Texte-12 2011-01-21

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1.Impuls  –  ANKUNFT und KIRCHE VON JERUSALEM

„Es wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten,
die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes“

Über Adam, der im Garten von Eden mit Blindheit geschlagen war, ging, von Bethlehem her, eine Sonne auf. Sie wusch seine Augen im Wasser des Jordan und öffnete sie ihm.
Über ihm, auf dem Finsternis und Schatten lagen, ging ein Licht auf, das nie verlöschen sollte. Für ihn gibt es keine Nacht mehr, alles ist Tag. Für ihn ist die Morgendämmerung angebrochen, in der Abenddämmerung hatte er sich, wie die Schrift sagt (Gen 3, 8), versteckt. Adam, am Abend zu Fall gekommen, erlebte die ihn anstrahlende Morgenröte; der Finsternis entronnen, schritt er auf den Morgen zu, der anbrechend alles ins Licht tauchte.

Sing, Adam, sing! Bete den an, der zu dir kommt. Als du dich abwandtest, offenbarte ER sich dir, damit du IHN schauen, berühren und begrüßen könntest. ER, den du, als du verführt warst, fürchtetest, ER machte sich deinetwillen dir gleich. ER stieg herab zur Erde, um dich mit in den Himmel zu  nehmen. Ein Sterblicher wurde ER, damit du Gott werden und in deiner ursprünglichen Schönheit erstrahlen kannst. ER ließ sich nieder in Nazareth, weil ER dir die Tore zum Garten Eden wieder öffnen wollte. Für all das sing ihm, Mensch, und verherrliche in einem Psalm DEN, der sich offenbart und alles ins Licht geführt hat…

Die Augen der Kinder der Erde empfingen Kraft, das himmlische Antlitz zu betrachten. Die Blicke der aus Ackererde geformten Geschöpfe sahen den schattenlosen Glanz des geistigen Lichts, das Propheten und Könige nicht gesehen haben, wo sie sich doch so sehr danach sehnten (Mt 13, 17). Der große Daniel hieß Mann der Sehnsucht, weil er den zu schauen sich sehnte, den wir schauen. Auch David sehnte diesen himmlischen Ratschluss herbei. Was verborgen war, können wir jetzt erkennen: ER hat sich offenbart und alles ins Licht gestellt.

(Romanos Melodos [? – um 560], Hymnendichter)

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Lasset uns beten:

Allmächtiger und barmherziger Gott. Mit großer Macht hast du gegen alle Widerstände weltlicher Macht und religiöser Kräfte durch die Gabe des Heiligen Geistes in Jerusalem die ersten Christen zusammengeführt.

Gib uns die Kraft, nach dem Vorbild der ersten apostolischen Kirche in Jerusalem zusammenzukommen.

Ermutige uns, die frohe Botschaft der Versöhnung und des Friedens weiterzusagen und zu leben.

So beten wir im Namen Jesu Christi, der uns aus Sünde und Tod befreit. Amen.

(Papst Benedikt XVI. zur Gebetsoktav „Einheit der Kirche“)

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2.Impuls  –  SÜNDE und BAMHERZIGKEIT

Aber die ihm von der Sünde zugefügten Wunden haben den Menschen so geschwächt, dass er seinen Feinden oft nicht widerstehen konnte.

Was hat das ewige Wort, das Wort Gottes gemacht? Stark und allmächtig wie es war, hat es sich schwach gemacht; es hat sich mit der Schwachheit des menschlichen Leibes bekleidet, um durch seine Verdienste dem Menschen die nötige Stärke der Seele zu verschaffen… es ist Kind geworden… Schließlich legt man ihm am Ende seines Lebens auf dem Ölberg Fesseln an, von denen es sich nicht befreien kann. Im Prätorium bindet man es, um es zu geißeln, an die Säule. Hernach fällt es, das Kreuz auf der Schulter, mehrmals entkräftet zu Boden. Ans Kreuz genagelt, kann es sich nicht befreien…

Sind wir schwach? Dann setzen wir doch unser Vertrauen auf Jesus Christus! Dann vermögen wir alles: „Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt“, sagt der Apostel Paulus (Phil 4, 13). Ich vermag alles, nicht durch eigene Kraft, sondern durch die Kraft, die mir durch die Verdienste meines Erlösers vermittelt worden ist.

(Hl. Alfons Maria von Liguori)

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Jesus, wenn ich das Geschenk deines Blutes betrachte, dann freue ich mich an seinem unschätzbaren Wert, denn ein Tropfen hätte schon für alle Sünder genügt. Obwohl die Sünde ein abgrundtiefes Übel und Undankbarkeit ist, bleibt der Blutpreis, der für uns bezahlt wurde, unvergleichlich, also ohne vergleichbares Maß.

Deshalb soll jede Seele Vertrauen haben in die Passion des Herrn, soll sie ihre Hoffnung setzen auf seine Barmherzigkeit.

Gott wird niemandem seine Barmherzigkeit verweigern. Himmel und Erde können vergehen, doch die Barmherzigkeit Gottes wird niemals vergehen.

Welch eine Freude brennt in meinem Herzen, wenn ich deine unaussprechliche Güte sehe, mein Jesus. Ich sehne mich danach, alle Sünder dir zu Füßen zu legen, damit sie deine unermessliche Liebe preisen durch alle Ewigkeit.

(Heilige Sr. Faustyna)

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Ich traue Deiner Gnade
und gebe mein Leben ganz in Deine Hand.
Mach Du mit mir, wie es Dir gefällt
und wie es gut ist für mich.

Ob ich lebe oder sterbe,
ich bin bei Dir,
und Du bist bei mir, mein Gott.

Herr, ich warte auf Dein Heil
und Dein Reich.
Amen

(D.Bonhoeffer)

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3.Impuls  –  BERUFUNG und VERKÜNDIGUNG

Lange Zeit fragte ich mich, warum der gute Gott gewisse Menschen bevorzugt, warum nicht alle Seelen gleichviel Gnade bekommen. Da entdeckte ich mit Erstaunen, dass er Heiligen, wie dem heiligen Paulus und dem heiligen Augustinus, die gegen ihn gesündigt hatten, außerordentliche Gunst erwies, ja sie geradezu zwang, seine Gnadenerweise anzunehmen. Ich las aber auch von Heiligen, deren Leben Unser Herr liebevoll begleitete, von der Wiege bis zum Grab, und denen er alle Hindernisse aus dem Weg räumte, die sie hätten daran hindern können, zu ihm sich zu erheben… In seiner Güte hat Jesus dieses Geheimnis für mich gelüftet. Er hat vor mir das Buch der Natur aufgeschlagen und ich habe entdeckt, dass alle Blumen, die er geschaffen hat, schön sind… Er hat die großen Heiligen erschaffen wollen, die man mit den Lilien und Rosen vergleichen kann; aber er hat auch kleinere Heilige erschaffen, die sich damit bescheiden müssen, Gänseblümchen oder Veilchen zu sein, dazu bestimmt, den lieben Gott zu erfreuen, wenn er sie zu seinen Füßen wachsen sieht.

Vollkommenheit also – besteht darin, seinen Willen zu tun, das zu sein, was er will;
– dass wir es …immer wieder aufs Neue… werden;      dass wir sind, was er will.

(Therese von Lisieux)

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Der christliche Gott ist so unbeschreiblich groß, dass Er durch die Gottesgebärerin Maria  zu uns Menschen gekommen ist, als unser Herr, Jesus von Nazareth, gekommen um uns zu erlösen und um für alle Zeit bei uns zu sein, als wahrer Gott vom wahren Gott.

Jede andere der großen (monotheistischen) Religionen kennt einen fernen, zumeist strafenden Gott; versetzen wir uns für einen Moment in diese Lage. – Und dann das Wunder:

Nicht wir kommen zu Ihm, sondern Gott kommt zu uns; nicht wir erwählen unseren Gott, sondern Er beruft uns; nicht wir stehen lebenslang in Schuld, sondern der gläubige Mensch wird immer wieder aufs Neue im Namen Jesu Christi von dieser seiner Schuld befreit…

Außer dem christlichen gibt es keinen Glauben dieser Welt, der dies verkünden könnte und wollte.
Gleichzeitig gibt es unter den christlichen Konfessionen keine einzige, die diesen zentralen Glaubenssatz nicht vertreten könnte.

Selbst wenn alle unsere Drähte zu Gott (durch Krankheit, Katastrophen, Krieg, Verfolgung, Gefangenschaft, Missbrauch, Gewalt, Tod…) reißen sollten, ist es allein diese zentrale Botschaft, die uns Hoffnung und Leben schenkt. So können wir am Anfang wie am Ende aller Dinge mit Teresa von Avila sprechen:

Gottvater, der Sohn und der Heilige Geist; der dreieinige Gott, ……Gott allein genügt.

Was für ein Licht würde über die Erde leuchten, wenn wir Christen (weltweit etwa 2 Milliarden Menschen) auf einmal aufstehen, und auch nur einen einzigen Tag lang die Botschaft unseres Herrn lautstark und tatkräftig verkünden: Jesus Christus, Du bist der lebendige Sohn Gottes, der sich unser erbarmt.

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