Verkündigung des Herrn

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„Fiat mihi secundum verbum tuum“

Die Gottesmutterschaft ist das zentrale Geheimnis im Leben Marias: Alles andere zielt darauf hin – oder hat dort seinen Ursprung und seine Erklärung.

„Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit geschaut. Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!“ (vgl. Joh 1, 14ab).

Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn wird das Fest der Verkündigung gefeiert: der Tag, an dem der Engel zu Maria gesandt wurde und ihr verkündete, dass sie zur Mutter des Messias, des Gottessohnes, erwählt war. Maria, Vertreterin ihres Volkes und der Menschheit, hat mit ihrem einfachen Ja geantwortet.

„Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel“ (vgl. Lk 1, 26-38).

In der Ostkirche wurde bereits um 550 am 25. März ein Fest der „Verkündigung der Geburt des Herrn“ gefeiert; in Rom wurde es im 7. Jahrhundert eingeführt.

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Ludwig Maria Grignion de_Montfort - Petersdom
Ludwig Maria Grignion von Montfort

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Die Weihe zur vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria

Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort (1673-1716) war Missionar. Er predigte Christus, die ewige und menschgewordene Weisheit, das Kreuz, die Liebe zur Armut, die Hingabe an die göttliche Vorsehung. Fasst man seine Verkündigung zusammen, dann zielt alles auf die Erneuerung des Taufgelübdes hin. Aus seiner eigenen Erfahrung als Christ und als Verkünder weiß er um ein “Geheimnis”, wie man den Taufversprechen treu bleiben kann. Es ist die Weihe an Jesus Christus durch Maria.

Zur Sendung Marias im Heilsplan schreibt der heilige Ludwig:

Das Ziel und die Mittel

1.      Christ, lebendiges Abbild Gottes, du bist durch das kostbare Blut Christi erkauft. Gott will, dass du in diesem Leben heilig wirst wie er und im ewigen Leben teilhaftig seiner Herrlichkeit. Es ist deine sichere Berufung, heilig zu werden wie Gott. All deine Gedanken, Worte und Werke, deine Leiden und alle deine Lebensregungen müssen auf dieses Ziel gerichtet sein. Sonst stellst du dich gegen Gott, denn du tust nicht das, wozu er dich erschaffen hat und am Leben erhält. Welch ein Wunderwerk! Staub verwandelt sich in Licht, Schmutz in Reinheit, Sünde in Helligkeit, das Geschöpf in den Schöpfer, der Mensch in Gott! Ein staunenswertes, aber schwieriges Werk, das der Natur allein unmöglich ist! Nur Gott kann es durch die Gnade, durch überreiche, au­ßerordentliche Gnade zu Ende führen. Es ist ein größeres Meisterwerk als die Erschaffung der Welt!

2.       Und du? Was wirst du tun? Welche Mittel wirst du wählen, dorthin emporzukommen, wohin Gott dich ruft? Jeder kennt die Mittel, wie man sein Heil findet und heilig wird. Sie werden im Evangelium ge­nannt und von den geistlichen Meistern erläutert. Die Heiligen haben sie genutzt. Diese Mittel, unverzichtbar für alle, die sich retten und vollkommen werden wollen, sind: Demut des Herzens, unaufhörliches Gebet, Einübung in den Verzicht, Hingabe an die göttliche Vorsehung und Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes.

3.      Wenn man sich diese Mittel zum Heil und zur Heiligkeit zu Eigen machen will, braucht man unbedingt die Gnade und die Hilfe Gottes. Diese Gnade wird – niemand möge daran zweifeln ­jedem gegeben, wenn auch in unterschiedli­chem Maße. Das sage ich eigens, weil der un­endlich gute Gott zwar jedem hinreichend Gnade gibt, aber nicht allen in gleichem Maße. Hat einer eine starke Gnade erhalten, so kann er ein Werk von großer Bedeutung vollbringen, mit einer schwächeren Gnade aber nur ein kleines Werk. Wert und Vorzüglichkeit der Gnade, die Gott gibt und die der Mensch annimmt, bestimmen den geistlichen Wert unserer Werke. Diese Grundsätze sind unbestreitbar.

Durch Maria Gnade finden

4.       Alles kommt also darauf an, ein einfaches Mittel zu finden, durch das man von Gott die er­forderliche Gnade erlangt, um heilig zu werden. Ein solches Mittel will ich dir zeigen: Willst du die Gnade Gottes finden, dann musst du Maria finden! Hier die Gründe dafür:

5.       a. Nur Maria hat bei Gott Gnade gefunden sowohl für sich selbst als auch für jeden einzel­nen Menschen. Die Patriarchen, die Propheten, alle Heiligen des Alten Bundes haben diese Gnade nicht finden können.

6.       b. Maria heißt “Mutter der Gnade”, Mater gratiae, denn sie hat dem Urheber aller Gnade Sein und Leben geschenkt.

7.       c. Gott Vater, Urquell jeder vollkommenen Gabe und jeder Gnade, hat ihr seinen Sohn und damit alle seine Gnaden geschenkt. In ihm und mit ihm ist ihr Gottes Wille übergeben, meint der HEILIGE BERNHARD VON CLAIRVAUX.

8.       d. Gott hat Maria zur Schatzmeisterin, Ver­walterin und Austeilerin seiner Gnaden erwählt. Alle seine Gnaden und Gaben gehen durch ihre Hände. Sie hat eine solche Vollmacht erhalten, sagt der heilige Bernardin, dass sie die Gnaden des ewigen Vaters, die Tugenden Jesu Christi und die Gaben des Heiligen Geistes verteilt an wen sie will, wie sie will, wann sie will und wieviel sie will.

9.       e. In der Ordnung der Natur hat jedes Kind einen Vater und eine Mutter. So muss auch in der Ordnung der Gnade jedes wahre Kind der Kirche Gott zum Vater und Maria zur Mutter haben. Wenn jemand sich rühmt, Gott zum Vater zu haben, sich aber nicht als wahrhaft lie­bendes Kind Marias erweist, ist er ein Lügner: Sein Vater ist wohl eher ein Teufel.

10.  f. Weil Maria das Haupt der Gläubigen, Jesus Christus, gebildet hat, muss sie auch die zum Haupt gehörigen Glieder bilden. Das sind die wahren Christen. Denn eine Mutter bringt weder das Haupt ohne Glieder noch die Glieder ohne das Haupt zur Welt. Wer deshalb Glied Jesu Christi sein will, der voll der Gnade und Wahrheit ist, muss zulassen, dass Jesu Gnade ihn in Maria bildet. Denn Maria ist voll der Gnade Christi, damit sie sie in Fülle weitergeben kann an die wahren Glieder ihres Sohnes, die auch ihre wahren Kinder sind.

11.   g. Der Heilige Geist hat Maria, seine Braut, nie verstoßen. Nachdem er in ihr, durch sie und aus ihr sein Meisterwerk, Jesus Christus, das menschgewordene Wort, hervor gebracht hat, bringt er fortwährend auf zwar geheimnis­volle, aber doch wirkliche Weise in ihr und durch sie die wahren Christen hervor.

12.   h. Gott hat Maria eine besondere Macht über die Herzen der Menschen verliehen, damit sie sie nähre und wachsen lasse in Gott. Der HEILIGE AUGUSTINUS schreibt, dass in dieser Welt alle wahren Christen im Schoß Marias einge­schlossen sind und erst ans Licht kommen, wenn diese gütige Mutter sie zum ewigen Leben ge­biert.

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Das Weiheversprechen nach Ludwig Maria Grignion von Montfort wurde im >>> vorangegangenen Post vorgestellt.  Dort findet sich auch eine einfache Form zur Erneuerung des Gelübdes (Quelle: Legio Mariä).

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