Jobangebot: Menschenfischer (Ev. der 3.Woche im JK)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Nachdem man Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach

(Mk 1, 14-20)

*

Menschenfischer

Was ist das denn wieder für ein Job-Angebot? „Menschenfischer“! Was soll man sich darunter bloß vorstellen? Fischer – das ist klar, das waren sie ja. Seit Jahren. Absolute Profis. Und nun: „Menschenfischer“. Eine Aufstiegschance? Jedenfalls hat es Eindruck gemacht auf Andreas und Simon: „Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm“ (Mk 1, 18).

„Irgendwas mit Menschen“. Das steht heute auf der Wunschliste in Sachen Berufswahl bei vielen ganz oben. „Menschenfischer“ – das ist ohne Zweifel ein Job, der dieses Profil aufweist. „Menschenfischer“ – das sind nicht nur Profis im Ködern und an Land ziehen, sondern es sind vor allem Leute, die das Meer kennen, das Leben. Sie müssen wissen, wohin die Menschen schwärmen, dürfen nicht nur die schillernden Exemplare an der Oberfläche sehen, sondern auch diejenigen, die sich auf den Grund der See zurückgezogen haben.

„Menschenfischer“ sind Menschenkenner. Sie wissen, was Menschen gut tut, sie kennen ihre Sehnsüchte. Sie sind selbst ganz Mensch. Jeder Christ ist aufgerufen, so ein „Menschenfischer“ zu sein. Die Kirche ist ein einziger „Menschenfischereibetrieb“ bzw. sollte es sein. Auch die christlichen Medien sollen die Funktion des „Menschenfischers“ erfüllen. Im Internet ist das nicht immer leicht, aber doch ist gerade in der tobenden Hochsee des weltweit ausgespannten Netzes ein großer Fang möglich (was ich damit meine, habe ich in einem längeren Artikel behandelt: Menschenfischer 2.0. Die katholische und apostolische Kirche im Netz).

„Menschenfischer“. Kein Job, bei dem man um 17 Uhr den Bleistift weglegt oder den PC ausschaltet, sondern eine 24/7-Lebensaufgabe für Berufene. Wie Andreas, wie Simon, den Jesus „Fels“ nennt – fest, hart, beständig. Obwohl Jesus weiß, wie schwach Simon Petrus ist, gerade, wenn es darauf ankommt. Aber er ist stark genug, den Weg der Nachfolge einzuschlagen. Und stark genug, seine Fehler zu erkennen und letztlich für Jesus in den Tod zu gehen.

 

 

 ***

Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

***

+

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s