Kritische Fragen an Muslime und ihre Glaubensvertreter

Ein mit dem Islam begründeter Terror neuer Qualität ist mitten in Europa manifest geworden. Die überaus kaltblütige und grausame Tat mit 12 Toten in der Redaktion von „Charlie Hebdo“, der Tod der zwei Attentäter und des Geiselnehmers, schließlich die Toten im Pariser Supermarkt: Diese Morde an unschuldigen Journalisten und Zivilisten stehen nicht im Zusammenhang mit europäischen Staaten, die an Kriegen in Afghanistan etc. beteiligt sind, sondern mit der Meinungs- und Pressefreiheit in Europa.

So tragisch das Sterben unschuldiger Menschen ist, darf Frankreichs Exekutive zum schnellen und harten Durchgreifen beglückwünscht werden. (Ich bin mir bewusst, mit diesem Befund meinem katholisch geprägten Gewissen nicht zu folgen.) In diesen Tagen wurden Rechte verteidigt, die in jedem Staatswesen und jeder Religion aufrecht sein müssen: Die Freiheit des Wortes und des Ausdrucks.

Naturgemäß finden in der internationalen Presse vielfältige Diskussionen statt, die hier nicht abgebildet werden können. Im Zuge der neu angefachten „Islam-Debatte“ wurde beispielsweise die Herabwürdigung des Polizisten Ahmed Merabet beklagt, der vor der Redaktion von Charlie Hebdo von einem Terroristen kaltblütig hingerichtet wurde. Deshalb, weil Ahmed Merabet Muslim war, und sein persönlicher Kampf gegen Terrorismus herabgewürdigt wird.

Hervorgehoben sei auch der Supermarkt-Angestellte muslimischen Glaubens, der durch seine Geistesgegenwart vielen Kunden das Leben gerettet hat!

Stellvertretend für die vielen Beiträge in den Medien sei folgendes Zitat herausgegriffen:

„Unter dem Eindruck des Schocks der Terroranschläge auf „Charlie Hebdo“ wird zur Zeit gerne auf die Objektivität gepfiffen. Auch unter sogenannten Qualitätsmedien herrscht ein Wettbewerb um die knackigste Einschätzung des unglaublich diffizilen Themas. Das passiert allzuoft nicht auf den Kommentarseiten, wo es hingehört, sondern auf Titelseiten und in Berichten. Undifferenzierte Meinungsmache hat unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung Hochsaison. In der Verteidigung der attackierten Satire, glaubt der Journalismus alles zu dürfen.

Es wird Zeit für eine Rückbesinnung, die Medien sollten die Qualität ihrer Arbeit nicht von den Terroristen beeinflussen lassen. Wie der Journalismus auf den Terror in Paris reagieren sollte, ist im Editorial des Guardian sehr gut beschrieben:

„Die beste Antwort ist, sich nicht gezwungen zu fühlen, in einer anderen Art und Weise zu sprechen […] Gewiss gibt es Spannungen zwischen dem absoluten Recht auf freie Meinungsäußerung und dem Glauben vieler Muslime […] Aber das ist hier nicht der wesentliche Konflikt. Die wahre Kollision gibt es zwischen der Meinungsfreiheit und einer sehr kleinen Anzahl an jihadistischen Mördern. Wir müssen unsere journalistischen Werte nicht verändern, um auf der richtigen Seite zu stehen.“ (Rainer Schüller, derStandard.at, 11.1.2015)

Die „wahre Kollision“ zu benennen ist dem Guardian wichtig, der damit in verfälschender Weise vom Thema ablenkt. Denn gäbe es nicht die „Spannungen zwischen dem absoluten Recht auf freie Meinungsäußerung und dem Glauben vieler Muslime“, dann stünden die jihadistischen Mörder ganz alleine da. Dabei ist es gerade das Ziel der islamistischen Kämpfer und Mörder, die europäischen Gesellschaften in ihrer Verteidigung der Meinungs- und Pressefreiheit zu schwächen – und mit der muslimischen Zustimmung dieser Schwächung (nicht der Morde!) zu spekulieren.

Mehr noch: Jede Schwächung von westlichen Freiheiten, aufgrund derer satirische oder intellektuell-ablehnende Darstellungen des Propheten Mohammed stattfinden können, wird von einer klaren Mehrheit internationaler und europäischer Muslime begrüßt – das ist gar nicht anders denkbar. Wieweit auch Terror als vertretbares Mittel zur Schwächung der genannten Freiheiten gesehen wird, verdient eine eigene Diskussion.

Nach meiner bescheidenen Beobachtung gibt es einige Fragen, die in öffentlichen Diskussionen nicht oder selten gestellt werden.

1. Die Götter vieler Religionen wie auch der Gott der abrahamitischen Religion werden weltweit täglich auf das Schlimmste beleidigt, zum Beispiel durch die Verhöhnung Gottes und die Ermordung unschuldiger Menschen. Wie kann es sein, dass Gott verhöhnt werden darf, dies einem Propheten aber nicht zumutbar ist?

2. In den bedeutenden Weltreligionen – außer dem Islam – gibt es ein unmißverständlich ausgesprochenes Verbot, Menschen zu töten. (siehe >>> Kein Tötungsverbot im Islam) Warum ist das Tötungsverbot im Islam – der sich als abrahamitische Religion bezeichnet – nicht gegeben, und inwieweit ist dieser Mangel für aufgeklärte Gesellschaften hinnehmbar?

3. Im Islam, zu dem sich etwa 2 Milliarden Menschen bekennen, gibt es keine Bestrebungen zu einer einheitlichen Glaubensauslegung, während z.B. katholische Gemeinschaften, die sich nachhaltig nicht an die Lehre Roms halten, von der katholischen Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen werden. Wie lange noch kann es auf internationaler Ebene und insbesondere von westlichen Gesellschaften hingenommenen werden, dass es keine weltweit anerkannte islamische Autorität gibt, die darüber befindet, was nun tatsächlich Inhalt des Korans und des islamischen Glaubens ist?

Meine ganz realistische Vermutung ist, dass die Angst vor den Antworten zu groß ist. Kaum auszudenken, was für Zündstoff unter 2 Milliarden Muslimen entsteht, würden führende Muslime das Recht auf die Verspottung Mohammeds einräumen, würden sie einem klaren Tötungsverbot das Wort reden, und würden sie die Forderung nach einer weltweit autorisierten islamischen Glaubensvertretung unterstützen.

So schließt sich der Kreis. Das nichtssagende Gerede muslimischer Vertreter vom Frieden wird weiterhin seine einschläfernde Wirkung ausüben – bis die nächsten jihadistischen Mörder zur Tat schreiten. Und alles beginnt wieder von vorne. So kann es nicht weitergehen, definitiv nicht. Deshalb sage ich:

Geht hinaus und stellt diese Fragen, immer wieder. Denn es ist eher das Risiko einzugehen, dass Muslime in interne Auseinandersetzungen geraten, die in ihrem Glauben und seiner Ausübung begründet sind, als dass sich die islamistische Gewaltspirale ohne wirksames Einschreiten der eigenen muslimischen Glaubensgemeinschaften weiter und weiter dreht.

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2 Gedanken zu “Kritische Fragen an Muslime und ihre Glaubensvertreter

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