Wohnungssuche. Oder: Begegnung mit Gott (2.Woche im JK)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte – Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels – Petrus.

(Joh 1, 35-42)

*

Wohnungssuche. Oder: Begegnung mit Gott

„Immer wenn ich dieses Evangelium lese, kommen mir eigene Erinnerungen in den Sinn, erste Begegnungen, die meinen Glauben, mein Leben bestimmt haben. Ich bin sicher: Viele haben solche Erinnerungen. Im Älterwerden treten sie wieder deutlicher hervor wie eine Einladung, an kindlichen, jugendlichen Gotteserfahrungen wieder anzuknüpfen. Sie warten auf uns. Gott wartet auf uns.“ Diese Worte des Wiener Erzbischofs Christoph Kardinal Schönborn laden uns ein, über unsere Erfahrungen im Glauben, über unsere Gottesbegegnungen nachzudenken.

Aber interessiert uns überhaupt, wo Jesus wohnt? Suchen wir den Messias? Gehen wir Ihm nach? Folgen wir Ihm, ja, rücken wir Gott richtig auf die Pelle? Führen wir andere Menschen zu Ihm? Oder betrachten wir Gott, betrachten wir Jesus aus der Distanz? Reicht es uns, wenn wir jeden Sonntag eine kurze Episode aus dem Leben Jesu hören, die uns kurzfristig aufbaut, weil sie in ihrer Tiefe den oberflächlichen Alltag und in ihrer Milde die Brutalität der Welt für ein paar Minuten vergessen macht?

Die Jünger machen die Erfahrung, dass es nicht reicht, nur von Jesus zu hören – und sei es nur das beste (Johannes nennt Ihn „das Lamm Gottes“, Joh 1, 36). Man muss bei Ihm sein, dorthin gehen, wo er wohnt. Man muss Ihm folgen, Ihn suchen und Ihn finden. Und sich verändern lassen, bis hin zum Namen. Simon, der von seinem Bruder Andreas gerufen und zu Jesus gebracht wird, dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als ihn dieser Jesus mit den Worten begrüßt: „Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen“ (Joh 1, 42). Gemeint ist: bei mir. In der Welt bist du Simon, bei mir bist du der Fels. In der Welt ist es so, bei mir ist es anders. Jesus wird immer wieder diesen Gegensatz betonen. Und da ist es eben wichtig, dabei zu sein, um sagen zu können: Ja, Er hat Recht! Es ist anders.

Hören wir nicht nur Gottes Wort und staunen wir nicht nur über die Weisheit und die Güte Jesu. Gehen wir mit Ihm!

 

 ***

Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

***

+

Ein Gedanke zu “Wohnungssuche. Oder: Begegnung mit Gott (2.Woche im JK)

  1. Vielen Dank!! Es ist verblüffend wie Gott immer wieder dafür sorgt dass wir gerade die Botschaft bekommen die wir im Herzen brauchen! Diese Zeilen sprechen mir gerade aus dem Herzen.

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s