ALLES FÜR DIE WOCHE: Evangelien und Heilige (4.Fastenwoche)

Lesejahr: A II, StB: IV. Woche

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In der 4. Fastenwoche berichtet die Heilige Schrift von verschiedenen Angriffen gegen Jesus von Nazaret. Wie kann er nur am Sabbat heilen? Kann er denn der Messias sein, der der Schrift nach aus Betlehem kommen soll? Und Jesus rühmt sich nicht selbst, sondern verweist auf den Propheten Johannes, der ihm den Weg bereitet hat, und auf Gottvater, den viele nicht zu kennen scheinen… Vergessen wir nicht: Christen sind aufgerufen, heilig zu werden! Unser Auftrag heißt „auf’s Ganze zu gehen“! Am Mittwoch begehen wir den Todestag von Johannes Paul II., der uns wiederholt zu gerufen hat: „Seid nicht mittelmäßig; Jesus entfacht in euch die Sehnsucht, aus eurem Leben etwas Großes zu machen!“

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Montag, 31. März 2014
Montag der 4. Fastenwoche

„Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank. Als er hörte, daß Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben. Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht. Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt. Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg.“ (Johannes 4,43-54).

„Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht…“ mal ganz ehrlich: Wieviele von uns wünschen sich Zeichen, Hilfen und Heilungen Gottes? Gerne gebe ich zu, dass ich nicht ganz frei bin von diesen Wünschen. Dann aber denke ich gerne an den Franzikanerpater Slavko (Medjugorje), der jahrzehntelang von Erscheinungen und Geschichten umgeben war und immer lächelnd bekannte: „Ich hatte nie Erscheiungen oder besondere Zeichen“. Er ist ein großes Vorbild, denn unser Glaube sollte ohne besondere Erwartungen auskommen, oder?

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Benjamin von Persien
Hl. Heinrich Thyssen
Hl. Cornelia
Hl. Lambert Conradi
Hl. Goswin von Citeaux
Klemens Fuhl
Hl. Bonaventura von Forli
Hl. Guido von Pomposa

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Dienstag, 1. April 2014
Dienstag der 4. Fastenwoche

„Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh! Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh? Der Geheilte wußte aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte. Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, daß es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.“ (Johannes 5,1-16).

„…weil er das an einem Sabbat getan hatte.“ Vorschriften haben zu allen Zeiten dazu eingeladen, ihre Nichtbeachtung zu ahnden; in der westlichen Welt ist die Frage des Sabbats inzwischen ganz anders zu sehen, denn Sonntagsarbeit scheint nichts Verwerfliches zu sein, wenn diese in immer mehr Ländern legalisiert wird. – Verbringen wir unsere Sonntage wirklich im Namen des Herrn?

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Agape, Hl. Irene und Hl. Chionina
Hl. Hugo von Grenoble
Hl. Cäsarius von Speyer
Hl. Cellach (Celsus)
Hl. Maria von Ägypten

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Mittwoch, 2. April 2014
Mittwoch der 4. Fastenwoche

„Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, so daß ihr staunen werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat… Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es (vom Vater) höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ (Johannes 5,17-30).

Wenn Lukas der Literaturnobelpreisträger unter den Evangelisten ist (Zitat P. Karl Wallner OCist, Heiligenkreuz), dann gebührt Johannes der Spezialpreis „Schrift der Liebe“: „…der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles , was er tut…. er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen… wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht… weil es mir (Jesus) nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ Da steckt alles darin, was wahre Liebe ausmacht: Tiefe Zuneigung, unbedingtes Vertrauen und gänzliche Hingabe. Was für ein Vorbild!

Am Todestag von Johannes Paul II. denke ich an die Worte des großen heiligen Mannes: „Jesus ist es, der in euch etwas entfacht: die Sehnsucht, aus eurem Leben etwas Großes zu machen; den Willen, einem Ideal zu folgen; die Ablehnung, euch von der Mittelmäßigkeit verschlingen zu lassen!“ (WJT 2000)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Todestag von Papst Johannes Paul II. (2005)
Hl. Franz von Paola
Hl. Eustasius
Hl. Theodora (Theodosia von Tyros)
Hl. Thetwif
Hl. Wilhelm (Vilmos)

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Donnerstag, 3. April 2014
Donnerstag der 4. Fastenwoche

„In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: : Wenn ich über mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig; ein anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß: Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig. Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt… Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?“ (Johannes 5,31-47).

„…wenn ihr die Ehre voneinander empfangt…“ Politiker zeichnen Politiker aus, Kirchenführer zeichnen Gläubige und andere Kirchenvertreter aus, Menschen aus dem Filmbusiness zeichnen Filme und Schauspieler aus – so gibt es viele alltägliche Rituale in unserer Gesellschaft. Wen von all diesen Ausgezeichneten aber würde Gott auszeichnen? Wer von ihnen, wer von uns sucht die Ehre, die von dem einen Gott kommt?

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Elisabeth Koch
Hl. Richard von Chichester
Hl. Luitbirga
Hl. Thiento
Hl. Gandolf von Binasco
Hl. Aloisius (Luigi) Scrosoppi

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Freitag, 4. April 2014
Freitag der 4. Fastenwoche

Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat.“ (Johannes 7,1-2.10.25-30).

„…er, der mich gesandt hat“. Einmal mehr bekräftigt Jesus seine Herkunft von Gott. Aber wer Gott nicht kennt, ist nun in Schwierigkeiten. Der Heilige Augustinus meint dazu:

„„Ihr wisst, woher ich stamme und ihr wisst es nicht. Ihr wisst woher ich komme: Jesus von Nazareth; ihr kennt auch meine Familie.“ Der einzige Umstand, der ihnen in diesem Zusammenhang verborgen war, war seine jungfräuliche Geburt… Sie wussten bei Jesus über alles Bescheid, was sein Menschsein ausmachte: über sein Aussehen, seine Heimat, seine Familie und den Ort seiner Geburt. Unser Herr hatte also Recht, als er sagte: “Ihr kennt mich, und wisst woher ich komme“, dem Fleisch und seiner menschlichen Gestalt nach, die er angenommen hatte.

Während er, bezogen auf die Göttlichkeit, sagte: „Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht.“ (Joh 7,28b) Doch wenn ihr ihn kennenlernen möchtet, dann glaubt an jenen, den er gesandt hat und ihr werdet ihn erkennen. Denn „Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ (Joh 1,18) Oder auch: „Niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will“(Lk 10,22b)… „Ich aber kenne ihn“: Bittet mich also darum, ihn euch zu zeigen… „Ich komme von ihm und er ist es, der mich gesandt hat“ (Joh 7,26). Wunderbare Aussage einer doppelten Wahrheit…: Der Sohn kommt aus dem Vater, und alles, was der Sohn ist, hat er von dem, dessen Sohn er ist. Aus diesem Grund bekennen wir, dass unser Herr Jesus „Gott von Gott“ (Credo) ist, während wir den Vater … ganz einfach Gott nennen. Wir bekennen auch, dass unser Herr Jesus „Licht von Licht“ ist, während wir den Vater … ganz einfach Licht nennen. Das also bedeuten die Worte: „Ich komme von ihm.““

(Hl. Augustinus, Predigten zum Johannesevangelium, Nr. 31, 3-4)

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Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Isidor
Hl. Heinrich Richter
Hl. Benedikt der Mohr
Hl. Konrad von Schwaben
Sel. Francisco Marto

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Samstag, 5. April 2014
Samstag der 4. Fastenwoche

„In jener Zeit sagten einige aus dem Volk , als sie diese Worte hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Er ist der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David lebte? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge.“ (Johannes 7,40-53)

Jesus hat zu seiner Zeit polarisiert – und unser Glaube ist nicht ganz so einfach, heute nicht, zu keiner Zeit! Andererseits hat uns „Jesus von Nazaret und Gott“ überwältigende Zeugnisse beschert und ein wahrhaft heiliges Erbe hinterlassen. Dazu hören wir den heiligen Johannes vom Kreuz:

„Gott könnte zu uns sagen: „Da ich alles durch mein Wort, meinen Sohn, verkündet habe, kann ich dir nichts mehr antworten, nichts mehr enthüllen, denn ich habe ihn euch zum Bruder, Wegbegleiter, Herrn, Erbteil und Lohn gegeben: ‚Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe. Auf ihn sollt ihr hören‘ (Mt 17,5)…

Wenn du also aus meinem Mund ein Wort des Trostes hören willst, dann blicke auf meinen Sohn, der mir gehorsam ist und der sich aus Liebe der Demütigung übergeben hat und dem Leiden. Du wirst sehen, was er dir antworten wird. Wenn du willst, dass ich dir verborgene Dinge oder Ereignisse aufdecke, blicke nur auf ihn und du wirst, in ihm verschlossen, tiefste Geheimnisse finden, Weisheit und Wundertaten Gottes, nach dem Wort des Apostels: ‚In ihm, dem Sohn Gottes, sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen‘ (Kol 2,3). Diese Schätze der Weisheit werden für dich erhabener, kraftvoller und nützlicher sein als alles, was du sonstwo lernen könntest. Deshalb rühmt sich derselbe Apostel, ‚nichts anderes zu kennen als Jesus, den Gekreuzigten‘ (vgl. 1 Kor 2,2). Wenn du nach Visionen oder Weissagungen verlangst, göttlichen oder fleischlichen, dann blicke auf ihn, den menschgewordenen Gott, und du wirst das finden, was alle deine Gedanken übersteigt, denn der Apostel Paulus sagt weiter: ‚Denn in ihm allein wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes‘ (Kol 2,9).

Es ist also nicht mehr vonnöten, Gott wie einst zu fragen, und es ist nicht mehr nötig, dass er spricht, denn der gesamte Glaube an Christus wurde geoffenbart. Es gibt keinen Glauben mehr, der zu offenbaren wäre, niemals mehr.

(Hl. Johannes vom Kreuz, Der Aufstieg zum Karmel, II, Kap. 22)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Vinzenz Ferrer
Hl. Maria Kreszentia Höß von Kaufbeuren
Hl. Katharina Thomás
Hl. Juliana von Mont Cornillon

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Sonntag, 6. April 2014
5. Fastensonntag

An dieser Stelle freuen wir uns auf eine Deutung des Sonntagsevangeliums durch Josef Bordat. Sein Text wird wie immer ab Freitag Nachmittag online sein!

Link zu den Bibeltexten des Tages

Hl. Petrus von Verona
Hl. Wilhelm von Aebelholt
Sel. Michele Rua
Hl. Galla von Rom
Hl. Notker I. Balbulus

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