ALLES FÜR DIE WOCHE: Evangelien + Heilige (25.Woche im JK)

Lesejahr: A II, StB: I. Woche

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Die (menschliche) Liebe findet sich nicht damit ab, das nicht sehen zu können, was sie liebt… schreibt der hl. Petrus Chrysologus im 5. Jahrhundert, und daran hat sich bis heute wohl nichts geändert. Wenn nun die menschliche Seele nicht darauf verzichten will, den geliebten Menschen zu sehen, wie soll dann der gläubige Mensch damit fertig werden, Jesus nicht zu sehen? Im Dienstagsevangelium sind es die „Eltern“ Jesu, die Ihn sehen wollen; im Donnerstagsevangelium ist es Herodes (!), der Ihn zu sehen wünscht; Reiche und Arme, alle wollen sie Jesus sehen… An dieser Stelle könnte man tröstend einwenden, dass Jesus das Sehen gar nicht so wichtig war, jedenfalls nicht das physische Sehen; erinnern wir uns daran, dass er den Diener heilt, für den der Hauptmann bittet; erinnern wir uns daran, wie Lazarus im Sterben liegt und Jesus es nicht eilig hat, zu ihm zu gehen. Jesus lehrt uns vielmehr, das zu versuchen, was Seine göttliche Natur auf wunderbare Art vorgezeigt hat: Mit dem Herzen zu sehen.

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Montag, 22. September 2014
Montag der 25. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit sprach Jesus: Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt. Gebt also acht, daß ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.“ (Lukas 8,16-18).

„„Niemand zündet ein Licht an und stellt es unter das Bett.“ Mit diesen Worten hält Jesus seine Jünger dazu an, ein untadeliges Leben zu führen, und rät ihnen, ständig über sich zu wachen, da sie, wie Wettkämpfer in der Arena, zum Schauspiel für die ganz Welt geworden sind (1 Kor 4,9). Er verkündet ihnen: „Sagt euch nicht: Jetzt können wir uns zu Ruhe setzen, wir sind in einem kleinen Winkel der Welt verborgen. Denn ihr werdet von allen Menschen gesehen werden, wie eine Stadt, die auf einem Berge liegt (Mt 5,14), wie in einem Haus ein Licht, das man auf einen Leuchter gestellt hat… Ich habe eure Fackel zum Brennen gebracht, ihr müsst sie am Brennen halten, nicht nur zu eurem persönlichen Vorteil, sondern auch im Interesse all derer, die das Licht sehen und durch dieses Licht zur Wahrheit geführt werden. Die schlimmsten Bosheiten werden euer Licht nicht verdunkeln können, wenn ihr wachsam seid als Menschen, die dazu berufen sind, die ganze Welt zum Guten zu führen. Euer Leben muss der Heiligkeit eures Dienstes entsprechen, damit die Gnade Gottes überall verkündet werden kann.“   “
(Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345 – 407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilien zum Evangelium nach Matthäus, Nr. 15)

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Hl. Mauritius
Hl. Emmeram
Hl. Gunthildis
Hl. Liutrud
Hl. Ignatius von Santhiá

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Dienstag, 23. September 2014
Dienstag der 25. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.“ (Lukas 8,19-21).

Jeder gläubige Mensch, sagt der hl. Isaak von Stella, ist auf seine Art „Gemahlin des Wortes Gottes, Mutter, Tochter, Schwester und Bruder Christi… Selbst die Weisheit Gottes, das Wort des Vaters bezeichnet sowohl die Kirche ganz allgemein, als auch in einem sehr speziellen Sinn Maria, und jede gläubige Seele im Besonderen. Die Schrift sagt: „Ich fasse Wurzel im Erbbesitz des Herrn“ (Sir 24,12). Der Erbbesitz des Herrn ist im allgemeinen Sinn die Kirche, im Speziellen Maria, und er ist im Besonderen jede gläubige Seele… Im Schoße Mariens ist Christus neun Monate lang verblieben, im Glauben der Kirche wird er bis ans Ende dieser Welt Wohnung nehmen und im Bewusstsein und in der liebenden Seele des Gläubigen bis in alle Ewigkeit.
(Hl. Isaak von Stella (? – um 1171), Zisterziensermönch
Predigt Nr. 51; PL 194,1862)

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Hl. Pater Pio
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Hl. Basin von Trier
Hl. Linus
Hl. Rotrud
Hl. Thekla von Ikonium
Zacharias und Elisabeth

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Mittwoch, 24. September 2014
Mittwoch der 25. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen. Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd. Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlaßt. Wenn euch aber die Leute in einer Stadt nicht aufnehmen wollen, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.“ (Lukas 9,1-6).

„Der Auftrag (des Christen) lautet: »Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!« (Mk 16,15), denn »die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes« (Röm 8,19). Die ganze Schöpfung – das heißt auch alle Aspekte der menschlichen Natur:… Die Lehren der Kirche zu den säkularen Angelegenheiten sind größeren und neuen Entwicklungen unterworfen und mögen Diskussionsgegenstand sein; wir können jedoch nicht vermeiden, konkret zu sein… Die Hirten haben unter Berücksichtigung der Beiträge der verschiedenen Wissenschaften das Recht, Meinungen über all das zu äußern, was das Leben der Menschen betrifft, da die Evangelisierungsaufgabe eine ganzheitliche Förderung jedes Menschen einschließt und verlangt.

Man kann nicht mehr behaupten, die Religion müsse sich auf den Privatbereich beschränken und sie existiere nur, um die Seelen auf den Himmel vorzubereiten. Wir wissen, dass Gott das Glück seiner Kinder, obwohl sie zur ewigen Fülle berufen sind, auch auf dieser Erde wünscht, denn er hat alles erschaffen, »damit sie sich daran freuen können« (1 Tim 6,17), damit alle sich daran freuen können. Daraus folgt, dass die christliche Umkehr verlangt, »besonders […] all das zu überprüfen, was das Sozialwesen ausmacht und zur Erlangung des Allgemeinwohls beiträgt«.

Folglich kann niemand von uns verlangen, dass wir die Religion in das vertrauliche Innenleben der Menschen verbannen, ohne jeglichen Einfluss auf das soziale und nationale Geschehen, ohne uns um das Wohl der Institutionen der menschlichen Gemeinschaft zu kümmern, ohne uns zu den Ereignissen zu äußern, die die Bürger angehen. Wer würde es wagen, die Botschaft des heiligen Franz von Assisi und der seligen Teresa von Kalkutta in ein Gotteshaus einzuschließen und zum Schweigen zu bringen? Sie könnten es nicht hinnehmen. Ein authentischer Glaube – der niemals bequem und individualistisch ist – schließt immer den tiefen Wunsch ein, die Welt zu verändern, Werte zu übermitteln, nach unserer Erdenwanderung etwas Besseres zu hinterlassen.“
(Papst Franziskus
Apostolisches Schreiben „Evagelii Gaudium/Die Freude des Evangeliums“, § 181-183)

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Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Rupert von Salzburg
Hl. Virgil
Hl. Gerhard von Csanád
Hl. Hermann der Lahme

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Donnerstag, 25. September 2014
Donnerstag der 25. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes von allem, was durch Jesus geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.“ (Lukas 9,7-9).

„Die Liebe findet sich nicht damit ab, das nicht sehen zu können, was sie liebt. Haben nicht alle Heiligen das, was sie erlangten, als gering erachtet, solange sie nicht Gott selbst sahen? … So wagt Mose zu sagen: „Wenn ich wirklich deine Gnade gefunden habe, dann lass mich dein Angesicht sehen“ (Ex 33,13). Und der Psalmist bittet: „Zeige uns dein Angesicht“ (Ps 79,4). Haben sich die Heiden nicht deswegen Götzen gemacht? Mitten im tiefsten Irrtum konnten sie mit ihren eigenen Augen das sehen, was sie anbeteten.

Gott wusste also, dass die Sterblichen von der Begierde gequält werden, ihn zu sehen. Die Art, die er gewählt hat, um sich zu zeigen, war groß auf Erden und nicht weniger groß im Himmel. Denn das, was Gott auf Erden Ihm ähnlich schuf, empfing auch Ehre im Himmel: „Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“ (Gen 1,26) … Möge doch niemand glauben, dass Gott etwas falsch machte, wenn Er als Mensch zu den Menschen kam. Er hat unter uns Fleisch angenommen, damit wir ihn sehen konnten. „
(Hl. Petrus Chrysologus [um 406 – 450], Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer
Predigt 147 ; PL 52, 594-596)

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Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Nikolaus von der Flüe
> Link zum Beitrag >>> Bruder Klaus von Flüe – ein Leben der Entweltlichung
Hl. Firminus
Hl. Gottfried Thelen
Hl. Wigger von Brandenburg
Hl. Kleopas

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Freitag, 26. September 2014
Freitag der 25. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit, als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muß vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.“ (Lukas 9,18-22).

„Als sein Tod nahte, rief der Erlöser aus: „Vater, die Stunde ist da: Verherrliche deinen Sohn“ (Joh 17,1). Seine Herrlichkeit ist aber das Kreuz. Wie könnte er dem ausweichen wollen, wonach ihn zu einem anderen Zeitpunkt verlangt hatte? Dass seine Herrlichkeit das Kreuz ist, das lehrt uns das Evangelium mit den Worten: „Der Heilige Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war“ (Joh 7,39). Der Sinn dieses Wortes ist: Die Gnade war noch nicht gegeben worden, weil Christus noch nicht das Kreuz bestiegen hatte, um Gott und die Menschen zu versöhnen. Die Menschen mit Gott versöhnt hat das Kreuz; es hat aus der Erde einen Himmel gemacht und die Menschen mit den Engel vereint. Es hat das Bollwerk des Todes niedergerissen, die Macht des Teufels gebrochen, die Erde vom Irrtum befreit und die Fundamente der Kirche gelegt. Das Kreuz – das ist der Wille des Vaters, die Herrlichkeit des Sohnes, das Frohlocken des Heiligen Geistes. Es ist der ganze Stolz des hl. Paulus: „Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen“ (Gal 6,14).“
(Hl. Johannes Chrysostomos [ca. 345 – 407], Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Predigt über „Vater, wenn es möglich ist“; PG 51,34-35)

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Hl. Kosmas und Hl. Damian
Hl. Eugenia vom Odilienberg
Sel. Kaspar Stanggassinger
Hl. Theresia (Maria Victoria) Couderc
Hl. Meingold von Würzburg
Hl. Meinhard von Hersfeld

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Samstag, 27. September 2014
Samstag der 25. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit staunten alle Leute über das, was Jesus tat; er aber sagte zu einen Jüngern: Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so daß sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.“ (Lukas 9,43b-45)

„Einige erhalten Ehren durch ihr Wissen; doch das höchste Wissen erblickt der Apostel Paulus im Kreuz. „Nein“, so sagt er, „ich habe bei euch nichts wissen wollen, als Jesus Christus, und Jesus Christus als den Gekreuzigten“ (vgl. 1Kor 2,2). Ist das Kreuz nicht die Erfüllung des ganzen Gesetzes und die ganze Kunst, gut zu leben? Denen, die sich ihrer Macht rühmen, kann Paulus antworten, dass er aus dem Kreuz eine unvergleichliche Kraft schöpft: „Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft“ (1Kor 1,18). Gereicht die Freiheit, die ihr erlangt habt, euch zur Ehre? Vom Kreuz her erlangt Paulus seine Freiheit: „Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde“ (Röm 6,6).

Wieder andere erlangen ihre Ehre, indem sie zu Mitgliedern auserlesener Kreise erwählt werden. Wir jedoch sind durch das Kreuz Christi geladen zur himmlischen Gemeinschaft. „… um durch ihn alle zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut“ (Kol 1,20). Andere schließlich rühmen sich der Siegeszeichen, die den Siegern verliehen werden. Das Kreuz ist die Siegesstandarte des Triumphes Christi über die Dämonen: „Die Fürsten und Gewalten hat er entwaffnet und öffentlich zur Schau gestellt; durch Christus hat er über sie triumphiert“ (Kol 2,15)…

Welcher Sache also will der Apostel Paulus sich vor allem rühmen? Dessen, was ihn mit Christus vereint; was er verlangt, ist: mit Christus zu sein.“
(Hl. Thomas von Aquin [1225 – 1274], Dominikaner, Theologe und Kirchenlehrer
Kommentar zum Galaterbrief, Kap. 6)

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Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Vinzenz von Paul
> Link zu >>> Hl. Vinzenz von Paul über das innere Gebet
Hl. Dietrich von Naumburg
Hl. Hiltrud von Lissies
Hl. Kjeld

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Sonntag, 28. September 2014
26. Sonntag im Jahreskreis

An dieser Stelle freuen wir uns auf eine Deutung des Sonntagsevangeliums durch Josef Bordat. Sein Text wird wie immer ab Freitag Nachmittag online sein!

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Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Lioba
Hl. Wenzel
Hl. Adalrich
Hl. Chuniald und Hl. Gislarius
Hl. Salonius
Hl. Simón de Rojas
Hl. Thiemo

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