Erfüllte Tage am Ort des Gebets, Medjugorje

Von einem persönlichen Mini-Jubiläum ist die Rede – unsere dritte begleitete Wallfahrt nach Medjugorje. Wie ich hier bereits vorweggenommen habe, hat uns dieser Ort des Gebets wieder sehr berührt. Und es bleibt ein Ort, an dem das Sakrament der Versöhnung über alle Maßen angenommen wird.

Beinahe wäre es nicht dazu gekommen. Probleme mit unserem Sohn haben knapp vor der Abreise für Aufruhr und Verwirrung gesorgt, und bei unserer Rückkehr sollte es nicht anders sein. Aber in solchen Situationen gilt die „ignatianische Regel„, die vereinfacht formuliert lautet: Weiche nicht von dem Weg ab, der in der Vergangenheit zu Gott geführt hat.

Begleitet wurden die Gruppen zweier Pfarren von ihren zwei bemerkenswerten Priestern: Pfarrer Max Walterskirchen, mit dem meine Frau und ich freundschaftlich sehr verbunden sind, und Pfarrer Erich Neidhart, der mit seinen Veröffentlichungen zu Medjugorje viel Aufklärungsarbeit geleistet hat. (Was Rom und manch anderer zu diesem Thema zu sagen hat, davon wird noch ausführlicher die Rede sein).

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Blaues Kreuz Rückweg
Am Rückweg vom Blauen Kreuz

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Alles begann (und beginnt auch bei unseren Besuchen) mit dem Erscheinungsberg. Dreiunddreißig Jahre ist es her, dass die Gottesmutter auf dem kargen und steinigen „Spielberg“ der Kinder ihre erste Erscheinung vollzog (24.6.1981). Die Landschaft erinnert in ihrer Schlichtheit an Gegenden des heiligen Landes. Und Armut haben Jesus und seine Mutter immer angezogen.

Aber diesmal sollte es anders sein. Am ersten Tag gießt es aus Kübeln, und an ein Besteigen des Erscheinungsberges ist nicht zu denken. Wir gehen in die deutsche Buchhandlung vor Ort (Tiberias)  – und treffen Pfarrer Neidhart, der seiner Gruppe für heute frei gegeben hat. Es folgt ein anregendes Gespräch über die Familiensynode und wir sind uns einig: 2015 wird ein äußerst spannendes Jahr für unsere Kirche.

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Maria
Die Gospa in der Kirche von Medjugorje

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Rosenkranz in der Kirche
Rosenkranzgebet: Vor uns, neben uns, hinter uns: die Kirche ist voll. Und Tausende beten vor der Kirche…

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Um 17 Uhr beginnt der Rosenkranz in der Kirche und auf dem großen, parkähnlichen Gelände vor der Kirche. Wie immer finden sich tausende Menschen ein, um gemeinsam dieses katholische Gebet zu den Geheimnissen des Lebens und Wirkens Jesu Christi zu sprechen. Es ist merklich kühler als in den vergangenen Jahren, aber das stört die Beter nicht weiter; sie folgen dem Ruf der Gottesmutter zum gemeinsamen Gebet, und die anschließende heilige Messe beschließt den ersten Abend.

Am nächsten Morgen herrscht strahlender Sonnenschein, und mit Pfarrer Walterskirchen und seiner Gruppe geht es hinauf auf den Kreuzberg. Der steile Weg ist mit groben und gleichzeitig spitzen Steinen gespickt. Es sind 15 bronzene Tafeln, die berührende Darstellungen des Kreuzwegs zeigen; an jeder Station halten wir und beten anhand von Texten des Kreuzweges von Tomislav Ivancic.

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Kreuzberg - Ausblick
Die letzten Stufen vor dem Kreuz… und der Blick ins weite Land

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Kreuz
„Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32)

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Meditation
Meditation am Kreuz

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Kreuzberg - oben
Ein paar Meter neben dem Kreuz – wunderbarer Friede auf dem kleinen Plateau

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Gruppe beim Kreuz
Unsere Gruppe am Fuß des Kreuzes, das 1933 errichtet wurde

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Nach zwei Stunden Gehen und Beten ist es geschafft: Zum ersten Mal darf ich von hier aus den Blick auf das weite, flache Land richten. Aber vor allem ist es ein ganz wunderbarer Frieden, der sich hier oben einstellt. Die Pilger verteilen sich auf dem kleinen Plateau und beinahe jeder sucht das innere Gespräch und Gebet. Ich denke an mein Versprechen, alle Gebetsanliegen dieses Blogs vor Jesus hinzulegen und Maria um ihre Fürsprache zu bitten.

Meinem Sohn schicke ich ein SMS mit Kreuz und Blick ins Tal, und schreibe, dass ich ihm sehr wünsche, eines Tages auch auf dem Gipfel des Kreuzberges zu stehen… Wie auch immer die Geschichte Medjugorjes verlaufen wird, so wird man immer an die Früchte denken dürfen, die an diesem Ort zu erleben sind und von diesem Ort bereits ausgegangen sind, zum Beispiel Jugendbewegungen wie Loretto). Über eine Million Pilger und mehr als 30.000 Priester jährlich (offizielle Statistik der Pfarre Medjugorje) besuchen diesen besonderen Ort – was für eine Gnade.

Sakrament der Versöhnung. Selbst an diesem für seine ungezählten Beichten so berühmten Ort können sich Hindernisse einstellen… Am folgenden Morgen möchte ich noch vor der Morgenmesse beichten – und muss feststellen, dass (zumindest zu dieser Jahreszeit) die Beichtmöglichkeiten erst am Nachmittag und Abend gegeben sind. Am Abend stehe ich in einer langen Schlange – und durch plötzlich einsetzende Bauchschmerzen wird es nichts mit meinem Vorhaben. Bin ich noch nicht bereit, Herr?

Aber Jesus hat für jeden von uns das passende Geschenk. Zunächst kam die Einsicht, dass mein schwaches Beten und das nicht durchgehaltene Vorhaben der monatlichen Beichte die Dinge nicht einfacher machen… Nächster Abend, nächster Anlauf. Eine wiederum sehr lange Schlange; „deutsch“ und „polnisch“ steht auf dem Schild neben der Kabine. Nach einer knappen Minute heißt es plötzlich: „Wer spricht deutsch?“ Die Schlange vor mir besteht nur aus Polen – und so komme ich sofort dran. Danke, Jesus!

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Blaues Kreuz
Andacht unterhalb des Blauen Kreuzes

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Blaues Kreuz
Gebet vor dem Blauen Kreuz

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Segen am Blauen Kreuz
Nach dem Weihegebet an das Unbefleckte Herz Mariens segnet unser Pfarrer jeden Einzelnen

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Segen am Blauen Kreuz
…und segnet auch Frauen aus Kamerun, die unseren Pfarrer freudig entdeckt haben

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Gnade, Gnadenort. Ein weiteres besonderes Ziel in Medjugorje ist das Blaue Kreuz. Wie einige Seher berichtet haben, war dies der Treffpunkt zum Gebet in den 90er Jahren. Während des Krieges sollte die Armee die „übernatürlichen Aktivitäten“ behindern. Aber durch den Schutz der Gospa konnten selbst Soldaten, die wenige Meter neben den Betern suchten, diese nicht sehen…!

Jahre später hat jemand ein blaues Kreuz an diesem Ort aufgestellt. Heute finden wir uns, wie auch schon die letzten Jahre, an diesem Ort ein, um der Gottesmutter unsere ganz persönlichen und familiären Sorgen zu übergeben. Anschließend erfolgt das Weihegebet an das Unbefleckte Herz Mariens und die persönliche Segnung jedes Einzelnen durch unseren Pfarrer.

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Rosenkranzstation
Rosenkranzstation hinter der Kirche

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Auf Pater Slavko Barbaric muss ich noch zu sprechen kommen. Der hagere Franziskanerpater hat Medjugorje geprägt wie kaum ein anderer. Aufstehen vor dem Sonnenaufgang. Beinahe jeden Tag ein Gang auf den Kreuzberg. Unzählige Gespräche mit Pilgern. Abends bis spät in die Nacht die Arbeit an seinen vielen und unglaublich reichhaltigen Veröffentlichungen. In einfacher und verständlicher Sprache gehalten.

Er, der von sich sagt, nie eine Vision oder auch nur eine Eingebung der Gottesmutter erhalten zu haben, folgt ihr an diesem Gnadenort mit heiliger Treue. Er liebt die Gospa (Gottesmutter), indem er Jesus auf wahrhaftige Weise nachfolgt. Und indem er die Botschaften Mariens so versteht und für uns beschreibt, wie sie gemeint sind: Als Weg zu Jesus.Mit Maria auf Jesus schauen„, sagte Benedikt XVI. „Mit Maria aktiv auf Christus und die Menschen zugehen“ beschreibt P. Slavkos Weg kurz und präzise. Apropos Weg: Pater Slavko stirbt am 24.11.2000, nachdem er den Kreuzweg vollendet hat.

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Kirche in Medjugorje
Medjugorje: So frei im Nirgendwo lag die Kirche ursprünglich…

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Ja, Medjugorje, wir kommen wieder! – Es ist richtig, dass die römische Kirche die Erscheinungen noch nicht anerkannt hat. Dazu ist ein beglaubigtes Wunder notwendig, offiziell fehlt dieses; auch die schärfsten Kritiker haben nicht viel mehr als das „fehlende Wunder“ vorzubringen. Doch vergessen wir nicht: Von Anfang der Erscheinungen an sind den Sehern sogenannte „Geheimnisse“ offenbart worden, die zu einem feststehenden (aber nur den Sehern bekannten) Datum veröffentlicht werden. Und schließlich, wer kann schon ernsthaft beweisen, dass Wunder an diesem Ort noch nicht stattgefunden haben, oder auch voraussagen, dass ein solches nie stattfinden wird?

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Alle Fotos: Copyright Stefan Ehrhardt

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4 Gedanken zu “Erfüllte Tage am Ort des Gebets, Medjugorje

  1. Danke für diesen schönen Beitrag. Da kann ich mir Medjugorje „nach Hause“ holen und Revue passieren lassen.
    War eine schöne Zeit mit Euch an diesen gesegneten Ort. Ein Ort der einen nicht los lässt. Gottes Segen
    Regina

  2. In Medjugorje sind schon u n z ä h l i g e Heilungswunder geschehen!!! Der Ort selber ist aber keine Person, die auf ein Heilungswunder
    angewiesen ist um anerkannt zu werden…..

    1. Liebe Christine,
      danke für deine Zeilen, die deine Überzeugung gut zum Ausdruck bringen.
      Dass ich diesen Ort sehr schätze, muss ich wohl nicht wiederholen.
      Aus Sicht unserer Kirche ist es so, dass Fatima schon allein durch das von vielen Tausend Menschen bezeugte „Sonnenwunder“ schnell außer Streit stand. Im Fall der Erscheinungen von Medjugorje ist dies nicht so deutlich nachvollziehbar, und das ist – jedenfalls bis zum heutigen Tag – für Rom nicht anders darstellbar.
      Mehr dazu in Kürze.
      LG, Stefan

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