Materiell reiches, geistig verarmtes Österreich (Wahrheiten nach Weihnachten)

Die „Weihnachts-Schlagzeilen“ führender Zeitungen Österreichs sind alles andere als magenfreundlich. Als aufrechter Katholik fragt man sich, ob beispielsweise der Tageszeitung „DerStandard“ ein Vorwurf zu machen ist, weil dort mit Vorliebe zu Ostern und zu Weihnachten „repräsentative Befragungen zur Situation der Glaubensgemeinschaften“ in Auftrag gegeben werden?

Nun, an der Meinungs- und „Umfrage-Freiheit“ ist nicht zu rütteln. Und schließlich wollen auch gläubige Menschen darüber informiert sein, wie es mit der Akzeptanz GOTTES und religiöser Feste im Land aussieht. Die aktuellen Ergebnisse machen keinen Mut, dies sei vorweggenommen. Zunächst geht es um das geistig (und geistlich) verarmte Österreich. Dazu lesen wir in „DerStandard„:

Weihnachten gilt nur rund 20% der Österreicher als hauptsächlich christlicher Festtag. Für 68 Prozent der Befragten in der aktuellen Umfrage des Linzer Market-Instituts ist Weihnachten eher ein „besonderes Familienfest“, weitere 13 Prozent sehen es überhaupt nur als „durchschnittlichen Feiertag“.

Der christliche Kern des Festes wird vor allem von Befragten über 50 und von erklärten Anhängern der konservativen Volkspartei ÖVP wahrgenommen. Aber auch in diesen Gruppen gibt es jeweils Mehrheiten, die den familiären Charakter des Festes betonen.

Islam gewinnt an Bedeutung – auch bei uns

Die in der Vorwoche durchgeführte Umfrage zeigt, dass sich die Österreicher insgesamt von den christlichen Religionen abgewendet haben. „Einen starken Bedeutungsgewinn erwarten sich die Menschen nur vom Islam – und zwar sowohl in Österreich als auch weltweit“, lässt das Market-Institut verlauten.

Für die in Österreich tätigen Religionsgemeinschaften ergibt sich, dass 54 Prozent einen Bedeutungsverlust der katholischen Kirche erwarten, bei der altkatholischen Kirche sind es 25 Prozent, bei der evangelischen Kirche 21 Prozent und bei der orthodoxen Kirche 14 Prozent.

Zu viel Einfluss der Kirche

Das Market-Institut verweist darauf, dass 32 Prozent der Wahlberechtigten meinen, dass die katholische Kirche ohnehin zu viel Einfluss habe – „es gibt allerdings einen harten Kern von Kirchentreuen, die einen zu geringen Einfluss der römisch-katholischen Kirche sehen, das sind so zehn bis elf Prozent“. Dem Islam kreiden übrigens 45 Prozent zu viel Einfluss in Österreich an – nur ein Prozent meint, die Muslime hätten zu wenig Einfluss in unserem Land.

41 Prozent der Befragten glauben auch, dass die katholische Kirche in ihrem weltweiten Wirken an Bedeutung abnehmen wird, nur fünf Prozent erwarten eine Zunahme. Ebenfalls 41 Prozent erwarten, dass die Bedeutung der römisch-katholischen Kirche global gleich bleiben wird – für Österreich liegt der Vergleichswert bei 35 Prozent.

Was macht nun in den Augen der Österreicher einen guten Christen aus? „Die Kirche spielt da fast keine Rolle, die Sakramente auch kaum. Für die meisten Befragten äußert sich Christentum in guten Werken oder ganz allgemein in Anständigkeit“ (Market-Institut).

So sehen es 88 Prozent als konstituierend für einen Christenmenschen an, dass dieser nicht stiehlt und betrügt, etwa gleich viele verlangen, „dass man gut zu anderen Menschen ist“, und vier von zehn Befragten erwarten von einem Christen auch, dass er treu ist, sich für sozial schwächere Menschen einsetzt und generell keinen Unterschied zwischen den Menschen macht. 76 Prozent glauben auch, dass man als Christ gut zu Tieren sein müsse.

Und wo bleibt Gott?

Nur 72 Prozent sehen es als wichtig an, dass Christen an die Existenz Gottes glauben. Nicht viel mehr als jeder Zweite meint, dass ein Christ an Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi glauben müsse. Tägliches Gebet und regelmäßigen Kirchgang erwartet nur jeder fünfte Befragte, sonntäglichen Messbesuch und das Befolgen dessen, was der Pfarrer rät, gar nur jeder zehnte Befragte.

Und was müsste die Kirche tun, um wieder attraktiver zu werden? Glaubensfragen stehen auch hier im Hintergrund, wie die Grafik links deutlich zeigt. 75 Prozent halten es für „sehr wichtig“, dass die Kirche künftig „moderner und zeitgemäßer agieren“ würde.

Betroffen machen mich unter anderem folgende Befunde: Kirche und Sakramente sind für einen „guten Christen“ unerheblich geworden, heute stehen vor allem gute Werke und Anständigkeit im Fokus. Da fragt man sich: Wozu dann noch einer Kirche angehören? Wozu noch Sakramente verkünden, empfangen und leben?

Liebe Kirche und liebe Gläubige, es heißt AUFWACHEN! Wann werden wir in unseren Diözesen aktiv, um für eine Reform der Sakramentenverkündigung einzutreten? Wann sagen Gemeinden ihren Bischöfen, dass sie eine mutige und am Evangelium orientierte Predigtkultur* einfordern? Wann gehen Christen auf die Straße, um die gängige Anwendung der Menschenrechte zu beklagen, die nur mehr dem positiven Recht und GOTT-abgewandten Weltanschauungen folgt?

*

Kommen wir zum materiell reichen Österreich, das seine geistige Verarmung unter Beweis stellt. (Im übrigen gilt das für so gut wie alle materiell gut gestellten europäischen Länder.) Da heißt es in der Weihnachtsausgabe von „DerStandard“ in einem treffenden Kommentar zur Flüchtlingshilfe:

Oft sagen Zahlen mehr als Worte. Die Katastrophe in Syrien, der wir seit vier Jahren zuschauen, ist so ein Fall. Per Dezember 2014 sind 3,3 Millionen Menschen aus Syrien geflüchtet. Mehr als 1,14 Millionen von ihnen sind im Libanon gestrandet. Ein Viertel aller Menschen dort sind Flüchtlinge, die Versorgungsmöglichkeiten sind ausgeschöpft.

Bis Jahresende wird sich der Flüchtlingsstrom auf 3,59 Millionen erhöht haben. In der gesamten betroffenen Region, so rechnen humanitäre Organisationen, sind wegen der Syrienkrise neun Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen. 2,4 Millionen brauchen Winterhilfe.

Rund 10.000 Kinder sind umgekommen im Bürgerkrieg, betroffen von ihm sind in Syrien 5,6 Millionen Kinder. 1,74 Millionen Kinder leben als registrierte Flüchtlinge in den Nachbarländern, 200.000 müssen den Winter ohne adäquate Bekleidung überstehen. Dem UN World Food Programme, das 1,7 Millionen syrische Flüchtlinge mit 30-Dollar-Lebensmittelgutscheinen (pro Familie) unterstützt, ist im Dezember das Geld ausgegangen. Man bräuchte 339 Millionen Dollar, um den Einsatz bis März 2015 fortsetzen zu können. Österreich hat für das Programm heuer rund 400.000 Euro gespendet.

Etliche österreichische Bundesländer erfüllen ihre Flüchtlingsquoten noch immer nicht. Die Unterbringung von Flüchtlingen in Zelten steht bevor.
Frohe Weihnachten, armes, reiches Österreich.

Auch so mancher Bloggerkollege ist da nicht außen vor zu lassen. Es ist doch merkwürdig, dass bei Kommentaren zum Nahen Osten darüber geschrieben wurde und wird, dass Syriens Präsident/Diktator Assad eine Schutzmacht für die Christen darstelle oder die Palästinenser-Politik Israels nicht kritisiert werden dürfe, gleichzeitig aber weniger engagiert über die mangelnde Flüchtlingshilfe Deutschlands, Österreichs und der Schweiz geschrieben wird.

Zurück zur geistig/geistlichen Verarmung reicher europäischer Länder. Papst Benedikt XVI. hat großes Engagement in der Unterstützung deutschsprachiger Priesterausbildungsstätten bewiesen. So wurde beispielsweise die „Philosophisch-Theologische Hochschule Stift Heiligenkreuz“ nahe Wien gezielt gefördert. Hier wird noch wahrhaftige Sakramentenverkündigung und eine Predigtkultur nahe am Evangelium gelehrt! Wird Papst Franziskus das Jahr der Orden auch dafür nützen, solche Perlen christlicher Kultur zu unterstützen?

* Immerhin gibt es vom Vatikan ein neues Dokument, das als Leitfaden für „gute Predigten“ verfasst wurde. Wer eine direkten Link zum Dokument kennt, möge sich freundlicherweise melden…

*

Anhang

Eine kleine Auswahl von Kommentaren
zum oben genannten Artikel aus „Der Standard“,
die von der Usergemeinde positiv bewertet
(also bestätigt und bekräftigt) wurden:

 

TomTom34 für mich war es dann trotzdem eine der traurigsten und erschütterndsten erlebnisse meine lebens als ich erfahren habe dass es das christkind nicht gibt. in etwa vergleichbar wie wenn ein mensch stirbt.

OrtB Immer putzig wie manche Leute ueber Kinder schmunzeln, die noch ans Christkind glauben, aber selber sind sie noch nicht dahinter gekommen, dass Gott genauso nur eine Erfindung unserer Vorfahren ist. Kinder glauben solche Sachen weil sie uns Vertrauen. Werdet erwachsen.

athos darum habe ich es toll gefunden, dass meine eltern mir von anfang an erzaehlt haben, dass es kein christkind gibt, keinen osterhasen…dass das eben nur geschichten sind. Ist doch genauso schoen,wenn man weiss, dass die geschenke von den eltern kommen, weil sie freude machen wollen. Ich hab immer grosses vertrauen zu meinen eltern gehabt und konnte ihnen alles erzaehlen, eben weil sie mich nicht angelogen haben.

HuberBua Ich wünsche mir eine Welt ohne Religionsgemeinschaften! Den Glauben kann jeder für sich selber finden. Dafür braucht man keine großen Weltreligionen, die alle Dreck am Stecken haben.

onemanwolfpack Steigt der Bildungsgrad und der allgemeine Wissenstand, und damit sind nicht nur Schul- und Universitätsabschlüsse gemeint, sinkt der Einfluss von Religion…

El Chó Religiöses Fest…? Seit mehreren tausend Jahren wird in unseren Breiten um diese Zeit gefeiert, dass die Tage wieder länger werden, dass der schlimmste Teil des Winters vorbei ist. Davon zeugt noch heute die Verehrung der immergrünen Nadelhölzer.
Dass dieses Fest, ähnlich wie das ebenfalls sehr alte Frühling- und Fruchtbarkeitsfest mit dem Fruchtbarkeitssysmbol Ei und viele weitere heidnische Feste von den Christen okkupiert wurden stimmt schon. Gerade Weihnachten wurde aber schon lange vom Konsumkapitalismus übernommen. Man kann also sagen: dieses uralte Fest wurde knapp 2000 Jahre von den Christen besetzt. Eine überschaubare Zeit in der Geschichte dieses Festes…

Salz Burger Das Theater ist doch auf den erfundenen Geschichten um Jesus aufgebaut. Alles grausam und von diversen Autoren geschrieben. Und ich bin froh, dass die Unterhaltungsindustrie heute bessere Angebote hat.

*

Wer als Kirchenverantwortlicher, Pfarrer, Laie oder Gläubiger immer noch nicht verstanden hat, in welcher Talfahrt sich besonders christliche Glaubensgemeinschaften befinden, dem ist nicht zu helfen. Wer sich nun fragt, wie es um meine Haltung zur römisch-katholischen Kirche aussieht, der sei unbesorgt: Meinen Dienst an der RKK werde ich, so lange es SEIN Wille ist, nach bestem Wissen und Gewissen aufrecht halten.

***

Ein Gedanke zu “Materiell reiches, geistig verarmtes Österreich (Wahrheiten nach Weihnachten)

  1. Es stockt einem die Seele beim Lesen….. Aber es spiegelt wohl nicht nur die Situation in Österreich wieder! Wann Christen aufwachen? Liebe Brüder und Schwestern ich bin überzeugt dass es einzig und allein, im Kern und in der Wurzel auf folgende Situation ankommt: Gott sagt zu jedem von uns „ich liebe dich“ die Frage ist wie wir Antworten!? Wenn wir antworten „ich liebe dich“ dann wird diese Antwort eine Konsequenz auf unser ganzes Leben uns sein haben. Der Bischof von Bamberg sagt trefflich: es ist nicht ausschlaggebend das andere Religionen zunehmen oder Nichtgläubige zunehmen, sondern das wir Christen abnehmen da wir unseren Glauben nicht mehr bezeugen. Was ist unsere Antwort zu dem Dreieinen Gott!?
    Wann werden wir Christen, wir Menschen aufwachen? Ich befürchte wenn wir noch sehr viel mehr gelitten haben. Wenn ich die Offenbarung lese wird mir schwer und ich frage mich ob wir wirklich diesen Weg gehen müssen!? Es scheint so…. Aber das Ende der Offenbarung ist die Liebe Gottes! Das dürfen wir nicht vergessen!
    Wie ist unsere Antwort?

    Seien wir treu, lieben wir Gott wie er uns liebt, und auch wenn die Mehrzahl unserer Mitmenschen sich dagegen mit Händen und Füßen sträubt und das Böse alle Register zieht, jeder der in der Liebe und Treue Gottes bleibt hinterlässt Spuren…..
    Gesegnete Weihnachten euch Allen

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s