Quintessenz des christlichen Glaubens (Ev. vom Vierten Fastensonntag)

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ENTSCHULDIGUNG und KORREKTUR

Bei der Besprechung des Evangeliums des dritten Fastensonntags ist uns (Josef Bordat und mir) ein Fehler unterlaufen: Irrtümlich wurde statt der ‚Tempelreinigung‘ das ‚Gespräch am Jakobsbrunnen‘ kommentiert! Wir bitten um Entschuldigung und bringen den entsprechenden Kommentar als Anhang zum heutigen Beitrag.

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Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

(Joh 3, 14-21)

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Die Quintessenz

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“  Johannes 3, 16  ist die Zusammenfassung des christlichen Glaubens. Dieses Bekenntnis eint uns Christen über alle konfessionellen Grenzen hinweg.

Drei Glaubenswahrheiten werden hier unmissverständlich formuliert: 1. Gott liebt uns und will, dass wir gerettet werden. 2. Dafür wird Gott selbst Mensch in Jesus Christus. 3. Gott überlässt uns die letzte Entscheidung hinsichtlich unserer Rettung.

Wir haben es also selbst in der Hand, weil wir an Jesus Christus glauben können – oder eben nicht. Dabei entscheiden wir: Sind wir gerichtet oder gerettet. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet. Der Glaube schützt vor dem Gericht, der Unglaube ist das Gericht, denn der Ungläubige ist schon durch den Unglauben selbst gerichtet; er hat sich schon selbst gerichtet.

 

 

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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 ANHANG: Kommentar zum Sonntagsevangelium des dritten Fastensonntags

 

Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich. Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst? Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte. Während er zum Paschafest in Jerusalem war, kamen viele zum Glauben an seinen Namen, als sie die Zeichen sahen, die er tat. Jesus aber vertraute sich ihnen nicht an, denn er kannte sie alle und brauchte von keinem ein Zeugnis über den Menschen; denn er wusste, was im Menschen ist.

(Joh 2, 13-25)

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Tempelreinigung

Jesus hat die Grenzen der Interaktion zwischen weltlicher und religiöser Sphäre markiert (Kaiser ist Kaiser, Gott ist Gott; vgl. Mt 22, 15-21). Er hat sich dagegen gewehrt, dass die Grenzen in Richtung Religion überschritten wurde. Deutlich wird dies insbesondere bei der so genannten Tempelreinigung.

Jesus will den Tempel frei halten von weltlichen, i. e. wirtschaftlichen Interessen. Verkäufer und Geldwechsler haben im Haus Seines Vaters nichts zu suchen. Er treibt sie hinaus, ohne Wenn und Aber. In heiligem Eifer stellt Er die göttliche Ordnung wieder her, macht aus dem zur Markthalle umfunktionierten Tempel wieder das Haus Gottes. Jesus darf das. Denn Er selbst trägt die Ordnung Gottes in sich, Er selbst verkörpert den reinen Tempel. Mit der Auferstehung wird dies offenbar.

Was würde Jesus der Kirche heute raten, die Er ja selbst beauftragte, das Vermächtnis Seiner Botschaft in die Welt zu tragen? Was ist dafür an Weltlichkeit nötig? Was jedoch ist bloßer Kuhhandel mit dem Zeitgeist? Eines steht fest: Unser Eifer für die Kirche darf sich nicht in den äußeren Dingen erschöpfen. Es muss ein Eifer sein, der auf Christus blickt – und durch Ihn und mit Ihm und in Ihm auf den Vater.

 

 

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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