Schlussbotschaften der 3. Außerordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode 2014

Die Synode zum Thema Familie ist vorbei, jedenfalls der erste Teil. Schon vor der 3. Außerordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode war klar, dass einen langen Atem braucht, wer über die kommenden Weichenstellungen Klarheit gewinnen will.

Es wurde viel geredet – nicht so hier auf diesem Blog. Auch heute geht es schlicht darum, das wiederzugeben, was die Generalversammlung, der Papst, Kardinal Reinhard Marx und die einzige Frau auf der Synode, Ute Eberl, zum Abschluss der Synodenversammlung zu sagen haben.

Die Worte, die jeweils gefunden wurden, machen Mut, dass es 2015 in Rom zu zeitgemäßen Positionen kommt – die im Einklang mit der 2000jährigen Kirchengeschichte und -lehre stehen. Ich hoffe eines Tages über Papst Franziskus sagen zu können, was ich zum gestern seliggesprochenen Papst schrieb: „Für mich ist Papst Paul VI. eines der großen Vorbilder im Glauben, einerseits im Erkennen und in der Auseinandersetzung mit Strömungen der Zeit, und andererseits in der tiefen Verbundenheit mit der Lehre der römisch-katholischen Kirche.“

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Synode 2014 Papst Franziskus - mit den Bischöfe
Der Papst – und seine Bischöfe.

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Schlussbotschaft der Familien-Synode

Wir Synodenväter, die sich in Rom um Papst Franziskus zur außerordentlichen Bischofssynode versammelt haben, wenden uns an alle Familien auf den verschiedenen Kontinenten und besonders an jene, die Christus folgen, dem Weg der Wahrheit und dem Leben. Wir bekunden unsere Bewunderung und Dank gegenüber dem täglichen Zeugnis, das ihr uns und der Welt mit eurer Treue, eurem Glauben, eurer Hoffnung und eurer Liebe schenkt. Auch wir, Hirten der Kirche, sind in einer Familie geboren und aufgewachsen, mit den unterschiedlichsten Geschichten und Begebenheiten. Als Priester und Bischöfe sind wir Familien begegnet und haben an ihrer Seite gelebt, die uns mit eigenen Worten und durch ihre Taten von vielerlei Schönheit aber auch von Mühen berichtet haben.

Die Vorbereitung dieser Synodenversammlung hat uns ausgehend von den Antworten auf die an alle Kirchen der Welt versandten Fragebögen erlaubt, die Stimmen zahlreicher Erfahrungen in der Familie zu vernehmen. Das Gespräch in den Tagen der Synode hat uns dann gegenseitig bereichert und uns geholfen, auf die ganze lebendige und vielschichtige Wirklichkeit zu schauen, in der die Familien leben. Euch bieten wir die Worte Christi an: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.“ (Offb 3,20). Wie Jesus während seiner Wanderung auf den Straßen des Heiligen Landes gewöhnlich in die Häuser der Ortschaften eintrat, so wandelt er auch heute weiterhin auf den Wegen durch unsere Städte. In euren Häusern gibt es Licht und Schatten, begeisternde Herausforderungen, manchmal aber auch dramatische Prüfungen. Die Finsternis wird noch stärker bis hin zur Dunkelheit, wenn das Böse und die Sünde in das Herz der Familie eindringen.

Es gibt vor allem die große Herausforderung der ehelichen Treue. Das Leben der Familie ist gekennzeichnet durch eine Schwächung des Glaubens und der Werte, den Individualismus, eine Verarmung der Beziehungen und einen hektischen Stress, der nicht zum Nachdenken kommen lässt. So kommt es zu nicht wenige Ehekrisen, die oft überhastet und ohne den Mut zur Geduld, zur Prüfung, zum gegenseitigen Verzeihen, zur Versöhnung und auch zum Opfer angegangen werden. Scheitern führt auf diese Weise zu neuen Beziehungen, neuen Paarbildungen, neuen Vereinigungen und neuen Eheschließungen. Dies bringt Familiensituationen hervor, die komplex sind und Christen vor problematische Entscheidungen stellen. Unter diesen Herausforderungen möchten wir auch die Mühen des Lebens selbst erwähnen. Denken wir an die Leiden, die ein Kind mit Behinderungen, eine schwere Krankheit, der geistige Verfall im Alter oder der Tod eines lieben Menschen bedeuten können. Die großherzige Treue vieler Familien ist bewundernswert, die diese Prüfungen mit Mut, Glauben und Liebe leben, indem sie diese nicht als eine Bürde ansehen, die ihnen auferlegt wird, sondern als etwas, was ihnen gegeben wird, und bei dem sie selbst geben, indem sie den leidenden Christus in jenem kranken Leib sehen.

Denken wir an die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch pervertierte Systeme hervorgerufen werden, durch den „Fetischismus des Geldes und in der Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel“ (Evangelii gaudium, 55), die die Würde der Menschen verletzt. Denken wir an die Väter oder Mütter die arbeitslos sind, machtlos gegenüber den Grundbedürfnissen ihrer Familien und an die Jugendlichen, die vor einer leeren und perspektivlosen Zukunft stehen und Opfer der Verirrungen von Drogen und Gewalt werden können.

Denken wir auch an die unzähligen armen Familien, an jene die sich an eine Schiffsplanke klammern, um ein Ziel zum Überleben zu erreichen, an die Flüchtlingsfamilien, die ohne Hoffnung in den Wüsten umherziehen, an jene die allein aufgrund ihres Glaubens und ihrer geistlichen und menschlichen Werte verfolgt werden, an jene die von der Brutalität der Kriege und der Unterdrückung getroffen werden. Denken wir an die Frauen, die Gewalt erfahren und der Ausbeutung unterworfen werden, an den Menschenhandel, an die Kinder und Jugendlichen, die Opfer des Missbrauchs werden, und schließlich an jene, die sie eigentlich schützen und im Vertrauen erziehen sollten, und an die Mitglieder vieler Familien, die gedemütigt werden oder in Schwierigkeiten sind. „Die Kultur des Wohlstands betäubt uns (…), während alle diese wegen fehlender Möglichkeiten unterdrückten Leben uns wie ein bloßes Schauspiel erscheinen, das uns in keiner Weise erschüttert.“ (Evangelii gaudium, 54). Wir rufen die Regierungen und internationalen Organisationen dazu auf, die Rechte der Familie für das Gemeinwohl zu fördern.

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Synode 2014 Papst Franziskus - Bischöfe
Konzentration, Profession – und hoffentlich Inspiration!

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Christus hat gewollt, dass die Kirche ein Haus mit einer stets offenen, einladenden Tür ist, ohne irgendjemanden auszuschließen. Wir sind deshalb den Hirten, den Gläubigen und den Gemeinschaften dankbar, die Beistand leisten und sich um die inneren und gesellschaftlichen Wunden der Paare und Familien sorgen. Es gibt aber auch Licht, das bei Nacht hinter den Fenstern der Häuser in den Städten aufscheint, in den einfachen Behausungen der Randbezirke oder in den Dörfern, ja sogar in den Hütten: Es leuchtet und wärmt Leib und Seele. Dieses Licht, im Eheleben der Paare, entzündet mit der Begegnung: Es ist ein Geschenk, eine Gnade, die zum Ausdruck kommt – wie die Genesis sagt (2,18) – wenn sich beide in die Augen blicken, und eine „Hilfe“ finden, „die entsprich“, das heißt gleich und gegenseitig. Die Liebe zwischen Mann und Frau lehrt uns, dass jeder von beiden den anderen braucht, um er selbst zu sein, auch wenn er sich in seiner Identität vom anderen unterscheidet. Diese Liebe öffnet und offenbart sich in der gegenseitigen Hingabe. Das bringt das Hohelied der Liebe auf beeindruckende Weise zum Ausdruck. „Der Geliebte ist mein und ich bin sein.“ (Hoheslied 2,16).

Der Weg, damit diese Begegnung authentisch ist, beginnt mit der Verlobung, einer Zeit der Erwartung und Vorbereitung. Sie verwirklicht sich in der Fülle des Sakraments, wo Gott sein Siegel aufprägt, seine Gegenwart und seine Gnade. Dieser Weg kennt auch die Sexualität, die Zärtlichkeit, die Schönheit, die auch über die Rüstigkeit und jugendliche Frische hinausgehen. Die Liebe neigt aufgrund ihrer Natur dazu, für immer zu sein, bis zur Hingabe des eigenen Lebens für die Person, die man liebt (vgl. Joh 15,13). In diesem Licht bleibt die eheliche Liebe einzig und unauflöslich, trotz aller Schwierigkeiten der menschlichen Begrenztheit; es ist eines der schönsten Geheimnisse, auch wenn es das geläufigste ist.

Während dieses Weges, der manchmal ein Höhenweg mit Schwierigkeiten und Stürzen ist, hat man stets die Gegenwart und Begleitung Gottes. Die Familie erfährt dies in der Zuneigung und im Dialog zwischen Ehemann und Ehefrau, unter Eltern und Kindern, unter Brüdern und Schwestern. Dann lebt sie es im gemeinsamen Hören von Gottes Wort und im gemeinsamen Gebet; eine kleine geistliche Oase, die man täglich für einige Augenblicke schaffen sollte. Schließlich gibt es die tägliche Pflicht der Erziehung zum Glauben und zum guten und schönen Leben des Evangeliums, zur Heiligkeit. Diese Aufgabe wird oft mit großer Liebe und Hingabe von der Großmutter und dem Großvater geteilt und ausgeübt. So zeigt sich die Familie als authentische Hauskirche, die sich auf die Familie der Familien, die Gemeinschaft der Kirche ausweitet. Die christlichen Eheleute sind schließlich berufen, Lehrer im Glauben und in der Liebe auch für andere jungen Paare zu sein.

Es gibt schließlich einen anderen Ausdruck der brüderlichen Gemeinschaft und das ist jener der Nächstenliebe, der Gabe, der Nähe zu den Letzten, den Ausgestoßenen, den Armen, den Alleinstehenden, den Kranken, den Fremden, den Familien in der Krise, im Bewusstsein der Worte des Herrn: „Geben ist seliger als nehmen“ (Apg 20,35). Es ist das Geschenk von Gütern, der Wegbegleitung, der Liebe und der Barmherzigkeit, und auch des Zeugnisses der Wahrheit, des Lichts und des Lebenssinns.

Der Höhepunkt, der alle Gotteskinder sammelt und zusammenführt in der Gemeinschaft mit Gott und dem Nächsten ist die sonntägliche Eucharistie, wenn sich die Familie mit der ganzen Kirche an den Tisch des Herrn setzt. Er gibt sich uns allen, die wir in der Geschichte auf der Pilgerfahrt zur endgültigen Begegnung sind, „Christus ist alles und in allen.“ (Kol 3,11). Deshalb haben wir auf der ersten Etappe unseres synodalen Weges über die seelsorgerische Begleitung und die Sakramentenzulassung der wiederverheirateten Geschiedenen nachgedacht.

Wir Synodenväter bitten euch, gemeinsam mit uns auf die kommende Synode zuzugehen. Über euch wache die Gegenwart der Familie Jesu, Maria und Joseph in ihrem schlichten Haus. Auch wir schließen uns der Familie von Nazareth an, und bitten den Vater aller für die Familien auf Erden.

Vater, gib allen Familien die Gegenwart von starken und klugen Eheleuten, damit sie zur Quelle freier und geeinter Familien werden.

Vater, gibt den Eltern ein Haus, wo sie in Frieden mit ihrer Familie leben können.

Vater, lasse die Söhne und Töchter Zeichen des Vertrauens und der Hoffnung sein und gib den jungen Menschen den Mut für eine feste und treue Verbindung.

Vater, gib allen, dass sie das Brot mit ihrer eigenen Hände Arbeit verdienen können, dass sie den inneren Frieden genießen und die Fackel des Glaubens im Dunkel der Zeit lebendig halten.

Vater, lass uns alle erleben, wie die Kirche in immer größerer Treue und Glaubwürdigkeit erblüht, eine gerechte und menschliche Stadt, eine Welt, welche die Wahrheit, die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit liebt.

Quelle: Dieser Text ist eine Übersetzung der Katholischen Nachrichtenagentur KNA.

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Synode 2014 Papst Franziskus
Der Papst – im Aufwind?

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Papst Franziskus zum Ende der Synode

(Es folgen Auszüge aus der Verlautbarung des Papstes)

Gelassen kann ich sagen, dass wir im Geist der Kollegialität und der Synodalität wirklich eine Erfahrung von „Synode“ gemacht haben, einen gemeinsamen Weg (Synode griechisch: gemeinsam gehen)…

Und weil es ein Weg von Menschen war, gab es auch Momente der Trostlosigkeit, der Spannung und der Versuchung, von denen man vielleicht die Folgenden nennen könnte…

  • Die Versuchung der feindlichen Erstarrung: Das ist der Wunsch, sich im Geschriebenen einzuschließen und sich nicht von Gott überraschen lassen wollen, vom Gott der Überraschungen, dem Geist. Im Gesetz einschließen, in der Sicherheit dessen, was wir wissen und nicht dessen, was wir noch lernen und erreichen müssen…
  • Die Versuchung des zerstörerischen Gutmenschentums, das im Namen einer falschen Barmherzigkeit die Wunden verbindet, ohne sie zuvor zu behandeln…
  • Die Versuchung, Steine in Brot zu verwandeln, um ein langes, schweres und schmerzhaftes Fasten zu beenden (Lk 4,1–4). Eine weitere Versuchung: Brot in Steine zu verwandeln und sie auf die Sünder zu werfen…
  • Die Versuchung, vom Kreuz herunter zu steigen, um den Menschen zu gefallen, und nicht dort zu bleiben um den Willen des Vaters zu erfüllen…
  • Die Versuchung, das „depositum fidei“ zu vernachlässigen und sich selber nicht als Hüter, sondern als Besitzer und Herren zu verstehen oder andererseits die Versuchung, die Realität zu vernachlässigen und eine einengende Sprache zu benutzen und so zu sprechen, dass man viel redet und nichts sagt!

Ich persönlich wäre sehr besorgt und betrübt, hätte es diese Versuchungen und diese emotionalen Diskussionen nicht gegeben; das sind Bewegungen des Geistes, wie sie der Heilige Ignatius nennt. Wir hätten alle einverstanden oder schweigsam in einem falschen und ruhigen Frieden bleiben können. Stattdessen habe ich mit Dank und Freude Beiträge und Diskussionen gehört, die voller Glauben sind, voller Einsatz für Pastoral und Lehre, voller Weisheit, Offenheit, Mut und Parresia (Freiheit des Wortes). Und ich habe wahrgenommen, dass uns das Wohl der Kirche, der Familien und das höchste Gesetz, das Wohl der Seelen, vor Augen standen. Und das alles, ohne jemals die fundamentale Wahrheit des Sakraments der Ehe in Frage zu stellen: Die Unauflöslichkeit, die Einheit, die Treue und die Zeugungsfähigkeit, also die Offenheit für das Leben (GS 48).

Das ist die Kirche, der Weinberg des Herrn, die fruchtbare Mutter und sich sorgende Lehrerin, die keine Angst hat, die Ärmel hochzukrempeln und das Öl und den Wein über die Wunden der Menschen auszugießen (Lk 10,25–37). Sie beobachtet die Menschheit nicht aus einer Burg aus Glas, um die Menschen zu klassifizieren oder zu richten. Das ist die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche, die aus Sündern besteht, die seine Barmherzigkeit brauchen. Das ist die Kirche, die wahre Braut Christi, die ihrem Bräutigam und seiner Lehre treu zu bleiben sucht. Das ist die Kirche, die keine Angst hat, mit Huren und Sündern zu essen (Lk 15). Die Kirche, die ihre Tore aufreißt, um die Bedürftigen und Reuigen einzulassen, nicht nur die Gerechten und die, die glauben, perfekt zu sein! Die Kirche, die sich nicht für den gefallenen Bruder schämt und nicht so tut, als sehe sie ihn nicht, sondern betroffen ist und die Pflicht spürt, ihn aufzurichten und zu ermutigen, den Weg weiter zu gehen und ihn begleitet, bis zur endgültigen Begegnung mit ihrem Bräutigam, im himmlischen Jerusalem….

Die Aufgabe des Papstes ist es nämlich, die Einheit der Kirche zu garantieren; es ist seine Aufgabe, alle Gläubigen an ihre Pflicht zu erinnern, treu dem Evangelium Christi zu folgen; es ist seine Aufgabe, die Hirten daran zu erinnern, dass es ihre wichtigste Aufgabe ist, die Herde zu hüten, der Herr ihnen anvertraut hat und die verirrten Schafe zu suchen und willkommen zu heißen, in Väterlichkeit, Barmherzigkeit und ohne falsche Angst….

Liebe Schwestern und Brüder, wir haben jetzt noch ein Jahr, um die hier vorgeschlagenen Ideen in einer wirklichen geistlichen Unterscheidung reifen zu lassen und konkrete Lösungen für alle Schwierigkeiten und die unzähligen Herausforderungen zu finden, welchen die Familien begegnen müssen; Antworten zu geben auf die vielen Entmutigungen, welche die Familien umgeben und einschnüren. Ein Jahr, um an der „Relatio Sinodi“ zu arbeiten, welche die getreue und deutliche Wiedergabe dessen ist, was in dieser Aula und in den Arbeitskreisen gesagt und diskutiert wurde.

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Synode - Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Marx bei Radio Vatikan

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Kardinal Marx: Der synodale Weg geht weiter!

(Es folgen Auszüge aus der Verlautbarung von Kardinal Marx)

Kardinal Marx: „Wir haben eine spannende Synode erlebt mit einer offenen und freimütigen Diskussion. Dabei sind unterschiedliche Positionen hervorgetreten und Schwierigkeiten gerade im weltkirchlichen Kontext wurden nicht verschwiegen. Gleichzeitig konnten aber auch Chancen und Herausforderungen debattiert werden. Das hat auch das Abschlussdokument der Bischofssynode gezeigt. Am Ende steht für mich fest: Der synodale Weg geht weiter!“

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Ute Eberl - einzige Frau auf der Familien-Synode 2014
Ute Eberl – einzige Frau auf der Familien-Synode 2014

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Ute Eberl: Raus aus der Komfortzone!

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Ute Eberl, die deutsche Auditorin während der Bischofssynode in Rom, betonte zum Abschluss der Beratungen: „Für mich standen die zwei Synodenwochen unter der Überschrift: Raus aus der Komfortzone! In der ersten Woche hieß das: hören auf die Lebenswirklichkeiten von Familien aus der Weltkirche. Die Bischöfe aus aller Welt haben sehr plastisch und mit Herzblut berichtet. Hinter jedem Statement steht eine konkrete politische, kulturelle und ökonomische Situation, manchmal auch Krieg und Verfolgung. Und: Die Synodenväter haben frei und offen gesprochen.“ In der zweiten Woche hätte hingegen nicht mehr die Lebenswirklichkeit der Menschen im Vordergrund gestanden, sondern „eine eher bewahrende Haltung, eine Vorsicht, vielleicht auch eine Sorge. Vor und zurück, Schleifen drehen, wieder vor und zurück: So geht Prozess – der Plan von Papst Franziskus geht auf. Von außen gesehen ganz normal, wenn man mittendrin sitzt, kann man schon mal ungeduldig werden“, so Ute Eberl. Jetzt sei die Zeit der Ortskirchen dran, um das Jahr bis zur nächsten Bischofssynode in guter Weise vorzubereiten. Ermutigt zeigte sie sich durch den Papst, der in seinen Abschlussworten vom Dienen gesprochen habe: „Eine Kirche, die für die Menschen da sein will, die bückt sich. Die bückt sich, um die Lebenswirklichkeiten wahrzunehmen – und schaut nicht zuerst mit der Brille des Kirchenrechts. Das hat nichts damit zu tun, ‚die Melodie der Welt‘ nachzupfeifen, das hat damit zu tun, bei den Menschen zu sein. Vielleicht macht eine Kirche, die dient, manchmal auch Fehler in ihrem pastoralen Engagement. Aber wer dient, der hat auch keine weiße Weste an, sondern der trägt eine Schürze. Das kann man nachlesen im Evangelium von der Fußwaschung, da hat Jesus auch eine Schürze getragen.“

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