Allerheiligen, Allerseelen und die „Leitkultur des Regenbogens“

Über die Festtage Allerheiligen und Allerseelen ist auf diesem Blog verschiedentlich berichtet worden, wie z.B. hier, hier und hier. Auch Gebete zu beiden Tagen wurden vorgestellt, hier und hier. Heute möchte ich einen ganz anderen Zugang wählen – über die „Leitkultur des Regenbogens„. Wer zu Allerheiligen über die Ernte nachdenkt, die viele heilige Seelen im Himmel erwarten dürfen, der darf auch über die Ernte nachdenken, die unsere westlichen Gesellschaften (über Wählerstimmen und kirchliches Engagement jedes Einzelnen) einfahren werden.

Passend zum bunten Herbstlaub ist es eine „Kultur des Regenbogens“, die wir alle (obwohl so viele wackere Christen sich für das Leben engagieren) gemeinsam produzieren. Der Regenbogen steht für die Vernichtung von Familien und Geschlechteridentitäten. Und was wir gemeinsam (bzw. mehrheitlich) schaffen, das haben wir auch zu verantworten, gesellschaftspolitisch und kirchlich.

Bei dem gerade heilig gesprochenen Papst Johannes Paul II. war von der „Kultur des Todes“ die Rede. Dieser große Pontifex ist in seinem umfangreichen Werk nicht müde geworden, immer wieder auf die Irrwege der modernen westlichen Gesellschaften zu verweisen. Mein bescheidener Vorschlag lautet somit, zu Allerheiligen und Allerseelen ganz besonders an die Worte des heiligen Johannes Paul zu denken, die er uns gegen Ende seines Lebens hinterlassen hat:

In seinem letzten Buch „Erinnerung und Identität“ verurteilte Johannes Paul II. die „legale Vernichtung gezeugter, aber noch ungeborener menschlicher Wesen […] eine Vernichtung, die sogar von demokratisch gewählten Parlamenten beschlossen wird, in denen man sich auf den zivilen Fortschritt der Gesellschaften und der gesamten Menschheit beruft“ und spricht in diesem Zusammenhang von „schweren Formen der Verletzung des Gesetzes Gottes“. Der Papst dachte dabei an den starken Druck, den das Europäische Parlament ausübt, damit die Mitgliedsstaaten und auch andere Staaten homosexuelle Beziehungen als Alternativform zur Familie anerkennen und diesen sogar ein Adoptionsrecht zugestanden wird. Es sei legitim, ja sogar eine Pflicht, so Johannes Paul II., sich die Frage zu stellen, ob hier nicht wieder eine neue Ideologie des Bösen am Werk sei, vielleicht „heimtückischer und verhohlener“, die versucht gegen den Menschen und gegen die Familie sogar die Menschenrechte auszunützen. „Warum geschieht das alles? Was sind die Wurzeln dieser nachaufklärerischen Ideologien? Die Antwort ist letztlich einfach“, weil Gott als Schöpfer abgelehnt werde und damit das, was gut und böse ist, völlig verschwimmt. Wenn man auf sinnvolle Weise über Gut und Böse sprechen wolle, müsse man zum heiligen Thomas von Aquin zurückkehren und damit zur „Theologie des Seins“.

Mein Denken in diesen Tagen wird nicht nur den Heiligen und den Verstorbenen gelten, sondern insbesondere den vielen Millionen abgetriebener Seelen – und natürlich aller sonst Verstorbenen, besonders jener, die Jesu Barmherzigkeit ganz besonders bedürfen (Stichwort Fegefeuer). Jeder Mensch, der wachen Auges durch die Welt geht, muss sich im Klaren darüber sein, dass die gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen das Leid der Seelen potenzieren wird.

Die Gendermaschinerie, von höchster Stelle (UNO und Europäische Union) ausgehend, hat über die Zerstörung weiblicher und männlicher Identitäten bzw. Rollenbilder und die Förderung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften eine unfassbare Veränderung der westlichen Weltanschauung erzeugt. In der Folge werden staatlich finanzierte Abtreibungen, Scheidungen auf Knopfdruck, in Vitro Fertilisation und nunmehr Social Freezing bewirken, dass die Grundlage einerseits für massenhafte Tötungen ungeborenen Lebens und andererseits für nie dagewesene Pervertierungen des Zusammenlebens, Zeugens und Erziehens gelegt ist.

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Robusta Wahl 2014

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Robusta Wahl 2014

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Wer sich die Zeit nehmen kann und will, dem empfehle ich das folgende Video mit Gabriele Kuby,
die als tiefgläubige Frau und Gender-Expertin wertvolles zu diesem Thema zu sagen hat:

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4 Gedanken zu “Allerheiligen, Allerseelen und die „Leitkultur des Regenbogens“

  1. Danke für deinen Beitrag! Was ich so schlimm finde ist die Blindheit, selbst unter Christen, diesen Themas. Alles nicht so schlimm…. Wenn es überhaupt bemerkt wird. Selbst in meiner Gemeinde habe ich lediglich ein Schulterzucken geerntet, als ich mal zaghaft das Wort Gender in den Mund nahm.
    Ich gebe dir in jedem deiner Worte absolut und ungeteilt recht. Vielleicht helfen Seiten wie deinen ein wenig die Augen zu öffnen.
    Und das hat absolut nichts mit Homophob zu tun, oder sonstigem.

    Herzliche Grüße Pia

    1. Liebe Pia,
      ich denke, es ist nicht ganz unverständlich, dass oft Schulterzucken geerntet wird, sobald man “Gender” in den Mund nimmt – schließlich sind wir (gesellschaftlich gesehen) schon längst von einer, wie ich es genannt habe, “Maschinerie” erfasst worden…
      … aber was machen unsere Kirchenoberen eigentlich???

      Unseren Bischof Klaus Küng ausgenommen, kann ich weit und breit nur tiefen Winterschlaf :-) bemerken, dabei war die Chance selten so groß,

      — die katholische Ehe als etwas ganz einzigartiges zu “bewerben”
      — in wichtigen Agenden Verbündete zu suchen, z.B. in Sachen Abtreibung mit Muslimen (?!) und anderen Konfessionen gemeinsam auf die Strraße zu gehen
      — in unseren Kirchen mehr über Social Freezing, begleiteten Suizid,usw. zu sprechen

      Beten wir dafür, wir alle – schließlich sind wir alle gemeinsam Kirche – etwas kreativer und initiativer werden!!!

      1. Danke, für die Worte!
        Den „Winterschlaf“ kenne ich (leider). Wobei ich dass Gefühl habe, dass sich sowohl unser jetziger Papst wie auch Benedikt äußerst bemüht waren/sind diesen Winterschlaf zu durchdringen.
        Ja beten wir! Ich finde es sehr schön dass du schreibst „wir“ sind Kirche! Ja, wir sind Kirche, wir alle und dass sollten wir eigentlich so erkennen und leben, auch wenn es natürlich Verantwortung kostet.
        Gott fragt uns, jeden Einzelnen und uns Gemeinsam: liebst du mich? Liebt ihr mich? So nehme/nehmt euer Kreuz auf dich/euch und folge(t) mir nach….
        Was ich sehr traurig finde und was mich auch umtreibt, so empfinde ich das in meinem Umfeld, ist, dass ich für mein Christsein weder beleidigt, belächelt oder angegriffen werde, nein es ist gar kein Erkennen mehr da. Die Menschen gehen einfach weiter/vorbei, höchstens mit einem „ach ja..“ Versteht mich nicht falsch, ich will damit zum Ausdruck bringen dass es schön wäre mal dazu zu kommen Rede und Antwort zu stehen und sich auch in der Gemeinde mal mit Fragen tiefer auseinanderzusetzen/auszutauschen (was bedeutet denn Dies und Das für dich, für mich)
        Aber lasst uns beten, denn das Gebet ist, wie es der Papst sagt, unsere stärkste Waffe und nur im Gebet erkennen wir auch wenn wir selbst uns verstricken oder der Flüsterer längst seine Pfoten in unserer Tür hat.

        Seid gesegnet
        Liebe Grüße Pia

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