Winzer, Weinstock, Reben (5. Sonntag der Osterzeit)

 

Artikel- Jobo zum SonntagsEvangelium***

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

(Johannes 15, 1-8)

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Kommentar:

Die Reben müssen mit dem Weinstock verbunden bleiben, um Frucht zu bringen, welche zur Zufriedenheit des Winzers heranreift und dann am Ende zu dem wird, was Zweck eines Weinguts ist: Wein. Das Bild ist zwar aus der Lebenswelt des Mittelmeerraums genommen, aber auch wir, nördlich der Alpen, können es verstehen: Wir müssen mit Christus verbunden bleiben, um zu werden, wie Gott uns gemeint hat.

Verbunden bleiben wir mit Christus durch den Heiligen Geist, den Beistand, den Er uns gesandt hat. Verbunden bleiben wir mit Christus durch die Kirche, die als Ausdruck des göttlichen Willens in der Welt wirkt. Verbunden bleiben wir mit Christus durch die Sakramente und durch das Gebet. Wir brauchen die Energie, die uns im Gebet durchströmt. Ohne das Gebet geht uns irgendwann die Kraft aus, die es braucht, um Christus nachzufolgen.

Der Glaube hat damit etwas von einem sich selbst verstärkenden Regelkreis: Je mehr ich im Vertrauen auf Gott die Verbindung zu Christus suche, desto eher werde ich befähigt, sie zu finden. Wenn ich hingegen die Verbindung zu Christus kappe, aus dem Gefühl des Stolz heraus, aufgrund falsch verstandener Autonomie, so werde ich glaubensschwach. Die Selbständigkeit hat einen Preis: die fehlende Verbindung zu Christus und damit die Unfähigkeit, noch etwas zu schaffen.

Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Von einem Menschen ausgesprochen wäre dies wohl nur ein egoistischer, überheblicher, am Ende ganz armseliger Versuch, andere Menschen abhängig zu machen und klein zu halten. Von Gott durch Christus ausgesprochen, ist es das Angebot, der Ratschlag für ein gelingendes Leben, das uns wahrhaftig frei und groß sein lässt. Denn mit Christus verbunden, bekommen wir alles, was wir brauchen, um reiche Frucht zu bringen.

 

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Josef Bordat betreibt das katholische Weblog Jobo72 (http://jobo72.wordpress.com/)

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