Auschwitz. Shoah

*Noch bis 19 Uhr ist Claude Lanzmanns Filmwerk „Shoah“ auf ORF III zu sehen.
Es folgen einige Notizen, die ich mir von den Erzählungen der Opfer gemacht habe.

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Auschwitz

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Auschwitz; Kolo

„Vier Fünftel der Bevölkerung waren Juden. Auschwitz war eine lebendige Stadt mit viel Gewerbe und Handel.

Die Juden von Auschwitz sind ausgelöscht. Heute ist der jüdische Friedhof geschlossen, es gibt keine Juden mehr, die begraben werden könnten.

Die damals prächtige Synagoge wird nicht mehr genutzt, es gibt keine Gläubigen mehr; die schönen Häuser der Juden sind nach wie vor zu sehen.

Ab 1940 wurden die Juden „umgesiedelt“, und die meisten kamen schließlich ins Lager.“

So wie Auschwitz war Kolo eine Stadt mit jüdischer Mehrheit.

„Ab 1940 trieb man die Juden zum Bahnhof. Mit Stöcken wurden viele getötet, der Rest mit der Bahn abtransportiert.“

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Treblinka; Wilna

Schließlich wurden die vergasten Juden nicht mehr begraben, es waren schlicht zu viele, so wurden sie (ab 1942) in vielen Lagern  verbrannt.

„Die Häftlinge sprachen über die Toten und Opfer. In Gegenwart der Wehrmacht durfte man nicht Tote oder Opfer sagen, die Juden wurden gezwungen, „Figuren“ zu sagen.

Die ermordeten Juden waren für die Deutschen (Österreicher) nichts als Dreck, nichts als tote Puppen.

Die 90.000 Toten sollten verschwinden, nicht das Geringste sollte zurückbleiben.“

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Treblinka

„Eines Abends, als wir zurückkamen in die Baracken, sahen wir zum ersten Mal das Feuer.

Es loderte in prächtigen Farben: Rot, gelb, grün, violett.

Vor dieser unwirklich erscheinenden Kulisse stand einer auf, es war ein Opernsänger aus Basel, er hieß Salve.

Er stand auf und sang: „Eli, eli, warum hast du uns verlassen…“

Man hat uns ins Feuer gebracht, aber von der Heiligen Schrift wollte keiner lassen.“

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Eli! Eli! Warum hast du uns verlassen?
Mit Feuer und Flammen
haben sie uns verbrannt.
Überall haben sie uns preisgegeben
der Beschimpfung und dem Spott.
Sie haben uns gezwungen,
deinen Glauben zu verleugnen.

Eli! Eli! Warum hast du uns verlassen?
Bei Tag und bei Nacht
sitze ich und denke,
und ich weine.
Können wir glauben
an Gott und sein Gesetz?

Errette uns! Rette uns! Rette uns!
Guter Gott, komm zu uns,
höre meine Klage,
höre meinen Schrei;
denn kein Mensch will uns helfen,
nur du, guter Gott.
Höre, o Istrael, Gott unser Gott
ist Einer.

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(zitiert aus: Derrick Sington: „Die Tore öffnen sich. Authentischer Bericht über das englische Hilfswerk für Belsen mit amtlichen Photos„, 1990)

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