Gedenktag Unserer Lieben Frau von Jerusalem

Der Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem geht auf die Weihe der Kirche „Sancta Maria Nova“ in Jerusalem unter Kaiser Justinian I. im November 543 zurück. In den Ostkirchen ist dieses Fest seit dem 6. Jahrhundert das aus dem apokryphen Jakobusevangelium überlieferte Ereignis der Darbringung der dreijährigen Maria im Tempel als Jungfrau durch ihre Eltern Joachim und Anna gewidmet. Es ist eines der zwölf großen Feste des orthodoxen Kirchenjahres und wird vom Vorabend des 21. bis zum 25. November gefeiert.

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Maria Segnung im Jerusalemer Tempel
Bild via praedica.de

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Im Protoevangelium des Jakobus, dessen theologisch-historischer Gehalt mit Vorbehalt zu sehen ist, wird auf die Segnung Mariens Bezug genommen. Die Gnade Gottes, die Maria erfüllt, wird hier sehr schön bezeichnet: „Gott, der Herr, gab ihm [dem Mädchen Maria] Freude ein.“

„Als der dritte Geburtstag des Mädchens kam, sprach Joachim: Lasst uns die reinen Töchter der Hebräer rufen! Jede soll eine Fackel nehmen, und diese sollen brennend gehalten werden, damit es sich nicht umdreht und nicht vom Tempel des Herrn weggelockt wird.

Und sie machten es so, bis sie zum Tempel des Herrn hinaufkamen. Der Priester des Herrn nahm das Mädchen in Empfang, küsste und segnete es mit den Worten: Groß gemacht hat Gott, der Herr, deinen Namen in allen Geschlechtern. An dir wird der Herr am Ende der Zeit den Söhnen Israels die Rettung offenbar machen.

Er setze es auf die dritte Stufe des Brandopferaltars, und Gott, der Herr, gab ihm Freude ein. So tanzte es mit seinen Füßen, und ganz Israel gewann es lieb. Seine Eltern stiegen voll Staunen hinab, lobten und priesen Gott, den Herrn, dass es sich nicht nach ihnen umgedreht hatte.“

Die römische Kirche übernahm das Fest im 14. Jahrhundert und ehrt damit Maria als Urbild der Kirche, als Tempel des lebendigen Gottes. Die Liturgiereform bestimmte den 21. November als den Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem. Schon in der Darstellung des Lukasevangeliums ist Maria Urbild und vollkommene Verkörperung der Tochter Zion, als Bild Jerusalems und Israels in seinem Leiden, seiner Hoffnung und seinem Glauben. Indem sie Mutter des Gottessohnes wird, ist sie zugleich der neue Tempel oder Tabernakel, schließlich Mutter und Lebensquelle der Kirche.

Das Zweite Vatikanische Konzil hat diese enge Verbindung zwischen Maria und dem Geheimnis der Kirche dadurch zum Ausdruck gebracht, dass es die Darlegungen über die Gottesmutter zum Abschluss der Konstitution über die Kirche Lumen Gentium machte.

„Heilig ist Maria, selig ist sie. Aber noch seliger zu preisen als Maria ist die Kirche. Warum? Weil Maria ein Glied der Kirche ist, zwar ein heiliges, ein mehr als erhabenes, aber doch ein Glied des ganzen Leibes. Wenn sie Glied des ganzen Leibes ist, dann ist doch sicher der ganze Leib mehr als das Glied. Der Herr ist das Haupt, der ganze Christus ist Haupt und Leib. Achtet also darauf, dass auch ihr Glieder Christi, Leib Christi seid“ (Augustinus).

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Hymnus

Du Schwester auf dem Wege,
den uns der Glaube führt,
Maria, hilf uns allen,
wie du zum Herrn zu stehn.

Du nahmst das Wort des Engels
bereiten Herzens an,
gebarst der Welt in Armut
den Sohn, der sie erlöst.

Du trugest Angst und Sorgen
und gingst zum Kreuz mit ihm,
empfängst als Frucht des Leidens
den Geist, der Leben wirkt.

Zur Mutter seiner Jünger
hat dich dein Sohn bestellt,
dein Glaube, deine Liebe
wirkt in der Kirche fort.

Vereint mit Jesus Christus,
erwirk uns seine Huld,
damit wir Gott lobsingen,
von seinem Geist erfüllt. Amen.

(zeitgenössischer, unbekannter Verfasser)

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Tagesgebet

Gütiger Gott,
wir gedenken am heutigen Tag
der seligen Jungfrau Maria,
die du mit der Fülle deiner Gnade beschenkt hast.
Höre auf ihre Fürsprache
und lass auch uns am Reichtum deiner Gnade teilhaben,
damit wir mit ganzer Hingabe und frohem Vertrauen
vor dir leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

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Quellen : TE DEUM, praedica.de, Schott

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PS: Beten wir für die in der Synagoge Getöteten (HERR, sei ihren Seelen gnädig!) und

für die Attentäter (HERR, erbarme Dich ihrer, denn sie wissen nicht, was sie tun.)

Danke für euer Gebet!

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