ALLES FÜR DIE WOCHE: Evangelien und Heilige (6.Osterwoche)

Lesejahr: A II, StB: II. Woche

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Auch diese Woche werden sich Gläubige als Sünder erleben, doch wenn nur ein einziger Mensch die Evangelien dieser Tage beherzigte: „Ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid… Es ist gut für euch, daß ich fortgehe… [der Geist] wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden… [Im Geist] bin [ich] bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt… So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude… Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.“ Wenn auch nur ein Einziger diese Botschaften beherzigt, wird das Gottesreich ein Stück näher gekommen sein…

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Montag, 26. Mai 2014
Montag der 6. Osterwoche

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.
Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid.
Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt.
Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten.
Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.
Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert.“
(Johannes 15,26-27.16,1-4a).

Jesus liebt die Menschen, das lässt auch diese Bibelstelle klar erkennen. Sein göttliches Wort nimmt Künftiges vorweg…

„Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen“ (Röm 12,1). Mit dieser Aufforderung adelt der Apostel Paulus alle Menschen zu Teilnehmern am Priestertum… Der Mensch sucht nicht außerhalb seiner, was er Gott überreichen will, sondern trägt mit und in sich das herbei, was er – zu seinem eigenen Nutzen – Gott opfern will… „Ich ermahne euch angesichts des Erbarmens Gottes.“ Dieses Opfer, Brüder, vollzieht sich nach dem Bild Christi, der hienieden seinen Leib geopfert und sein Leben für das Leben der Welt hingegeben hat. Er hat in Wahrheit seinen Leib zu einer lebendigen Opfergabe gemacht, er, der noch lebt, nachdem er den Tod erlitten hat. In diesem großen Opfer ist der Tod vernichtet, getilgt durch dieses Opfer… Deshalb ist die Todesstunde der Märtyrer ihre Geburtsstunde, mit dem Lebensende beginnt ihr Leben. Sie leben, wenn sie getötet werden, und ihr Leben erstrahlt im Himmel, wenn man es auf Erden erloschen glaubt…

[…]

Opfere auf deinen Glauben, um den Unglauben zu zügeln; opfere auf dein Fasten, um deiner Essgier ein Ende zu setzen; opfere auf deine Keuschheit, damit deine Sinnlichkeit abstirbt; sei glühend im Glauben, damit deine Bosheit weicht; übe Werke der Barmherzigkeit, damit dein Geiz ein Ende hat. Und um deine Torheit zu beseitigen, opfere deine Heiligkeit auf. So wird dein Leben zu einer Opfergabe, sofern es keine Verletzung durch die Sünde erfahren hat. Dein Leib lebt, ja, er lebt jedes Mal, wenn du das Böse in dir sterben lässt und Gott lebendige Tugenden aufopferst.

(Hl. Petrus Chrysologus [um 406 – 450], Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer, Predigt 108; PL 52, 499)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Philipp Neri
Hl. Alwin
Hl. Maria Anna von Jesus
Hl. Godo von Oyes
Hl. Regintrud
Hl. Eleutherus

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Dienstag, 27. Mai 2014
Dienstag der 6. Osterwoche

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du?
Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe.
Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.
Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist;
Sünde: daß sie nicht an mich glauben;
Gerechtigkeit: daß ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;
Gericht: daß der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.“
(Johannes 16,5-11).

Christus ist jetzt wirklich bei uns, auf welche Weise auch immer. Er sagt es selber: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20)… Ihr könntet euch das so erklären: „Christus ist wiedergekommen, aber im Geist; an seiner Stelle ist sein Geist gekommen. Und wenn man sagt, dass Christus bei uns ist, so bedeutet das lediglich, dass sein Geist bei uns ist.“ Es kann gewiss niemand leugnen… dass der Heilige Geist herabgekommen ist. Aber wozu ist er gekommen? Etwa um den abwesenden Christus zu ersetzen oder um dessen Anwesenheit zu vervollständigen? Mit Sicherheit: um ihn gegenwärtig zu setzen. Halten wir auch nicht einen Augenblick an der Vorstellung fest, Gott Heiliger Geist könnte in einer Weise kommen, dass Gott Sohn fern bleibt! Nein, der Heilige Geist ist nicht gekommen, damit Christus nicht kommt, vielmehr: damit Christus im Kommen des Geistes kommen kann. Durch den Heiligen Geist treten wir in Verbindung mit dem Vater und dem Sohn… Der hl. Paulus schreibt: „In Christus werden wir in den Bau eingefügt, um im Geiste zu einer Wohnung Gottes erbaut zu werden“… und „er möge euch gewähren, dass ihr in eurem Inneren durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt, damit Christus durch den Glauben in euern Herzen wohne“ (Eph 2,22; 3,16f). Der Heilige Geist bewirkt, dass Christus im Herzen Wohnung nimmt, und der Glaube heißt den Gast willkommen. So nimmt der Heilige Geist nicht den Platz Christi in der Seele ein, sondern er sichert Christus diesen Platz…

Der Heilige Geist also kommt in seiner Güte zu uns, damit Christus zu uns kommen kann, nicht materiell oder sichtbar, vielmehr geht er in uns ein. Und auf diese Weise ist er zugleich gegenwärtig und abwesend: abwesend dadurch, dass er die Erde verlassen hat, gegenwärtig dadurch, dass er die gläubige Seele nicht verlassen hat. Er sagt ja selber: „Die Welt sieht mich nicht mehr, ihr aber seht mich“ (Joh 14,19).“

(Sel. John Henry Newman [1801-1890], Predigt: „Die geistige Gegenwart Christi in der Kirche“, PPS, Bd. 6, Nr. 10)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Augustinus von Canterbury
Hl. Bruno von Würzburg
Hl. Friedrich von Lüttich

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Mittwoch, 28. Mai 2014
Mittwoch der 6. Osterwoche

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.
Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.“
(Johannes 15,1-8).

Was unser Geist, das heißt unsere Seele, für unsere Glieder ist, das ist der Heilige Geist für die Glieder Christi, für den Leib Christi, die Kirche“ (Augustinus, serm. 267,4)… Der Heilige Geist macht die Kirche zum „Tempel des lebendigen Gottes“ (2 Kor 6, 16) [Vgl. 1 Kor 3, 16-17; Eph 2,21] „Dieses göttliche Geschenk ist der Kirche anvertraut … In ihr ist niedergelegt die Gemeinschaft mit Christus, das heißt der Heilige Geist, das Angeld der Unverweslichkeit, die Befestigung unseres Glaubens, die Himmelsleiter zu Gott. Wo die Kirche, da ist auch der Geist Gottes; und wo der Geist Gottes, dort ist die Kirche und alle Gnade“ (Irenäus, hier. 3,24,1).

Der Heilige Geist… bewirkt auf vielfältige Weise die Auferbauung des ganzen Leibes in der Liebe [Vgl. Eph 4,16]: durch das Wort Gottes,… durch die Taufe, durch die er den Leib Christi bildet [Vgl. 1 Kor 12,13]; durch diejenigen Sakramente, die den Gliedern Christi Wachstum und Heilung geben; durch die „Gnade der Apostel„, die unter den Gnadengaben „hervorragt“ (LG 7); durch die Tugenden, die das gute Handeln bewirken; durch die vielfältigen besonderen Gaben, die sogenannten Charismen, durch die er die Gläubigen „geeignet und bereit macht, verschiedene für die Erneuerung und den weiteren Aufbau der Kirche nützliche Werke und Dienste zu übernehmen“ (LG 12) Die Charismen, ob außergewöhnlich oder schlicht und bescheiden, sind Gnadengaben des Heiligen Geistes, die direkt oder indirekt der Kirche dienen: sie sind zum Aufbau der Kirche, zum Wohl der Menschen und für die Nöte der Welt geschenkt.“

(Katechismus der Katholischen Kirche, § 797-799)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Germanus von Paris
Hl. Wilhelm von Gellone
Hl. Rudhard
Hl. Thietland
Hl. Margareta Pole
Hl. Lanfranc

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Donnerstag, 29. Mai 2014
Donnerstag der 6. Osterwoche

„In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“
(Matthäus 28,16-20).

Er, der auf die Erde herabgekommen ist – er allein weiß, wie,hat, als er sie wieder verließ – wie? Er allein weiß esdie, die er liebte, mit auf einen Berg genommen… um sie an Verstand und Geist zu erheben… Der Herr breitete seine Arme wie Schwingen aus und bedeckte, wie ein Adler, das sorgsam behütete Nest (Dtn 32,11) und sagte zu seinen Jüngern: „Ich habe euch mit meinem Schatten gegen alles Böse beschützt (Ps 91,1): liebt mich, wie ich euch geliebt habe. Ich lasse euch nicht allein: ich bin bei euch, und wer ist dann gegen euch“ (vgl. Mt 28,20; Röm 8,31)…

Der Herr fügte den Aposteln mit diesen Worten großen Schmerz zu. Vielleicht weinten sie sogar und fragten: „Du gehst fort von uns, du lässt die allein, die dich lieben?… Das macht uns Angst, denn wir wollen immer bei dir sein. Wir suchen dein Angesicht…; du bist der Herr und sonst niemand (Ps 27,8; Jes 45,5). Geh nicht fort von denen, die dich lieben, bleib bei uns und sag: Ich lasse euch nicht allein: ich bin mit euch, und wer ist dann gegen euch…“

Der Her vernahm die Klagen derer, die ihn liebten, und tröstete sie wie ein Vater seine Söhne tröstet: „Weint nicht, meine Freunde, denn jetzt ist nicht die Zeit der Tränen… Es ist die Stunde meiner Freude: um heimzugehen zu meinem Vater, nehme ich die Flügel und ruhe dann in meinem Zelt (Ps 139,9). Ich habe aus dem Firmament ein Zelt gemacht…, wie Jesaja gesagt hat: Wie einen Schleier spannt Gott den Himmel aus, er breitet ihn aus wie ein Zelt zum Wohnen (Jes 40,22). Gott hat zu den Seinen gesagt: Ich lasse euch nicht allein: ich bin mit euch, und wer ist dann gegen euch?“

Seid jetzt also fröhlich und strahlt vor Freude, macht ein fröhliches Gesicht, singt ein neues Lied (Ps 98,1); denn alles, was geschehen wird, geschieht für euch. Aus Liebe zu euch bin ich hierher herabgekommen und überallhin gegangen, um euch Freude zu machen und um von euch aufgenommen zu werden. Und eben aus Liebe zu euch kehre ich in den Himmel zurück, um den Platz zu bereiten, wo ich mit euch sein soll: denn „im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen“ (Joh 14,2)… Ich gehe also, um euch eine Wohnung zu bereiten und euch darin aufzunehmen, und ich lasse euch nicht allein: ich bin bei euch, und keiner wird sich gegen euch stellen.“

(Hl. Romanos Melodos [? – um 560], Hymnendichter, Hymnus 48, Die Himmelfahrt, 2-4, 7-8; SC 283)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Maximin
Hll. Sisinnius, Martyrius und Alexander
Hl. Bona von Pisa
Hl. Irmtrud von Dietkirchen
Hl. Walram von Baudemont
Hl. Ursula (Julia Maria) Gräfin Ledóchowska
Hl. Erbin von Cornwall

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Freitag, 30. Mai 2014
Freitag der 6. Osterwoche

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln.
Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, daß ein Mensch zur Welt gekommen ist.
So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude.
An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.“
(Johannes 16,20-23a).

Sie gehen hin unter Tränen und tragen den Samen zur Aussaat.Werden sie denn ständig weinen? Gewiss nicht: „Sie kommen wieder mit Jubel und bringen ihre Garben ein“ (Ps 126,6). Und sie werden sich zu Recht freuen, da sie Ruhmesgarben tragen werden. Aber, werdet ihr sagen, das geschieht erst am jüngsten Tag, bei der Auferstehung, und wir müssen noch sehr lange darauf warten. Lasst den Mut nicht sinken, überlasst euch nicht derlei kindischen Gedanken! In der Wartezeit bekommt ihr „als ersten Anteil (am verheißenen Heil) den Geist“ (2 Kor 1,22), in dem Maße, dass ihr heute schon in Freude ernten könnt. Sät in Gerechtigkeit, sagt der Herr, und erntet die Hoffnung auf das Leben. Er vertröstet euch nicht auf den letzten Tag, an dem ihr alles wirklich bekommt und nicht mehr nur zu hoffen braucht. Er spricht von der Gegenwart. Wenn das wahre Leben beginnt, wird unsere Freude mit Gewissheit groß sein und unser Jubel grenzenlos. Aber die Hoffnung auf eine solch große Freude geht doch jetzt schon einher mit Freude.

(Hl. Bernhard von Clairvaux [1090 – 1153], Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer, Homilien zum Hohenlied der Liebe, Nr. 37)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Ferdinand III.
Hl. Johanna von Orléans
Hl. Zdislawa
Hl. Hubertus von Lüttich
Hl. Basilius der Ältere und Emmelia
Sel. Otto Neururer
Hl. Reinhild von Westerkappeln

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Samstag, 31. Mai 2014
Samstag der 6. Osterwoche

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben.
Bis jetzt habt ihr noch nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.
Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde.
An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, daß ich den Vater für euch bitten werde;
denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen bin.
Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.“
(Johannes 16,23b-28)

„Immer, wenn ich über das Gebet spreche, meine ich, in eurem Herzen – und auch in meinem Herzen – ein paar menschliche Gedanken zu hören: Das habe ich schon oft gehört. Wie kommt es, dass wir, während wir nie aufhören, zu beten, es so selten erleben, dass die Frucht des Gebets erscheint? Wir haben den Eindruck, vom Gebet genauso zurückzukommen, wie wir hineingegangen sind; niemand antwortet uns ein Wort, keiner gibt uns etwas; wir scheinen uns vergeblich gemüht zu haben. Aber wie sagt der Herr im Evangelium? „Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern fällt ein gerechtes Urteil“ (Joh 7,24). Was ist ein gerechtes Urteil, wenn nicht das Urteil des Glaubens? Denn „der Gerechte lebt durch den Glauben“ (Gal 3,11). Folge also dem Urteil des Glaubens mehr als deiner Erfahrung, denn der Glaube irrt nicht, während die Erfahrung in die Irre führen kann.

Und welches ist die Wahrheit des Glaubens, wenn nicht jene, die der Sohn Gottes selbst verspricht: „Was auch immer ihr im Gebet erbittet, glaubt nur, dass ihr es empfangen werdet, und es wird euch zuteil werden“ (Markus 11,24). Dass also keiner von euch, Brüder, sein Gebet für etwas Geringes hält! Denn ich versichere euch, derjenige, an den es gerichtet ist, hält es nicht für etwas Geringes; noch bevor es unseren Mund verlässt, lässt er es in sein Buch schreiben. Ohne den geringsten Zweifel können wir sicher sein, dass Gott uns gibt, worum wir ihn bitten, oder er wird uns etwas geben, von dem er weiß, dass es vorteilhafter für uns ist. Denn „wir wissen nicht, wie wir beten sollen“ (Röm 8,26), aber Gott hat Erbarmen mit unserer Unwissenheit und vergilt unser Gebet mit Güte… Also, „freu dich innig am Herrn, dann gibt er dir, was dein Herz begehrt„(Psalm 36,4).“

(Hl. Bernhard von Clairvaux (1090 – 1153), Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer, Fastenpredigten Nr.5,5)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Helmtrud (Hiltrud)
Hl. Mechthildis von Dießen
Hl. Felix von Nicosia
Hl. Aldo
Hl. Fulco
Hl. Petronilla
Hl. Sigewin
Hl. Hermann von Marienstatt

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Sonntag, 01. Juni 2014
7. Sonntag in der Osterzeit

An dieser Stelle freuen wir uns auf eine Deutung des Sonntagsevangeliums durch Josef Bordat. Sein Text wird wie immer ab Freitag Nachmittag online sein!

Link zu den Bibeltexten des Tages

Hl. Pamphilius
Agnes Ellenberger
Hl. Justin
Hl. Simeon von Trier
Hl. Zeno von Alexandria
Hl. Hortensia
Hl. Luitgard von Birsina
Hl. Ronan

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Quellenhinweis: Kommentare der Heiligen via Evangelium Tag für Tag

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