Die Altersschönheit der Frauen – ein Plädoyer

Diese paar Zeilen musste ich mir von der Seele schreiben. Berufsbedingt bin ich mit dem Auto längere Strecken unterwegs und so habe ich öfters Gelegenheit, bessere (und schlechtere) Radiosendungen zu verfolgen; neue Musik, interessante Bücher, Reportagen usw. Vor wenigen Tagen ging es um Neuerscheinungen am Buchmarkt, und das Interview mit der Autorin eines neuen „Sachbuches“ nahm seinen Verlauf. Der Titel: „Mutprobe – Frauen und das höllische Spiel mit dem Älterwerden„.

In wohlgesetzten Formulierungen und sehr wortreich führte die Autorin aus, wie gut Männer altern können, und wie schlecht es den Frauen dabei ginge. Dagegen gibt es in unserer Gesellschaft (leider) nicht viel zu sagen, und doch ist es nicht richtig, geradezu deprimierend und suizidfördernd, Menschen weiblichen Geschlechts auf 320 Seiten mit dem „höllischen Spiel des Älterwerdens“ zu quälen, ohne gegenläufige Tendenzen anzusprechen.

„Frauen sind seit Jahrtausenden Körper, während Männer ihren Körper wie ein Hündchen an der Leine führen“, führt die streitbare Autorin (60) aus, und „die Frauen werden ab 40 Jahren nicht mehr wahrgenommen, sie unterliegen einem Verschwindefluch!“ Eine Amazon-Rezensentin (Anna Kuszneck) setzt dagegen: „Frauen sind immer die Opfer – weil sie sich wie die Autorin dazu machen. Das ist nicht provokativ, das ist schlicht langweilig.“

Gut, so einfach kann man das Älterwerden nicht wegdiskutieren. Ich würde heute auch weniger von Opferrolle sprechen, sondern Zusammenhänge mit einer übersexualisierten Gesellschaft sehen. Das Körperliche hat einen viel zu hohen Stellenwert, und diesem doch recht primitiven Stand der Gesellschaft beugen sich selbst gebildete Frauen, wie die ZEIT-Journalistin Klara Obermüller:

„Mit Jugendlichkeitswahn hat das nichts zu tun. Ich weiß, dass ich älter werde und meine Kräfte nachlassen. Als Frau weiß ich es vielleicht sogar besonders gut. Denn wenn es um Selbstwahrnehmung geht, haben wir Frauen, glaube ich, schärfere Augen als Männer. Mit unbarmherzigem Blick erkennen wir, wo was hängt, schrumpelig wird und an Glanz verliert.“

Ja, liebe Klaras dieser Welt, da darf ich euch aufklären, dass auch beim Mann Hänge- und Faltenkonstellationen auftreten – allerdings läuft die Wahrnehmung in einer übersexualisierten Gesellschaft hier zum Nachteil der Frauen. Aber muss das immer so bleiben?

Frauen, wehrt euch, und sprecht von innerer Schönheit, von einem Glanz, der aus Mutter- und Großmuttererfahrungen, aus der Begegnung und dem Leben mit Gott kommt: Die Frau ist nun einmal das eigentlich spirituelle Wesen – und dieser Glanz strahlt hundertfach mehr als jeder pseudo-erotische Lipgloss.

Hier wird geredet, als hätte der Feminismus geradezu gar nichts bewirkt, als lebten wir weiter im „Hollywood-Klima“ der Babyboomergeneration, die dem Alter sehr wenig abgewinnen konnte. Sicher gibt es Berufsgruppen, wo Falten und weißlich-graue Haare gar nicht gefragt sind und große Existenzsorgen nach sich ziehen. Aber ist es nicht hoch an der Zeit, einmal anders zu überlegen: Wo in unserer Gesellschaft sind ältere weibliche Gesichter gefragt und gewünscht?

Schon in der TV- und Magazinwerbung sind deutliche Veränderungen zu erkennen, oder wer hätte nicht bemerkt, dass hier immer ältere (weibliche) Gesichter Platz greifen. Ein populäres Beispiel (in der östererreichischen TV-Werbung von XXL Lutz) ist „Oma Putz“. Auch Kosmetikfirmen wie „Dove“ haben sich des Älterwerdens angenommen, mit bemerkenswert ästhetischer Aussage, um nur ein Beispiel der „Seniorenwerbung“ zu nennen… Aber Klara Obermüller genügt das nicht, sie findet (trotz ihrer aufrechten Rolle in Beruf und Ehe) zu einer eher resignativen Einschätzung:

„Eine Politikerin und ich sollten mit einer Lifestyle-Redakteurin und einer ehemaligen Miss Schweiz über das Thema „Forever young – Traum oder Albtraum?“ diskutieren und der Frage nachgehen, wie eine Frau den „Übergang von der jugendlichen Liebhaberin zur Charakterdarstellerin“ meistert. Ich habe abgesagt. Dass ich nicht mehr als jugendliche Liebhaberin durchgehe, weiß ich. Und doch war ich irgendwie gekränkt, weil mir da jemand deutlich zu verstehen gab, dass ich aufgehört hatte, begehrenswert und verführerisch zu sein. Und dies bloß, weil ich eine alte Frau geworden war. Als ich mich kurz danach beim Zahnarzt zwischen einer Teilprothese und einem Implantat entscheiden sollte, wurde mir bewusst, dass die Einschätzung so falsch nicht war. Oder möchte man sich ein romantisches Stelldichein vorstellen, nach dem man seine Zähne unter dem Wasserhahn spült?“

Liebe Klara, wenn der Fokus mit 66 Jahren weiterhin auf der Ästhetik romantischer Begegnungen liegt, dann führt das geradewegs in die Sackgasse der Resignation. Hier gilt es ganz anders zu denken: Frauen, besinnt euch auf eure Spiritualität! (Ein Abendessen mit der gealterten Teresa von Avila – welcher intelligente Mann würde das ablehnen?) Frauen, besinnt euch (nicht nur, aber auch) auf eure Mutter/Großmutterrolle! (Welches Kind bekommt keine glänzenden Augen, wenn Großmutter gute Geschichten erzählt oder für die Nachspeise sorgt, die Mutter schon lange nicht mehr backen/kochen kann?) Frauen, besinnt euch (entgegen allem Genderdenken) auf eure Geschlechterrolle, denn IHR bringt das Leben zur Welt! (Wer, wenn nicht die Frau, hat Authentisches zum Schutz des Lebens, zur natürlichen Geburtenregelung, und zum gesellschaftlichen Stellenwert primärer & sekundärer Geschlechtsmerkmale zu sagen?) Frauen, bemüht weniger euren Körper – als eure Fantasie!

So hoffe ich, dass es mir die weiblichen Leser nicht krumm nehmen, wenn ich (als recht ausgewachsener Mann) eine Lanze für nicht gerade junge Frauengesichter breche. Als Mittel dient eine Auswahl von Flickr-Fotos, denn Bilder sagen mehr als…

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Humor ist immer jung.

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Rauchen – warum nicht?

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Please, Margaret, be careful!

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Der Blick in die Welt – hält jung.

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Danke, Senta alias Dr. Eva Prohacek!

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Gesichter erzählen Geschichten…

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Rauchen, die zweite.

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Sweet memories…

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Avantgarde.

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Altersweisheit. (Schweigen ist gold.)

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Würde hat nichts mit Falten zu tun!

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Optimismus – auch im Alter!

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Im Alter – erotisch!

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Oma – über Skype!

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Das nenne ich – pfiffig!

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Großeltern im Glück!

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AUSSER KONKURRENZ, OHNE WORTE:

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4 Gedanken zu “Die Altersschönheit der Frauen – ein Plädoyer

  1. „“Hier wird geredet, als hätte der Feminismus geradezu gar nichts bewirkt, als lebten wir weiter im “Hollywood-Klima” der Babyboomergeneration, die dem Alter sehr wenig abgewinnen konnte““

    Der Feminismus hat genau das bewirkt. Die fraulichen Werte, die Sie nennen : Mütterlichkeit, Spiritualität und – wie ich aus männlicher Sicht ergänzen möchte, die Fähigkeit, ein Heim zu schaffen und dem Mann zu helfen – genau diese Fähigkeiten werden den Frauen seit vielen Jahrzehnten schlechtgeredet und madig gemacht. Wehe der Frau, die sich bewußt dafür entscheidet, Hausfrau und Mutter zu sein, die kann sich aber was anhören.

    Es ist genau die Kernidee des Feminismus, daß kein Unterschied sei zwischen Mann und Frau. An diesem verhängnisvollen Irrtum haben übrigens Männer entscheidend mitgewirkt. Nur weil Männer diesen Wahnsinn unterstützen und die gröbsten Folgen ausgleichen, kann es überhaupt so aussehen, als würde eine solche Idee funktionieren.

    Im Privatleben merkt man aber, daß der Feminismus eben nicht funktioniert und Ihr Artikel zeigt die Symtome :
    Wenn alle Fraulichen Qualitäten verboten sind,bleibt eben oberflächlicher Sex Sex und Karriere. Und oberflächlicher Sex funktioniert für Frauen nur, so lange sie deutlich unter 30 sind.

    Was Sie hier beklagen, hat also ganz konkrete ideologische Ursachen, und diese muß man ins Auge fassen, bekämpfen und besiegen.
    Die pfeife rauchende Dame da oben finde ich übrigens sehr unsympathisch – definitiv nicht fraulich, sieht aus wie eine Emanze.

    1. „Es ist genau die Kernidee des Feminismus, daß kein Unterschied sei zwischen Mann und Frau. An diesem verhängnisvollen Irrtum haben übrigens Männer entscheidend mitgewirkt. Nur weil Männer diesen Wahnsinn unterstützen und die gröbsten Folgen ausgleichen, kann es überhaupt so aussehen, als würde eine solche Idee funktionieren.“

      Einverstanden, und im übrigen trägt die Gender-Ideologie dazu bei, diese Fehlentwicklungen weiter zu verschärfen… An dieser Stelle sei auf die Autorin Gabriele Kuby verwiesen, die große Verdienste bei der Entlarvung der Genderpolitik erworben hat.

      Schließlich sehe ich viele dieser (Fehl-)Entwicklungen als Wellenbewegung: Vom „bibelgerechten Mann-Frau Ideal“ hat sich die Schaukel (oder Welle) ganz nach Gendermainstreaming bewegt – um nach einer gewissen Zeit wieder zurückzupendeln… dabei tun mir die Generationen leid, die die Extrempostionen aushalten müssen.

      Daher nehme man sich – Zeit zu beten!

  2. Bei uns im Kindergarten war am Kalender ein Spruch ausgehängt:
    Bleib im Herzen jung, damit du in Ruhe alt werden kannst und meine Tochter hat in HSU gerade ein
    wenig Blindenschrift gelernt und dabei den Satz gelesen:
    Nur mit dem Herzen sieht man gut!

    1. In einer kalten oder zumindest unterkühlten Gesellschaft sehen viele Menschen nicht mit dem Herzen, sondern nur mit ihren – oft unbarmherzigen – Augen…
      Beten wir dafür, dass wieder echtes Gespür und Herzlichkeit gegenüber Menschen ensteht, die mehr innere Schönheit als äußerliche Perfektion zeigen!

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