ALLES FÜR DIE WOCHE: Evangelien + Heilige (Karwoche)

Lesejahr: A II, StB: II. Woche

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KARWOCHE: Abendmahl, Kreuzestod und Auferstehung Jesu gehören eng zusammen. Daher feierte man bis zum 4. Jahrhundert in der Osternacht alle drei Ereignisse in der Osternacht, der Nacht zum Ostersonntag, an einem einzigen Tag; heute feiert man drei Tage von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn ab Gründonnerstag. Augustinus sprach im 5. Jahrhundert vom heiligen „Triduum des gekreuzigten, begrabenen und auferstandenen Christus“. 

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Karwoche


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Montag, 14. April 2014
Montag der Karwoche

„Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte: Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte. Jesus erwiderte: Laß sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue. Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch.“ (Johannes 12,1-11)

Ein guter Freund meinte einmal: Johannes schrieb das Evangelium der Liebe. Inzwischen teile ich seine Ansicht, und die vorliegende Evangelienstelle ist eine von vielen, die als Belege dienen können. Im Vordergrund steht zunächst Maria, die Jesu Füße salbt (tätige, demütige  Liebe). Dabei spielt sich Judas Iskariot als „populistischer Retter der Armen“ auf (verräterische Liebe). Jesus, der den Verrat des Judas ahnt, bleibt ruhig (sanftmütige Liebe) und lässt Maria gewähren (annehmende Liebe).

Liebe ist mit höchster Wahrscheinlichkeit die komplexeste Handlung, zu der der Mensch fähig werden kann – im Ebenbild Gottes, der die Liebe selbst ist. An die Liebe zu denken, sie aktiv zu zeigen, mit Sanftmut und Demut, und andererseits die Liebe der Nächsten liebevoll und demütig anzunehmen, alles mit Beharrlichkeit und Selbstlosigkeit; wer all dies im Namen des Herrn zu vollbringen lernt, ist auf dem Weg der Heiligkeit: Dies scheint mir ein wichtiges Vermächtnis des Johannes-Evangeliums, das uns im Namen und Geist Gottes hinterlassen wurde.

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Ernestine
Hl. Hadwig von Meer
Hl. Lidwina
Hl. Bernhard von Tiron
Hl. Assicus (Asacus, Tassach)
Hl. Tiburtius von Rom

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Dienstag, 15. April 2014
Dienstag der Karwoche

„Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.“ (13,21-33.36-38).

Bleiben wir beim „Evangelium der Liebe“. Zu Liebe, Freundschaft und viel mehr noch zur Ehe gehört es, dass diese nicht einfach von einem Tag auf den anderen aufgekündigt werden. Wie liebevoll Jesus die Jünger immer wieder auf Sein „Weggehen“ vorbereitet! Und wie sehr ER es auf den Punkt bringt: „Dorthin könnt ihr nicht gelangen“. Am Schluß des Tagesevangeliums offenbart Jesus Seine barmherzige Liebe: „Du [Petrus] willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Huna
Hl. Nidgar von Augsburg
Hl. Waltmann
Sel. Cäsar von Bus

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Mittwoch, 16. April 2014
Mittwoch der Karwoche

„Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.“ (Matthäus 26,14-25).

Jesus bereitet die Jünger nicht nur auf den Abschied vor, sondern auch auf den Verrat, der an IHM begangen wird:

Zwischen dem Meister und seinen Jüngern bestand also eine gegenseitige Zuneigung, eine tiefe Sympathie. Es war jedoch sein Wille, dass seine Freunde ihn verlassen, ihn allein lassen sollten – ein wirklich bewundernswerter Wille. Einer verriet ihn, ein anderer verleugnete ihn; die übrigen flohen und ließen ihn in den Händen seiner Feinde zurück… Er war also allein, als er in die Kelter stieg. Jesus, allmächtig und selig, in seiner Seele erfüllt von aller Glorie der göttlichen Natur, wollte seine Seele wirklich allen Schwächen der menschlichen Natur aussetzen. Wie er sich an der Freundschaft der Seinen erfreute, so nahm er die tiefe Betrübnis an, von ihnen im Stich gelassen zu sein. Und als er das wollte, entschied er sich dafür, dem Licht der Gegenwart Gottes zu entsagen. „

(Sel. John Henry Newman, Meditationen und Gebete, Teil III, 2, 2 „Our Lord refuses sympathy“, §15)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Benedikt Josef Labre
Hl. Bernadette Soubirous
Hl. Drogo (Drago)
Hl. Magnus von Schottland

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Donnerstag, 17. April 2014
GRÜNDONNERSTAG

„Jesus, der wußte, daß ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und daß er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goß er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wußte nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe?
Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müßt auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“
(Johannes 13,1-15).

Viele werden sich an die Geste von Papst Franziskus erinnern, der am Gründonnerstag 2013 Gefängnishäftlingen die Füße wusch. „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“, sagt Jesus, und es bleibt jedem von uns überlassen, wie er/sie IHM nachfolgt. Vielleicht könnten wir in unseren Familien anfangen, diesem Beispiel zu folgen (Vater wäscht die Füße seiner Familienangehörigen, oder Tochter/Sohn gehen mit gutem Beispiel voran…).

MEHR ZUM GRÜNDONNERSTAG gibt es auf diesem Blog am Tag selbst.

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Eberhard von Obermarchtal
Max Joseph Metzger
Hl. Katharina (Kateri) Tekakwitha
Hl. Wando
Hl. Elias von Córdoba
Hl. Hermann der Deutsche
Hl. Robert von Cîteaux (von Molesme)
Hl. Gerwin

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Freitag, 18. April 2014
KARFREITAG

Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf hebräisch Golgota heißt. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus. Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefaßt. Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern daß er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus. Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wußte, daß nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.“ (Johannes 18,1-40.19,1-42).

Auch am Karfreitag lohnt es sich, dem Evangelium der Liebe auf der Spur zu bleiben. In der Aussage Jesu „Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter!“ finden wir gleich zwei Zeugnisse der fürsorglichen Liebe: Zum einen wird uns Maria als Mutter der Kirche geschenkt, und zum anderem wird die Mutter in die Obhut des Jüngers gegeben. Schließlich ist die Szene mit dem Essigschwamm ein kaum fassbares Zeugnis der demütigen Liebe, gemäß den Worten von Monsignore Leo Maasburg:

Dieser Durst Jesu selbst im größten Leiden am Kreuz ist ein Kernpunkt christlicher Erkenntnis. So nimmt Jesus am Kreuz den Schwamm mit Essig an. Wozu diente der Kübel mit Essig bei den Hinrichtungen? In dieser Essigbrühe wuschen sich die Soldaten die Hände; es ging um Desinfektion, es ging um den Schutz vor ansteckenden Krankheiten. Es ist eine zutiefst berührende Tat der Demut: Was Christus am Kreuz und in diesem Moment tut, ist das bewusste Annehmen von menschlicher Gewalt, von Hochmut und Abschaum – in Liebe zum Vater und zu uns Menschen.“

Einmal mehr trifft Pater Leo mit seinen Betrachtungen mitten ins Herz…

MEHR ZUM KARFREITAG gibt es auf diesem Blog am Tag selbst.

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Wikterp
Hl. Ursmar von Lobbes
Sel. Marie von der Menschwerdung
Hl. Herluka von Bernried
Sel. Idesbald von Dünen
Hl. Pusei
Hl. Aya von Mons

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Samstag, 19. April 2014
KARSAMSTAG

„Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen wie tot zu Boden. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.“ (Matthäus 28,1-10)

Wie ein Satz alles auf den Punkt bringen kann: Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.Was kann man diesen Worten des Engels schon hinzufügen? Andererseits: Ist nicht gerade dieser Tag zum Hören, Gedenken und Schweigen angetan?

MEHR ZUM KARSAMSTAG gibt es auf diesem Blog am Tag selbst.

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Leo IX.
Hl. Autbert von Corvey
Hl. Friedrich von Livland
Hl. Gerold der Einsiedler
Sel. Marcel Callo

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Sonntag, 20. April 2014
HOCHFEST DER AUFERSTEHUNG DES HERRN (OSTERSONNTAG)

An dieser Stelle freuen wir uns auf eine Deutung des Sonntagsevangeliums durch Josef Bordat. Sein Text wird wie immer ab Freitag Nachmittag online sein!

Link zu den Bibeltexten des Tages

Hl. Hildegund von Schönau
Hl. Odette
Hl. Wilhelm von Windberg
Hl. Anicetus
Hl. Wiho von Osnabrück

MEHR ZUM OSTERSONNTAG gibt es auf diesem Blog am Tag selbst.

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