Taufe bei offenem Himmel (So nach dem 6.Januar)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

In jener Zeit trat Johannes in der Wüste auf und verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

(Mk 1, 7-11)

*

Taufe

Johannes tauft Jesus im Jordan. Eine Begegnung, bei der sich der Himmel öffnet. Die Taufe ist das Zeichen der Aufnahme in die Gemeinschaft derer, die zu Christus halten. „Die Taufe“, sagt Heinrich Mussinghoff, der Bischof von Aachen, „ist das erste und grundlegende Sakrament in unserem Leben als Christen. Die Taufe auf den Namen Jesu verbindet uns mit seiner Person, seinem Schicksal, seinem Tod und seiner Auferstehung.“ Wir sind durch die Taufe mit Jesus verbunden und durch Ihn mit Gott – auf ewig. Was für eine Zusage! Das macht die Taufe zum Grundakt des christlichen Glaubensvollzugs, zum Fundament des Christentums.

Benedikt XVI. hat es einmal so ausgedrückt: „Durch die Taufe wird jedes Kind in einen Freundeskreis aufgenommen, der es nie, weder im Leben noch im Tod, verlassen wird, denn diese Gemeinschaft ist die Familie Gottes, die die Verheißung der Ewigkeit in sich trägt. Dieser Freundeskreis, diese Familie wird ihm Worte des ewigen Lebens geben, Worte des Lichts, die auf die großen Herausforderungen des Lebens eine Antwort geben und den rechten Weg weisen. Diese Familie Gottes, dieser Freundeskreis hat ewigen Bestand, da er Gemeinschaft mit demjenigen ist, der den Tod besiegt hat, der die Schlüssel zum Leben in Händen hält. Dieser Gemeinschaft, der Familie Gottes, anzugehören bedeutet, mit Christus vereint zu sein, der Leben ist und über den Tod hinaus immerwährende Liebe schenkt. Und wenn wir sagen können, dass Liebe und Wahrheit die Quelle des Lebens, das Leben selbst sind und ein Leben ohne Liebe ist kein Leben, dann können wir sagen, dass diese Gemeinschaft mit Ihm, der wirklich das Leben ist, mit Ihm, der das Sakrament des Lebens ist, eure Erwartung, eure Hoffnungen erfüllen wird.“

Uns noch etwas ist wichtig: Die Taufe verbindet alle Christen über konfessionelle Grenzen hinweg. Das Sakrament der Taufe wird wechselseitig anerkannt. Dieses Zeichen geht zu tief, als dass ihm ein Kratzen an der Oberfläche etwas anhaben könnte. Das bedeutet: Das Christsein qua Taufe gehört fortan zur Person des Getauften. Getauft zu sein, das ist nicht nur eine weitere Eigenschaft des Menschen, so wie er blauäugig oder vollschlank sein mag, sondern es ist seine unauslöschliche Wesensbestimmung.

 

 ***

Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

***

+

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s