« Je suis Jésus»

Der HERR verzeihe mir diese Anleihe an gegenwärtige Demonstrations-Slogans. Protestmärsche sind nach den Ereignissen von Paris an der Tagesordnung, auch in der arabischen Welt: Wenn demonstrierende Muslime sich nur bewusst wären, wie gut ihnen die selbstgewählte Parole „Je suis Mohamed“ steht.

Mit ihrem lauten Gebrüll und ihren agressiven Äußerungen gegen Ungläubige zeigen sie eine durchaus legitime Gestalt des Islam, indem sie nichts anderes tun als dem aus arabischen Quellen verbrieften Leben ihres „Propheten“ nachzufolgen.

Mohammeds Massaker an Juden

Diese legitime Gestalt des Islam spiegelt den „Propheten“ Mohammed wider, der gegen das Christen- und Judentum auftrat. So ist Mohammed der „Prophet“, der gewalttätige Zeichen setzte und als erste „große Tat“ hunderte von friedlich in Medina lebenden Juden ermorden ließ; es handelt sich um das Massaker an den jüdischen Banu Quraiza, das seinen einzigen Grund in der Tatsache fand, dass Juden nicht zum Islam konvertierten (Gudrun Krämer, GESCHICHTE DES ISLAM, 3.Auflage 2013, S.27).

Der Fehler, der in beinahe jeder Diskussion gemacht wird, ist elementar: Europäische nicht-muslimische Diskutanten stimmen widerspruchslos zu, sobald von muslimischer Seite behauptet wird, dass Islamisten keine Vertreter des „wahren Islam“ seien.

Intellektuelle Unredlichkeit

Diese Behauptung vieler in Europa (oder den USA) lebender Muslime ist intellektueller Unfug der höchsten Kategorie. Denn unbestritten ist die Feststellung, dass es nicht nur den einen Islam, sondern derer tausende  gibt, die alle Anspruch auf >> die eine Lehre des „Propheten“ << erheben.  Was also soll der „wahre Islam“ sein?

Christen dagegen können sich auf Jesus von Nazaret berufen, dessen gewaltfreie Lehre unbestritten ist. So darf für die in Diskussionen immer wieder auftauchenden Kreuzritter, „christlichen“ Hexenverbrenner und Faschisten gesagt werden, dass besonders die grausam Gewalttätigen unter ihnen keine wahren Christen genannt werden können – nach der Lehre und dem Wirken Jesu Christi ist es unmöglich geworden, dergleichen ernsthaft zu behaupten.

Schließlich wird in der einzigen Gewaltszene, die das Neue Testament vor der Hinrichtung Jesu beschreibt, das vom Jünger abgeschlagene Ohr des römischen Soldaten noch an Ort und Stelle von Jesus geheilt (MT 26,47ff, MK 14,43ff, LK 22,47ff, JOH 18,1ff).

Halten wir also fest: Gewalttäter, politische Mörder und Terroristen können nach der einen Lehre des Christentums, wie sie von der römisch-katholischen Kirche unmißverständlich festgehalten wird, nicht Christen genannt werden, sie sind es nicht.

Das Vorbild des „Propheten“

Im Islam ist eine ganz andere Situation gegeben, die endlich Eingang finden muss in den öffentlichen Diskurs. Da es, wie oben festgehalten, nicht den einen Islam gibt, stellen Muslime das Leben und Vorbild ihres „Propheten“ sehr stark in den Vordergrund. Es darf hinterfragt werden, wie es tatsächlich um dieses Vorbild bestellt ist.

Mohammed  habe so vorbildlich gelebt, dass das bloße Nachahmen des „Propheten“ ein Leben im Sinne des „wahren Islam“ bewirken würde. In der Tat gibt es tausende Zeugnisse, die über Mohammed berichten (Hadithe). Das Wort Hadith bedeutet ,,ein Bericht über etwas, was Mohammed tat oder sagte“. Nach dem Koran sind diese tausenden Überlieferungen die zweitwichtigste Quelle für jeden Muslim.

Es ist an der Zeit, konkret zu werden. An dieser Stelle wird nicht auf die rund 30 Kriege eingegangen, die Mohammed selbst mit blutigem Schwert bestritten hat. Stattdessen kommen wir auf das Massaker an den Juden zurück, dass Mohammed noch ganz am Anfang seines Wirkens zu verantworten hatte. Dieses von der führenden Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer aus arabischen Quellen bezeugte Morden an den Juden beschreiben die nahöstlichen Historiker Ibn Ishaq  und Meir J. Kister wie folgt:

„Schließlich mussten sich die Quraiza ergeben, und der Prophet ließ sie im Gehöft der Bint Harith, einer Frau vom Stamme Nadjjar, einsperren. Sodann begab er sich zum Markt von Medina, dort, wo heute noch der Markt ist, und befahl, einige Gräben auszuheben. Als dies geschehen war, wurden die Quraiza geholt und Gruppe um Gruppe in den Gräben enthauptet. Darunter befanden sich auch der Feind Gottes Huyayy ibn Achtab und das Stammesoberhaupt Ka’b ibn Asad.“ (Ibn Ishaq: DAS LEBEN DES PROPHETEN. Aus dem Arabischen von Gernot Rotter. Kandern, 2004, S.180)

„Infolge der Exekution sind etwa 400 bis 900 Stammesangehörige der Banu Quraiza getötet worden.“ (Meir J. Kister: THE MASSACRE OF THE BANU QURAIZA: A re-examination of a tradition. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam, 1986, S.62)

Die Verantwortung der Muslime von heute

Eine Religionsgemeinschaft, die heute an die zwei Milliarden Gläubige umfasst, trägt ein sehr großes Maß an Verantwortung. In meiner bescheidenen Betrachtung betrifft dies speziell Muslime, die in USA und Europa leben: Sie leben in einer Freiheit, die vielfältigste Möglichkeiten bietet.

Beispielsweise bieten sich Allianzen mit christlichen Vertretern an, die gegen muslimisches Unrecht in Saudiarabien, in Nahost, in Syrien, im Irak, in Nigeria, in Pakistan usw. usw. usw. protestieren. Das betroffene Reden von Muslimen, dass in vielen Fällen vor allem Muslime die Opfer seien und Islamisten nicht dem „wahren Islam“ folgen würden, kann und wird nicht lange Bestand haben.

Auch werden Muslime nicht daran vorbeikommen, das historische Bild ihres „Propheten“ zu ‚entschönigen‘ und zu korrigieren. Möglicherweise wird dem einen oder anderen Muslim bewusst werden, dass dieses in arabischen Quellen verbriefte Leben Mohammeds nicht das Leben eines Propheten genannt werden kann, ohne die Propheten der Bibel herabzuwürdigen.

Die guten Taten vieler Muslime

Wer jetzt meint, eine aus christlicher Sicht nicht vertretbare Kritik am Islam zu lesen, der möge mir seine Meinung sagen: Die Kommentarbox gibt die Möglichkeit dazu. Was meinen Beiträgen sicher nicht fehlt, ist das Benennen muslimischer Opfer (ich bete für sie) und das Hervorheben guter Werke, die durch Menschen mit Bekenntnis zum Islam vollbracht werden (siehe den Artikel zu den Ereignissen in Paris, Charlie Hebdo).

Die Anbetung des einen GOTTES

Niemals kann es darum gehen, ob nun das Christentum oder der Islam die „besseren Menschen“ hervorbringt. Aber wir beten nur dann zu dem einen GOTT der abrahamitischen Religionen, wenn Isaak der zu opfernde Sohn ist; im Koran ist es nämlich Ismael, und zwar deshalb, weil dieser die arabische Stammeslinie bis zu Mohammed begründet.

So werden künftige Koranforscher sich sehr genau mit den speziellen Fragen der muslimischen Offenbarungsschrift befassen müssen, bei denen Abweichungen von der Bibel nahelegen, dass hier vor allem ein „arabisch-muslimischer Nutzen“ entsteht. Wer sich nun fragt, warum die Übereinstimmung mit dem Alten Testament so wichtig ist, der sei darauf verwiesen, dass die Bücher Mose eine weitere offizielle Quelle des Islam und damit unverzichtbar für jeden Muslim sind.

Wir wollen davon ausgehen, dass diese exegetischen Fragen bei Muslimen und Christen aufrichtigen Glaubens nicht unüberwindbar sind. Zuvor aber müssten sowohl die römische Kirche als auch jüdische Glaubensvertreter klar benennen, welche Widersprüche zwischen den Büchern Mose und dem Koran bestehen. Am Ende eines friedlich-religiösen Dialogs könnten wir als Frucht tatsächlich den einen und wahren GOTT anbeten.

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2 Gedanken zu “« Je suis Jésus»

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