Abendmahlmesse: „Das ist das Erbe Jesu für uns“

Vatikan

Jesus hat sich selbst zum Diener gemacht und das Erbe, das er uns hinterlässt ist es, füreinander Diener zu sein. Dieser Satz ist das Herzstück dessen, was Papst Franziskus am Donnerstag Abend während seiner frei gehaltenen kurzen Predigt zur Messe vom Letzten Abendmahl sagte. Er feierte sie in der Kapelle des Reha-Zentrums „Santa Maria della Provvidenza“ der Stiftung Don Gnochi in Rom und setzte damit seine aus Buenos Aires mitgebrachte Tradition fort, zu dieser Messfeier zu Menschen zu gehen, die am Rande der Gesellschaft, an der Peripherie leben. Das Zentrum besteht für Menschen mit Behinderung, die besonderer Fürsorge bedürfen. Im vergangenen Jahr war der Papst zum Beginn der österlichen Tage in einem Jugendarrest gewesen.

Den Ritus der Fußwaschung vollzog der Papst an zwölf Menschen verschiedenen Alters, verschiedener Konfession und Religion. Er kniete sich nieder, nachdem er – auch das ungewöhnlich – die Stola eines Diakons angelegt hatte, Zeichen des Tischdienstes bei der Liturgie. Er wusch und Küsste die Füße der Menschen in Erinnerung an das, was Jesus für seine zwölf getan und was er ihnen zu tun aufgetragen hatte.

„Wir haben gehört, was Jesus während des Letzten Abendmahles getan hat: Es ist eine Geste des Abschiedes. Und als Erbe hinterlässt er diese Geste uns. Er ist Gott und hat sich zum Knecht gemacht, zu unserem Diener. Das ist das Erbe: Auch ihr sollt einander dienen. Er ist diesen Weg aus Liebe gegangen: Auch ihr sollt euch gegenseitig lieben und aus Liebe Diener sein. Das ist das Erbe, dass Jesus uns hinterlässt.“

Diese zwölf standen für alle, die in den insgesamt 29 Zentren der Stiftung in ganz Italien Hilfe bekommen. Osvaldinho von den Kapverdischen Inseln war dabei: Er braucht nach einem Tauchunfall im Meer einen Rollstuhl. Pietro und Angelica waren die ältesten, sie sind 86 Jahre alt. Walter hat das Down-Syndrom und Giordana aus Äthiopien hat spastische Lähmung. Hamed schließlich, ein Muslim aus Libyen, hat nach einem Autounfall schwere nervliche Schäden davon getragen und ist in dem Zentrum zur Rehabilitation. „Ich kenne dieses Institut sei 40 Jahren“, berichtet Samuel, einer der zwölf, denen der Papst die Füße wusch, „zuerst als Gast, jetzt als Mitarbeiter. Ich habe hier schöne und schwere Momente erlebt. Aber das, was wir heute erlebt haben, ist unbeschreiblich.“ Und Giordana berichtet, dass sie diesen Moment als Einladung empfunden habe, die Hoffnung für ihre Gefährten im Leiden nicht aufzugeben.

„Und er macht diese Geste des Füße-Waschens, die eine symbolische Geste ist: Das machen normalerweise die Sklaven, die Knechte für die Tischgäste, denen, die zum Mittagessen oder zum Abendessen eingeladen sind, weil zu jener Zeit die Straßen aus Erde bestanden und wenn sie ins haus kamen war es nötig, die Füße zu waschen.
Und Jesus macht eine Geste, einen Dienst, einen Sklavendienst, den eines Knechtes. Und das hinterlässt er uns als Erbe. Wir müssen einander Diener sein. Und deswegen macht die Kirche, wenn sie sich heute an das Letzte Abendmahl erinnert, bei dem Jesus die Eucharistie eingesetzt hat, während der Feier auch diese Geste der Fußwaschung, die uns daran erinnert, dass wir füreinander Diener sein sollen.“

An der Messfeier nahmen neben den Gästen in diesem Zentrum ihre Familien, die Mitarbeiter und Ehrenamtliche Helfer teil, insgesamt etwa 500 Menschen, die teilweise von außerhalb der Kapelle der Messe folgten.

„Und jetzt mache ich diese Geste, aber wir alle, in unserem Herzen, sollen an die anderen denken und an die Liebe, von der Jesus sagt, dass wir sie füreinander haben sollen. Und denken wir auch daran, wie wir noch besser den Anderen dienen können. Denn das hat Jesus von uns gewollt.“

Zum Abschluss der Messe begrüßte der Papst jeden einzelnen der Gäste des Zentrums und bedankte sich für ihre Geduld, ihren Glauben, vor allem aber für ihr Zeugnis der Hoffnung. Tränen wurden vergossen, als der Papst alle Gäste begrüßte, aber es war kein Augenblick der Trauer, sondern der Hoffnung für alle. Der auferstandene Herr wird zu euch kommen, so der Papst, euch trösten und immer unter euch sein.

(Papst Franziskus am 17. April 2014, Quelle: Radio Vatikan)
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