ALLES FÜR DIE WOCHE: Evangelien + Heilige (33.Woche im JK)

Lesejahr: A II, StB: I. Woche

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Eine neue Woche voller biblischer Schätze. Gleich am Montag geht es um den starken Glauben: ein solch unerschütterliches Gottvertrauen lässt Lahme wieder gehen, Blinde wieder sehen, und vieles mehr. Weiters sollen wir neugierig bleiben wie Zachäus, also Anlässe suchen, Jesus anzusprechen und Ihm zu folgen. Wenn wir schließlich unsere Talente erkennen, sollen wir sie auch nützen, denn sie sind Seine Gabe an uns – zur Erfüllung von Liebe und Pflicht. Schließlich sollen wir unseren Gott nicht versuchen, sondern zu Anbetern im Geist und in der Wahrheit werden. Glaube, Hoffnung und Liebe – auch diese Woche finden wir reichlich Nahrung für die drei großen Themen des christlichen Lebens.

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Montag, 17. November 2014
Montag der 33. Woche im Jahreskreis

„Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder an der Straße und bettelte. Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten? Man sagte ihm: Jesus von Nazaret geht vorüber. Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Die Leute, die vorausgingen, wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus: Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott.“ (Lukas 18,35-43).

Ich besitze einen so großen Schatz. Ich möchte schreien vor Freude und der ganzen Schöpfung zurufen: Preist den Herrn! Liebt den Herrn! Er ist so gut, er ist so groß, er ist Gott!  Die Welt sieht das nicht; sie ist blind. Und Gott braucht Liebe, viel Liebe. Ich kann Ihm nicht alles geben; ich bin klein; ich werde wahnsinnig! Ich möchte, dass die Welt ihn liebt, aber die Welt ist sein Feind. Herr, welche Qual! Ich beobachte es und kann nichts daran ändern. Ich bin verschwindend klein und unbedeutend, und die Liebe in mir erdrückt mich. Ich habe den dringenden Wunsch, dass meine Brüder, meine Freunde, alle, dich sehr liebten…  Wie weh tut es, wenn man Menschen sieht, die unberührt bleiben, wenn sie Jesus mit seinem Gefolge vorbeiziehen sehen! Wie sehr würden sich die Apostel und die Freunde Jesu freuen, wenn wieder einmal eine Seele klar sähe, sich von allem löste und sich ihnen anschlösse und dem Mann aus Nazareth folgte! Er bat einzig und allein um ein wenig Liebe. Folgen wir Ihm, liebe Schwester? Er sieht unsere Absicht und schaut uns an; er lächelt und hilft uns. Da gibt es nichts zu fürchten. Wir gehen hin, um die Letzten im Gefolge zu sein, das das Land Judäa durchzieht. Ganz still sind wir, aber genährt durch eine ganz große, eine riesengroße Liebe zu Jesus. Er benötigt nicht einmal Worte, oder dass wir nahe zu ihm hintreten, damit er uns bemerkt; auch keine großartigen Taten oder irgendetwas Auffälliges: Wir wollen die Letzten in der Reihe der Freunde Jesu sein, aber die, die ihn am meisten lieben.“
(Hl. Rafael Arnáiz Barón, spanischer Zisterzienser
Geistliche Schriften, Brief an seine Tante, 16.11.1935)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Gertrud von Helfta
Hl. Florinus
Hl. Hilda von Streaneshalch
Hl. Hiltrud vom Rupertsberg
Hl. Maria Josefa
Hl. Roque González de Santa Cruz
Hl. Salome (Salomea)
Hl. Victoria und Acislus
Hl. Gregor von Tours
Hl. Gregor Thaumaturgos

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Dienstag, 18. November 2014
Dienstag der 33. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ (Lukas 19,1-10).

„Jesus gibt sich nicht damit zufrieden, uns durch seine Gnade zu sich zu rufen und uns jegliche Gelegenheit zu verschaffen, uns zu heiligen. Seht doch: Er läuft sogar seinen verirrten Lämmern hinterher, er läuft durch Städte und übers Land, um sie zu suchen und sie an den Ort seines Erbarmens zurückzubringen. Seht doch: Er verlässt seine Jünger, um am Jakobsbrunnen auf die samaritische Frau zu warten; denn er wusste, dass sie dorthin kommen würde (Joh 4,6f)… Seht: In das Haus des aussätzigen Simon ging er auch nicht, um dort zu essen; sondern er wusste, dass eine Sünderin namens Magdalena dorthin käme (Mk 14,3f)… Seht: Auf der Straße nach Kafarnaum wollte er einen anderen Sünder treffen, der an seiner Zollstelle saß, den hl. Matthäus, um ihn zu einen begeisterten Apostel zu machen (Mt 9,9). Fragt ihn doch, warum er nach Jericho geht. Er wird euch sagen, dass es dort einen Mann namens Zachäus gibt, der als öffentlicher Sünder gilt, und dass er sehen will, ob er ihn retten könne. Um ihn zu vollkommener Umkehr zu bewegen, verhält er sich wie ein besorgter Vater, der sein Kind aus den Augen verloren hat, und ruft ihm zu: „Zachäus, komm herunter; denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Ich komme um dir Gnade zu gewähren.“ Das ist, als hätte er zu ihm gesagt: „Zachäus, lass ab von deinem Stolz und deinem Festhalten an den Gütern dieser Welt; so komm herunter, entscheide dich für Demut und Armut“. Um das verständlicher zu machen, sagte er zu allen, die bei ihm waren: „Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden.“ O mein Gott! Wie groß ist dein Erbarmen mit den Sündern!… Wenn wir alles in Betracht ziehen, was Jesus Christus zu unsere Rettung getan hat – wie könnten wir an seiner Barmherzigkeit verzweifeln, da es doch seine größte Freude ist, uns zu vergeben? Daher können wir sicher sein, dass unsere Sünden, wie zahlreich sie auch sein mögen, vergeben werden, wenn wir nur von ihnen lassen und sie bereuen wollen.“
(Hl. Jean-Baptiste Marie Vianney (1786 – 1859), Priester, Pfarrer von Ars
Predigt zum 3. Sonntag nach Pfingsten)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Gerung
Hl. Odo
Hl. Philippine Rose Duchesne SC
Hl. Theofred
Sel. Karolina Kózka

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Mittwoch, 19. November 2014
Mittwoch der 33. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit meinten die Menschen, weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzählte er ihnen ein weiteres Gleichnis. Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde zu erlangen und dann zurückzukehren. Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme. Da ihn aber die Einwohner seines Landes hassten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann unser König wird. Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen Geschäften erzielt hatte. Der erste kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine zehn Minen erwirtschaftet.Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten zuverlässig warst, sollst du Herr über zehn Städte werden. Der zweite kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine fünf Minen erwirtschaftet. Zu ihm sagte der König: Du sollst über fünf Städte herrschen. Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurück. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt; denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesät hast. Der König antwortete: Aufgrund deiner eigenen Worte spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe? Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei der Rückkehr mit Zinsen abheben können. Und zu den anderen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die zehn Minen hat. Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn. (Da erwiderte er:) Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde – bringt sie her, und macht sie vor meinen Augen nieder! Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf.“ (Lukas 19,11-28).

„Die Beziehung des Menschen zur natürlichen Umwelt … wurde allen von Gott geschenkt. Der Umgang mit ihr stellt für uns eine Verantwortung gegenüber den Armen, den künftigen Generationen und der ganzen Menschheit dar… Der Gläubige erkennt … in der Natur das wunderbare Werk des schöpferischen Eingreifens Gottes, das der Mensch verantwortlich gebrauchen darf, um in Achtung vor der inneren Ausgewogenheit der Schöpfung selbst seine berechtigten materiellen und geistigen Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn diese Auffassung schwindet, wird am Ende der Mensch die Natur entweder als ein unantastbares Tabu betrachten oder, im Gegenteil, sie ausbeuten. Beide Haltungen entsprechen nicht der christlichen Anschauung der Natur, die Frucht der Schöpfung Gottes ist. Die Natur ist Ausdruck eines Plans der Liebe und der Wahrheit. Sie geht uns voraus und wird uns von Gott als Lebensraum geschenkt. Sie spricht zu uns vom Schöpfer (vgl. Röm 1, 20) und von seiner Liebe zu den Menschen. Sie ist dazu bestimmt, am Ende der Zeiten in Christus »vereint zu werden« (vgl. Eph 1, 9-10; Kol 1, 19-20). Auch sie ist also eine »Berufung«. Die Natur steht uns nicht als »ein Haufen zufällig verstreuter Abfälle«  zur Verfügung, sondern als eine Gabe des Schöpfers, der die ihr innewohnenden Ordnungen gezeichnet hat, damit der Mensch daraus die gebotenen Aufschlüsse bezieht, »damit er [sie] bebaue und hüte« (Gen 2, 15)… Es ist dem Menschen gestattet, eine verantwortungsvolle Steuerung über die Natur auszuüben, um sie zu schützen, zu nutzen und auch in neuen Formen und mit fortschrittlichen Technologien zu kultivieren, so dass sie die Bevölkerung, die sie bewohnt, würdig aufnehmen und ernähren kann. Es gibt Platz für alle auf dieser unserer Erde: Auf ihr soll die ganze Menschheitsfamilie die notwendigen Ressourcen finden, um … würdig zu leben. Wir müssen jedoch auf die sehr ernste Verpflichtung hinweisen, die Erde den neuen Generationen in einem Zustand zu übergeben, so dass auch sie würdig auf ihr leben und sie weiter kultivieren können. „
(Benedikt XVI., Enzyklika “Caritas in veritate/Die Liebe in der Wahrheit”, § 48-50)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Elisabeth von Thüringen
Hl. David von Augsburg
Hl. Raphael vom heiligen Joseph (Rafał Józef) Kalinowski
Hl. Mechthild von Hackeborn
Hl. Obadja
Hl. Swidger
Hl. Totto
Hl. Egbert von York

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Donnerstag, 20. November 2014
Donnerstag der 33. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit, als Jesus näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen. Es wird eine Zeit für dich kommen, in der deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrängen. Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein auf dem andern lassen; denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.“ (Lukas 17,20-25).

„Ich schaute aus einem Fenster… Die Sonne ging gerade auf. Ein großer Friede herrschte in der Natur. Alles begann zu erwachen: die Erde, der Himmel, die Vögel. Alles – ganz allmählich – wachte auf, sanft dem Auftrag Gottes entsprechend. Alles gehorchte seinen göttlichen Gesetzen, ohne Klagen und ohne Überstürzung, sanft und friedlich, sowohl das Licht als auch die Finsternis, sowohl der blaue Himmel als auch die harte Erde, bedeckt mit dem Tau der Morgenfrühe. Wie gut ist Gott! – dachte ich. Überall ist Friede, außer im Herzen des Menschen! Behutsam und sanft lehrte mich Gott – durch diesen wunderschönen und friedvollen Tagesanbruch – den Gehorsam… Ein großer Friede erfüllte meine Seele. Ich dachte daran, dass nur Gott gut ist, dass alles von ihm geordnet ist und dass mir das, was die Menschen tun und sagen, gleichgültig sein soll. Für mich darf es auf der Welt nur eines geben: Gott! Gott, der alles zu meinem Wohl ordnet. Gott, der jeden Morgen die Sonne aufgehen, den Reif vergehen, die Vögel singen und die Wolken des Himmels in tausend sanften Farben erscheinen lässt; Gott, der mir ein Eckchen zum Gebet auf der Erde anbietet, der mir ein stilles Plätzchen schenkt, wo ich das erwarte, worauf ich hoffe. Gott, der so gut zu mir ist, dass er im Schweigen zu meinem Herzen spricht und mich allmählich lehrt – vielleicht unter Tränen, aber immer mit dem Kreuz -, es von den Geschöpfen zu lösen, die Vollendung nirgendwo anders zu suchen als in ihm. Er zeigt mir Maria und sagt mir: „Sieh hier, das einzig vollkommene Geschöpf. In ihr findest du die Zuneigung und Liebe, die du bei den Menschen nicht antriffst. Worüber beklagst du dich, Bruder Rafael?  Liebe mich, leide mit mir, ich bin Jesus!““ „
(Hl. Rafael Arnáiz Barón (1911 – 1938), spanischer Zisterzienser
Geistliche Schriften, 23.02.1938)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Korbinian
Hl. Bernward
Hl. Edmund
Hl. Theonestus
Hl. Silvester von Chalons-sur-Saône

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Freitag, 21. November 2014
Freitag der 33. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit ging Jesus in den Tempel und begann, die Händler hinauszutreiben. Er sagte zu ihnen: In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht. Er lehrte täglich im Tempel. Die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die übrigen Führer des Volkes aber suchten ihn umzubringen. Sie wussten jedoch nicht, wie sie es machen sollten, denn das ganze Volk hing an ihm und hörte ihn gern.“ (Lukas 17,26-37).

„Wo drei in deinem Namen versammelt sind (Mt 18,20), sind sie schon Kirche. Schütze die Tausenden, die sich hier versammelt haben: Ihre Herzen hatten ein Sanctuarium erstellt, noch ehe unsere Hände dies hier zur Ehre deines Namens errichteten. Der innere Tempel sei genauso schön wie der Tempel aus Stein. Wohne in deiner Güte in dem einen wie in dem anderen; in unsere Herzen ist dein Name ja eingemeißelt wie in diese Steine. Die Allmacht Gottes hätte sich mit einer bloßen Geste ebenso leicht ein Haus bauen können, wie sie das Universum ins Sein gerufen hat. Gott hat aber den Menschen „gebaut“, damit er für ihn Wohnungen baue. Gepriesen sei seine Gnade, die uns so sehr geliebt hat. Er ist ohne Ende, unsere Zeit ist begrenzt. Er baut für uns die Welt; wir bauen ihm ein Haus. Es ist wunderbar, dass der Mensch der allgegenwärtigen Allmacht, der nichts entgeht, eine Wohnung bauen kann. Er wohnt mit zärtlicher Fürsorge in unserer Mitte; er zieht uns an sich mit Ketten der Liebe (Hos 11,4); er bleibt bei uns und ruft uns, damit wir den Weg zum Himmel einschlagen, um bei ihm zu wohnen. Er hat seine Wohnung verlassen und die Kirche als Wohnung erkoren, damit wir unsere Behausung verlassen und uns für das Paradies entscheiden. Gott hat unter den Menschen gelebt, damit die Menschen Gott begegnen können.“
(Syrische Liturgie Gebet des Bischofs Balaï (? – 460) zur Einweihung einer Kirche)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Amalberga
Hl. Johannes von Meißen
Hl. Gelasius

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Samstag, 22. November 2014
Samstag der 33. Woche im Jahreskreis

„In jener Zeit kamen einige von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte, und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind. Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig. Da sagten einige Schriftgelehrte: Meister, du hast gut geantwortet. Und man wagte nicht mehr, ihn etwas zu fragen.“ (Lukas 20,27-40)

„Das Fleisch [d.h. der Mensch] ist kostbar in den Augen Gottes, er zieht es allen seinen Werken vor, weshalb es normal ist, dass er es errettet… Wäre es nicht absurd, wenn das, was mit so viel Sorgfalt erschaffen wurde, was der Schöpfer als wertvoller ansieht, als alles andere, dass dies ins Nichts zurückkehrt? Wenn ein Bildhauer oder ein Maler wollen, dass ihre Bildwerke bestehen bleiben, die sie geschaffen haben, damit sie ihrem Ruhm dienen, dann erneuern sie sie, sobald sie beschädigt sind. Und Gott soll sein herrliches Werk sehen, seine Schöpfung, wie es ins Nichts zurückkehrt, wie es nicht mehr existiert? Wir würden jemanden „unsinnigen Handwerker“ nennen, der ein Haus baut, um es nachher zu zerstören oder es Schaden nehmen lässt, wenn er es ausbessern könnte. Würden wir nicht in gleicher Weise Gott anklagen, unnützes Fleisch zu erschaffen? Doch nein, der Unsterbliche ist nicht so. Der von Natur aus der Geist des Universums ist, der kann nicht ohne Verstand sein!… Und wirklich: Gott hat das Fleisch berufen, wiedergeboren zu werden und hat ihm das ewige Leben verheißen. Denn dort, wo man das Evangelium vom Heil des Menschen verkündet, dort verkündet man es auch für das Fleisch. Was ist denn der Mensch anders als ein lebendiges, intelligentes Wesen, bestehend aus einer Seele und einem Leib? Macht etwa die Seele allein den Menschen? Nein, sie ist die Seele eines Menschen. Nennt man etwa „Mensch“ nur den Körper? Nein, man sagt, dass es der Leib eines Menschen ist. Wenn also keines dieser zwei Elemente für sich genommen ein Mensch ist, dann ist es die Vereinigung dieser beiden, die man „Mensch“ nennt. Und es ist der Mensch, den Gott berufen hat zum Leben und zur Auferstehung: nicht nur einen Teil von ihm, sondern den ganzen Menschen, das heißt die Seele und den Leib. Wäre es denn nicht absurd, wenn alle beide dieselbe Wirklichkeit teilen, und nur ein Teil würde gerettet, der andere jedoch nicht? „
(Hl. Justinus (um 100 – 160), Philosoph, Märtyrer
Abhandlung über die Auferstehung, 8)

Link zu den Bibeltexten des Tages mit Kommentar (Schott)

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Cäcilia
Hl. Philemon

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Sonntag, 23. November 2014
Christkönigsfest

An dieser Stelle freuen wir uns auf eine Deutung des Sonntagsevangeliums durch Josef Bordat. Sein Text wird wie immer ab Freitag Nachmittag online sein!

Link zu den Bibeltexten des Tages

Links zu den Tagesheiligen:
Hl. Kolumban
Hl. Klemens I.
Hl. Detlev
Hl. Felicitas
Hl. Margareta von Savoyen
Hl. Trudo

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Quellen: Schott und Evangelium Tag für Tag

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