Christliches Reden und Handeln (Ev. vom 26. So im JK)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

(Mt 21, 28-32)

*

Reden und Handeln

Der eine redet, tut aber nichts, der andere handelt, obwohl er dies zuvor ausgeschlossen hatte. Die heutige Perikope stellt und zwei ungleiche Menschen vor. Der eine, der großspurig Reden schwingt und unbedacht Zusagen macht, kommt uns dabei sicherlich bekannter vor als sein Gegenstück, der Neinsager, der dann aber doch in tätiger Reue den Willen des Auftraggebers erfüllt. Dass Menschen Versprechen nicht halten, das sie ihr Wort brechen, das kennen wir nur zu genüge. Der umgekehrte Fall, dass jemand mehr macht, als er vorher angekündigt hat, kommt dagegen weit seltener vor.

Doch gerade diese Menschen sind es, die Jesus in den Mittelpunkt stellt. Denen das Bekenntnis schwer fällt, die in Sachen Selbstvermarktung ungeübt sind, die sich vielleicht fehl am Platze fühlen, auch innerhalb der Kirche. Die „Zöllner und Dirnen“ unserer Tage sind Männer und Frauen, die Gottes Willen tun, ohne, dass man es bemerkt, um deren Glauben „niemand weiß als Du“, wie es im Vierten Hochgebet heißt. Die stillen Mildtäter, von denen wir alle profitieren, gerade auch die, die den Mund oft zu voll nehmen.

Tue Gutes, und rede darüber. Das ist das Credo einer Charity-Gesellschaft, die sicherlich Gutes tut, doch nicht ohne dabei Hintergedanken zu haben. Tue Gutes. Das ist die christliche Barmherzigkeit derer, die Gutes tun, ohne dabei irgendetwas zu erwarten, weder ein besseres Image noch ein reineres Gewissen. Sie tun Gutes, weil sie einfach die Liebe Gottes weitergeben müssen, die sie empfangen haben. Sie tun einfach Gutes. Von solchen Menschen hört man wenig in der Medien – weil sie sich und ihr Handeln nicht ins Licht rücken. Dennoch gibt es sie, nicht nur in der Kirche.

 

 

***

Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

***

+

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s