„Gebt ihr ihnen zu essen!“ (Ev. vom 18. So im JK)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Als Jesus all das hörte, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns. Darauf antwortete er: Bringt sie her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die übrig gebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren etwa fünftausend Männer, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.

(Mt 14, 13-21)

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Ausbreitung der Liebe

Die so genannte Speisung der Fünftausend ist eine Wundererzählung, die in allen vier Evangelien vorkommt, nicht nur bei den drei Synoptikern Matthäus, Markus und Lukas, sondern auch bei Johannes, der das Wunder der Brotvermehrung in die Nähe des Paschafestes rückt und es so mit dem Letzten Abendmahl verbindet, das Jesus mit den Aposteln begeht.

Jesus gibt sich letztlich selbst, als Brot des Lebens, insofern passt der Bezug zum Letzten Abendmahl, den Johannes herstellt, sehr gut. Und so wie Jesus damals seine Jünger aufforderte, das Brot an die Leute auszuteilen, so fordert Er die Kirche, also uns alle, heute auf, die Gabe, die Er selbst ist, an die Leute auszuteilen: „Gebt ihr ihnen zu essen!“

Zu essen geben – das meint dann eben nicht in erster Linie materielle Hilfe, dass man etwa eine Spende an Misereor macht oder an Brot für die Welt, sondern spirituelle Hilfe, dass man also an die seelisch hungrigen Menschen austeilt, in Wien oder Berlin, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, wo auch immer. Kein Brot, kein Fisch, auch keine Fischbrötchen, sondern die Liebe Jesu, die sich in der Hinwendung zum Nächsten zeigt, gerade auch dann, wenn uns dieser Nächste fremd ist und fern steht.

Die Erzählung vom Brotwunder macht Hoffnung, dass sich diese Liebe dann ausbreitet und am Ende sogar noch ein Überschuss zu uns zurückkommt.

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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