Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

*Eröffnungsvers

Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn.
Meine Seele soll jubeln über meinen Gott.
Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils,
er hüllt mich in den Mantel der Rettung
und schmückt mich köstlich wie eine Braut.

Jes 61,10

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Verkündigung der Geburt Christi

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Tagesevangelium

Die Ankündigung der Geburt Jesu Christi
Jes 7,14; Mt 1,18-23

26 Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandt, 27 zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Mann namens Joseph, aus dem Haus Davids; und der Name der Jungfrau war Maria. 28 Und der Engel kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der Herr ist mit dir, du Gesegnete unter den Frauen! 29 Als sie ihn aber sah, erschrak sie über sein Wort und dachte darüber nach, was das für ein Gruß sei.
30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. 31 Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm den Namen Jesusa geben. 32 Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; 33 und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.
34 Maria aber sprach zu dem Engel: Wie kann das sein, da ich von keinem Mann weiß? 35 Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. 36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, hat auch einen Sohn empfangen in ihrem Alter und ist jetzt im sechsten Monat, sie, die vorher unfruchtbar genannt wurde. 37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. 38 Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort! Und der Engel schied von ihr.

(Lukas 1,26-38, zitiert in der Übersetzung der Schlachter-Bibel 2000)

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Das Volk wartete darauf, dass GOTT wie in der Babylonischen Gefangenschaft wieder eine Erlösung sendet, eine Befreiung durch einen Knecht Gottes (Jes 40,1;49,13;52,9). Kein Wunder, dass die Eltern sich über den Mann wundern, der in dem kleinen Kind den Erlöser der Menschheit erkennt. Dies war nur durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes möglich (1 Kor 12,3). Simeon sieht schon die Bedeutung Jesu nicht nur für Israel, sondern für die Nationen.

Zudem sieht Simeon den Widerstand gegen Jesus als Messias voraus: Sein Leiden, sein Sterben und seine Auferstehung. Das wird auch die Mutter Maria ins Herz treffen (Joh 19,25). Was aber wird mit der Erlösung durch Christus noch geschehen? Wenn es heißt „…damit Überlegungen aus vielen Herzen offenbar werden“, dann deutet das darauf hin, dass (neben den offensichtlichen Taten) die wahren Gedanken aller Menschen offengelegt werden.

Neben dem geistbegabten Mann erleben wir nun die prophetische Frau Hanna. Nach jüdischem Recht (5 Mose 3,15) machen erst zwei Zeugen eine Aussage wirklich glaubhaft. Vermutlich bezieht sich die Zahl 84 auf die Zeit ihrer Witwenschaft, dann war sie 7 Jahre verheiratet und 12-mal 7 Jahre Witwe – ein Hinweis auf eine geistlich gefüllte Zeit des Dienens und Wartens.

Wie sehr das Evangelium dem westlichen Zeitgeist widerspricht: Entgegen den Behauptungen zeitgeistiger Menschen erleben wir ein Evangelium, das Mann und Frau als gleichberechtigte geistbegabte Wesen sieht – Hanna und Simeon. Schließlich wird eine geistlich gefüllte Zeit als etwas kostbar Hochstehendes kenntlich gemacht; nicht ein Mann – wie es der übliche Verdacht gegen Glauben und Kirche annehmen ließe – sondern eine Frau dient hier als role model.

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„Sei gegrüßt, du Begnadete“

Da Maria zur Mutter des Erlösers ausersehen war, „ist sie von Gott mit den einer solchen Aufgabe entsprechenden Gaben beschenkt worden“ (LG 56). Bei der Verkündigung grüßt sie der Engel als „voll der Gnade“ (Lk 1,28). Um zur Ankündigung ihrer Berufung ihre freie Glaubenszustimmung geben zu können, musste sie ganz von der Gnade Gottes getragen sein.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sich die Kirche bewusst, dass Maria, von Gott „mit Gnade erfüllt“ (Lk 1,28), schon bei ihrer Empfängnis erlöst worden ist. Das bekennt das Dogma von der unbefleckten Empfängnis, das 1854 von Papst Pius IX. verkündigt wurde: dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch die einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jeglichem Makel der Urschuld unversehrt bewahrt wurde“(DS 2803).

Daß sie „vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an im Glanz einer einzigartigen Heiligkeit“ erstrahlt (LG 56), kommt ihr nur Christi wegen zu: Sie wurde im „Hinblick auf die Verdienste ihres Sohnes auf erhabenere Weise erlöst“ (LG 53). Mehr als jede andere erschaffene Person hat der Vater sie „mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch [die] Gemeinschaft mit Christus im Himmel“ (Eph 1,3). Er hat sie erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit sie in Liebe heilig und untadelig vor ihm lebe [Vgl. Eph 1,4.].

Die ostkirchlichen Väter nennen die Gottesmutter „die Ganzheilige“ [Panhagia]; sie preisen sie als „von jeder Sündenmakel frei, gewissermaßen vom Heiligen Geist gebildet und zu einer neuen Kreatur gemacht“ (LG 56). Durch die Gnade Gottes ist Maria während ihres ganzen Lebens frei von jeder persönlichen Sünde geblieben.

(Katechismus der Katholischen Kirche, § 490-493)

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>>> Wissenswertes und Gebete zum Hochfest 8. Dezember

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