Versuchung Jesu (Ev. vom Ersten Fastensonntag)

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Danach trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

(Mk 1, 12–15)

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Versuchung Jesu

Zu Beginn der Österlichen Bußzeit geht es im Evangelium des Ersten Fastensonntag um die Versuchung Jesu durch den Teufel in der Wüste. Während Matthäus ( Mt 4, 1-11) und Lukas (Lk 4, 1-13) recht ausführlich schildern, wie Jesus auf die Probe gestellt wird, belässt es Markus, der sich ja auch insgesamt sehr kurz fasst, mit dem Hinweis „wurde vom Satan in Versuchung geführt“.

Markus bettet die Versuchung ein zwischen Taufe und erstem Auftreten Jesu in Galiläa. Die Versuchung steht also zwischen dem ersten höchstpersönlichen Entscheid für Gott, der Taufe (Mk 1, 9-11), und dem Schritt in die Öffentlichkeit (Mk 1, 14-15). Da gehört sie auch hin – als eine Prüfung, die jedem bevorsteht, der mehr sein will als ein „Taufscheinchrist“.

Viele Christen, die sich mehr und verbindlicher engagieren wollen, erleben Versuchungen und Anfechtungen. Da sind die Versuchungen des Egos, dergestalt, dass man versucht wird, in Gremien und Gemeinschaften für sich selbst zu arbeiten, nicht für das Reich Gottes. Da sind die Anfechtungen von innen und außen, die spöttischen Bemerkungen derer, die mit dem Ernst einer geistlichen Berufung zu einem Amt oder einer Aufgabe in der Kirche nicht anders umzugehen wissen.

Jesus hat das alles ebenfalls durchgemacht: Zu den Versuchungen des Teufels gesellen sich später die Anfechtungen der Menschen – gerade in Seinen schwersten Stunden zwischen Verhaftung und Kreuzigung. Und auch noch am Kreuz wird Jesus verspottet. Erst als Er stirbt, wird den Spöttern klar: „Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!“ (Mt 27, 54). Sie bekennen Seine Gottessohnschaft, so, wie zuvor nur Gott selbst – in der Taufe: „Du bist mein geliebter Sohn“ (Mk 1, 11). Damit schließt sich ein Kreis.

Wir können gewiss sein, dass Jesus den Weg mit denen geht, die mehr wollen, von Ihm, vom Glauben, von der Kirche. Seien wir also mutig und verkünden in der Nachfolge Christi das Evangelium Gottes.

 

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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