kommentieren, ich weiß, dass psychotische Inhalte weder mit Logik noch mit reiner Vernunft anzugehen sind…. dass ein „gütiger Gott“ von Abraham verlangen konnte, sein Kind als Opfer zu ermorden, dass er Abraham lobte, weil er sich gefügig zeigte und Anstalten machte, seinen Sohn abzuschlachten. Wenn es einen Gott gäbe, hätte er Abraham für seinen unkritischen Kadavergehorsam in Tateinheit mit extremster Grausamkeit in die finsterste Hölle verbannt… Aber Gott existiert leider nur als Instrument, den natürlichen Altruismus und das biologisch und gesellschaftlich entstandene soziale Empfinden für niedere Zwecke außer Kraft zu setzen.“

Nur Respektloses gegenüber Gott

„…gehört das Bild vom allwissenden und allmächtigen Gott, der anfangs (altes Testament) ein rechter Brutalo war („wenn Deine Söhne Dir nicht folgen, töte sie“, „wenn ein Mann sich zu einem Mann legt, steinigt ihn“, er tötete auf grausame Weise alle Menschen außer Noah und seiner Familie durch die Sintflut usw.), dann wurde Gott im Laufe der Entwicklung der Menschen plötzlich weich und weicher gespült und ist inzwischen auf dem besten Weg, ein rechtes Weichei zu werden. Hierher gehört auch die allen unseren Erfahrungen widersprechende Theorie vom ewigen Leben, der schon peinliche Hickhack über die Menschlichkeit oder Göttlichkeit des Menschen Jesus

Übrigens bin ich Agnostiker und kein Atheist. Ich halte die Wahrscheinlichkeit, dass es einen Gott gibt für so gering, dass ich keinerlei Ambitionen habe, seine Nichtexistenz nachzuweisen. Wenn es einen Gott gäbe, bräuchte er sich bestimmt nicht zu verstecken und er hätte wahrscheinlich die Erde etwas professioneller und intelligenter eingerichtet. Vor allem hätte er uns vor Religionen verschont, die durch Hass, Abgrenzung und Aggressionen schon mehr Menschen unter die Erde gebracht haben als die Pest und Cholera zusammen.“

Der Opfertod Jesu als hochkrimineller Akt

„Den religiös motivierten erzwungenen Opfertod eines Menschen mit dem freiwilligen, unbeabsichtigten Tod eines Feuerwehrmannes oder Polizisten zu vergleichen, der unter Einsatz seines Lebens andere schützt oder rettet, entbehrt jeder Logik, da im zweiten Fall in der Realität jemand gerettet wird, im ersten Fall ein Ritual vollzogen wird, das für einen unbefangenen Menschen sinnlos und hoch kriminell ist. Hoch kriminell bezieht sich natürlich auf Menschenopfer, die gegen den Willen des Geopferten gebracht werden.

Der historische Jesus war eine Mischung aus Uri Geller, Ghandi und Che Guevara und hat mit Sicherheit auch einen menschlichen Vater, Geschwister und Gespielinnen gehabt. Das perverse Verehren von Jungfräulichkeit und die durchgehend sexualfeindliche Politik der katholischen Kirche mit ihrem den Kindermissbrauch fördernden Zölibat ist einem unbefangenen Beobachter unverständlich und abstoßend.“

Die Freiheit vom Glauben als hohes Gut

„Dass Jesus einen göttlichen Teil hatte und der menschliche Wiederauferstanden ist, sind wüste Spekulationen, die in einer ernsthaften Diskussion fehl am Platze sind. Es tut mir ehrlich leid, dass Du offenbar den einzigen Sinn in Deinem Leben darin siehst, Dich mit Deinem imaginären Freund gut zu stellen und Deine Motivationen aus seinen Drohungen und Versprechen beziehst. Eine solche Einstellung würde mir die Freiheit meiner Empfindungen, Gedanken und Entscheidungen derart einschränken, dass meine Lebensqualität sehr leiden würde.“

Zwingender Ausschluss jeglicher Diskussion

„Wenn Du Dich, Stefan,  nicht an gewisse Kriterien der Logik und Vernunft halten willst bzw. kannst, ist das zwar gut nachvollziehbar, weil es für Deinen Standpunkt einfach keine auf Logik und Vernunft basierenden Argumente gibt, aber es schließt eine fruchtbare Auseinandersetzung zwingend aus.

Dein Beten wird die Verantwortlichen sicher erweichen und sie werden dem Beispiel Bill Gates folgen. Einen schönen Abend und bete bitte nicht für mich. Falls ich nach meinem irdischen Leben tatsächlich mit Gott zusammentreffen sollte, werde ich ihm einige unbequeme Sachen verklickern, dass er in seiner weiteren Existenz einige Knitter in seiner Seele behalten wird.“

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Wer nun meint, ich hätte Sven L. provoziert und deshalb zu diesen Reaktionen veranlasst, der irrt. Im Gegenteil, der Diskutant selbst schreibt als Replik auf einen meiner Kommentare: „Sehr positiv kann man die sachliche, aggressionlose, fast empathisch anmutende „Argumentation“ beurteilen.“ Aber auch hier kann sich jeder selbst ein Bild machen, durch diesen Link auf Facebook.

Was hätte Heinrich Seuse, dessen Gedenktag wir heute feiern, dazu gesagt?

„Ein Mensch soll befreit sein von Erscheinungsform und von Materie – darin liegt die größte Lust… Wann ist die Lust größer, als wenn ich mich als das Eine, das ich sein soll, finde und als das All, das ich sein soll.“

Heinrich Seuse (1295-1366), Dominikaner und Mystiker

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