Die göttliche Differenz (Ev. vom 2. Adventssonntag)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

(Mk 1, 1-8)

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Johannes der Täufer

Wenn wir heute von Johannes dem Täufer hören, dann erinnern wir uns an die Notwendigkeit einer demütigen, bescheidenen Selbsteinschätzung des Menschen angesichts der Größe Gottes. Nicht nur in seiner einfachen Lebensform, sondern insbesondere in seiner Verkündigung zeigt sich die Demut und Bescheidenheit des Rufers in der Wüste. Hierin erweist sich Johannes der Täufer als hochaktuell, der Wegbereiter, der zur Umkehr mahnt und fordert, den Blick von ihm und von sich selbst weg zu lenken, um den zu betrachten, auf den es ankommt: Jesus Christus.

Johannes der Täufer markiert selbst die Differenz: Wasser und Geist. Die Wassertaufe bleibt äußerlich, die Geisttaufe erfüllt von innen. Das ist der Unterschied zwischen Johannes und Jesus. Er überstrahlt alles. Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten: Beide gehen in die Wüste. Beide gehen zum Volk und kommen gut an bei den Menschen. Beide werden hingerichtet. Nach menschlichem Ermessen sind beide gescheitert. Bei Gott aber sind beide verherrlicht – der Sohn und der Prophet, der Ihm vorausging und auf Ihn deutete, der Ihn später taufte und der damit auf seine Art an der Sendung dessen mitwirkte, der – wie er bekennt – stärker ist: Jesus Christus.

Doch auch Johannes der Täufer ist stark. Er hat der Welt den Spiegel vorgehalten und furchtlos die Mächtigen an ihre Verantwortung erinnert, ohne selbstgerecht zu sein, denn er verpflichtete sie auf die Weisung Gottes, der er sich selbst unterstellte. Seine mutige Kritik der Verhältnisse drang bis in höchste Kreise (vgl. Gottes Gebot und das Naturrecht). Johannes der Täufer bricht mit einer Kerze die Dunkelheit, in der sich das Volk befindet. Er erleuchtet damit den Weg dessen, der das Licht bringt, der die Sonne ist, die schließlich alles erhellt: Jesus Christus.

 

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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