Texte-10 2010-11-19

+

zurück zu – Texte für Abende der Barmherzigkeit

+

Wir hören heute Gedanken von  Carlo Caretto aus seinem 1971 veröffentlichten Buch: „Unser Weg durch die Wüste

Carlo Carretto (Piemont, 2. April 1910Umbrien, 4.Oktober 1988)
in diesem Jahr 2010 wurde sein 100. Geburtstag gefeiert.

Er gehörte der Kongregation der Kleinen Brüder an, die auf Charles de Foucauld, den berühmten Trappistenmönch, zurückgeht.

Charles de Foucauld, der große Mystiker, hat verschiedene Kongregationen und Gemeinschaften inspiriert, und wurde 2005 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.

Charles de Foucauld lebte unter anderem 4 Jahre lang in dem ganz kleinen Kloster La Fraternité in der algerischen Wüstenoase Béni Abbès, und dort verweilte auch Carlo Carretto einige Jahre, und dort ist auch das Buch „Unser Weg durch die Wüste“ entstanden.

Carlo Caretto hat auch in Mödling seine Spuren hinterlassen, dazu könnte und kann ihnen Gerhard Stingl viel berichten, und Gerhard Stingl wiederum verdanke ich die Lektüre des Buches, aus dem wir einige kurze Auszüge hören werden.

In seinem Buch heißt es:

+

„Wenn ein Mensch verkündet, so ist das, wie wenn der Mond einen dunklen Pfad erleuchtet. Der Mond hat sein Licht nicht von sich selbst, sondern von der Sonne.

Christus ist die Sonne für diese Welt. In der Nacht, in der sich die Menschen befinden, braucht es jemanden oder etwas, wodurch das Sonnenlicht zunächst gesammelt wird. Das Licht Jesu muss also zunächst aufstrahlen in dir, wenn du andere erleuchten möchtest.“

+

Genau das erbitten wir für heute, dass dieses Licht in dieser Stunde zugegen ist, uns tröstet und führt, und wir anschließend dieses Licht mit hinausnehmen zu den Menschen!

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Aussetzung des Allerheiligsten

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

1.Impuls:

Auf meinem Lebensweg bin ich zu einem unfähigen Nichts geworden. Ich konnte überhaupt nicht mehr gehen. Mit all meinen Bosheiten fiel ich Himmel und Erde zur Last. Welche Sünde gibt es, die ich nicht begangen habe – oder hätte, wenn die Gelegenheit dazu gewesen wäre?

Da ist Er wie der gute Samariter herabgestiegen vom Pferd, ist eingetreten zu mir, hat das fließende Blut gestillt. Ohne Ihn wäre ich gestorben. Jesus ist das Sakrament, die Ursache meines Heils geworden. Er bewahrte mich vor Hölle und Untergang, die ich mir selbst bereiten wollte. Er wäscht mich rein im Wasser der Taufe, schenkt mir in der Firmung seinen Geist, stärkt mich mit seinem Brot und seinem Wort.

Vor allem aber hat Er vergeben und vergessen, will sich nicht mehr meiner Vergangenheit erinnern.

Doch ich zweifle an meinem Heil, halte es nicht für möglich, dass meine Sünden vergeben werden können. Ich denke nur in den Kategorien von Gerechtigkeit.

Da geht Er ans Kreuz, an jenem denkwürdigen Freitag. Ströme des Blutes aus seinen offenen Wunden übergießen mich. Drei Stunden bleibt Jesus am Kreuz, dann stirbt er. Er ist gestorben damit ich nicht mehr nach Gerechtigkeit frage, sondern erkenne, dass die Liebe alles aufgehoben hat.

Für alle Zeiten ist Er der Sieger, zieht alles und alle an sich.

Stille

Musik

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

2. Impuls:

Ich muss gestehen, dass ich den Tag, an dem mir die ständige Nähe Jesu in der Eucharistie so recht aufging, als besonderen Gnadentag in Erinnerung behalte. Von da an führte mich Jesus auf der Straße seiner nächsten Nähe und seiner Freundschaft. Mir ist aufgegangen, warum er uns so nahe sein will.

Jesus ist ja nicht nur Brot, sondern auch Freund. Ein Haus ohne Brot ist kein Haus.

Herrscht keine Freundschaft in diesem Haus, dann ist es von keinem Wert. Unter dem Brot der Liebe und Freude begegnet mir Jesus mit seiner Freundschaft.

Ich habe gelernt, viele Stunden bei ihm zu bleiben und auf die Stimmen zu hören, die aus der Tiefe des ewigen Seins zu mir dringen, das Licht zu schauen, das uns vom unfassbaren Licht Gottes her zukommt. Ich verstehe jetzt warum die Heiligen so gerne vor diesem Brot verteilt sind – in Gebet, Anbetung und Liebe!

Eins sollten wir immer vor Augen haben: Beten heißt mehr zuhören als reden. Betrachten heißt mehr angeschaut werden als Anschauung.

Wenn dies unser Bewusstsein durchwaltet, dann sind wir bei der Wahrheit angelangt und das Gebet wird zu einem echten Lebensvollzug.

Stille

Musik

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

3.Impuls:

Ich habe gesagt, Betrachtung heiße nicht, Gott anzuschauen, sondern von Gott angeschaut zu werden. Dies habe ich im Gebet gelernt.

Auf was sollte ich denn beim Gebet achten? Ich kann versichern, dass ich mich niemals so kurzsichtig fühle, wie wenn ich beim Gebet die Augen Gottes suche. Gerade beim Gebet erkennst du klar deine Grenzen, deine Situation als Geschöpf, somit ein radikales Unvermögen und grenzenlose Armut.

Vor allem spürst du das alles, wenn dich der Glaube über die Grenze zum Unsichtbaren hinaus führt. Hast Du Gefühl, Gesundheit, Verstand hinter dir gelassen und bist eingetreten in das Reich des Geheimnisses, dann geht dir auf, was Erde bedeutet.

Du bist Erde, die auf Licht wartet, du bist schwarze Masse, die nur ein fähiger Künstler zu einem Kunstwerk umgestalten kann. Es bleibt dir nur, dich niederzusetzen und zu hoffen.

Lass alles hinter dir, Raum, Zeit, Vernunft und Kultur;   blicke nach vorn, blicke über dich hinaus,    über deine Fähigkeiten und Grenzen hinaus.

Warte! Lass ruhig zu, dass dein Herz, das Prüfung und Leiden mitgemacht hat, keine Hoffnung auf dieser Erde mehr findet.

Lass den Tränen ihren Lauf! Denke nur an eines: Gott ist vor dir, er kommt auch zu dir.

Betrachtung heißt nicht schauen, sondern angeschaut werden. Er blickt dich liebevoll an. Und dabei schenkte er dir, was du suchst: Sich selbst. Es gibt kein anderes Geschenk für den, der lange gesucht hat.

Unser Herz ist – von Natur aus – unersättlich.
Die Liebe allein genügt.
Die Erlösung Jesu allein genügt.
Gott allein genügt.

Stille

Musik

+

Einsetzung des Allerheiligsten

+

Marienlied

+

Agape

+++

Wir freuen uns über deinen Beitrag:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s